Regelmäßige Kontrollfahrten

Zusammenarbeit über Ortsgrenzen hinweg: In Corona-Zeiten stehen die Ordnungsämter der Kommunen in regem Kontakt

Die Maßnahmen, die im Rahmen der Corona-Pandemie erlassen wurden, beschäftigen insbesondere die Mitarbeiter der Ordnungsämter. Zugleich führt dieAusnahmesituation dazu, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Ordnungsämtern insbesondere von Nachbarkommunen intensiviert.

Im Fall von Langenselbold, Rodenbach und Erlensee kommt positiv hinzu, dass sich die drei Amtsleiter bereits seit vielen Jahren persönlich gut kennen. Michael Juracka, der Leiter des Langenselbolder Ordnungsamts, ist selbst Rodenbacher, war zuvor in dieser Position in Nidderau tätig, während Gido Puhl und Marc Schilling schon lange in den Ordnungsämtern in Rodenbach beziehungsweise Erlensee tätig sind.

Juracka und Schilling berichten dann auch gemeinsam über die Aktivitäten der Ordnungsämter in den Nachbarstädten. So würden für Selbold und Erlensee die Streifenfahrten „flexibel je nach neuer Verordnung und Bedarf von Montag bis Sonntag von früh morgens (Geschäftsöffnungen) bis in den späten Abend (Hotspots, Corona-Partys) gefahren“.

Ordnungsamt erhält personelle Unterstützung

Der Dienst erfolge im Schichtbetrieb. Da die personelle Stärke der Ordnungspolizei für die ausführliche Überwachung der Corona-Verordnungen nicht ausgereicht habe, seien die Kollegen laut Juracka und Schilling durch Sachbearbeiter der Ordnungsämter unterstützt worden.

Besonders groß sei in den beiden Nachbarstädten die telefonische Nachfrage der Bürger bezüglich der Pandemie-Bestimmungen. Das Corona-Bürgertelefon sei entsprechend weiterhin stark nachgefragt.

Neue Herausforderungen durch neue Vorgaben

Die Änderungen bei den Vorgaben stellten aber die Mitarbeiter vor zusätzliche Aufgaben, wie die Ordnungsamtsleiter berichten. „Viele Fragen von Gewerbetreibenden und Bürgern zu Dingen, die noch eine Woche zuvor anders geregelt waren, mussten mit anderen Behörden, dem Kreis und dem Land geklärt werden. Besonders hilfreich war hier die hervorragende Vernetzung der Ordnungsämter im Kreis und stellenweise durch Fortbildungen auch über die Kreisgrenzen hinaus, zum Beispiel nach Ginsheim-Gustavsburg, Langgöns und Erzhausen“, verdeutlichen Juracka und Schilling, dass die Zusammenarbeit zwischen Ordnungsämtern auch kreisübergreifend läuft.

Kontrollen vor allem bei schönem Wetter und an Ausflugszielen

Die Kontrollen erfolgten in Langenselbold insbesondere bei schönem Wetter auf dem Weinberg, an Kinzig- und Ruhlsee. In Erlensee lag das Hauptaugenmerk auf Sportanlagen wie dem Skatepark sowie auf dem Gebiet rund um die Wasserbüffel und den Erlensee, der laut Schilling zum Ausflugszentrum wurde.

„Auch die größeren Einzelhändler benötigten zu Beginn der Umsetzung der Maßnahmen eine Betreuung. Nur so konnte gemeinsam eine Lösung für Mitarbeiter und Kunden erstellt werden. Zum sehr großen Teil haben sich die Langenselbolder an die jeweiligen aktuellen Verordnungen gehalten. Die wirklich Unbelehrbaren wurden namentlich erfasst und an den Main-Kinzig-Kreis zur Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens weitergeleitet“, berichtet Juracka. Als Beispiel nannte er eine Gruppe von Erwachsenen, die ihr textilfreies Sonnenbad im Naturschutzgebiet genießen wollten.

Täglich drei Kontrollfahrten in Rodenbach

In Rodenbach kann Gido Puhl auf ein Team mit insgesamt acht Personen zurückgreifen. Zusätzlich zum Alltagsgeschäft sind diese seit Beginn der Pandemie auch für die Rodenbacher Corona-Hotline zuständig, die jeden Tag besetzt ist. Außerdem stehen täglich drei Kontrollfahrten an. Überprüft werden dabei, so Puhl, Kinderspielplätze, Festplätze, Grillplätze, öffentliche Plätze und der allgemeine öffentliche Bereich

 „Mittlerweile werden diese Kontrollfahrten auch von Erzieherinnen und Mitarbeitern des Amtes für Familie, Senioren und Soziales wahrgenommen“, berichtet der Rodenbacher Ordnungsamtsleiter. Zum Corona-bedingten Aufgabenbereich des Ordnungsamts-Teams gehören ebenfalls die Beratung und Kontrolle von Hygienekonzepten sowie das Erstellen und Weiterführen von speziellen Einsatz- und Hygienekonzepten für die Freiwillige Feuerwehr.

Verteilung von Hygienematerial muss koordiniert werden

Zudem muss die Verteilung von Mundschutz, Einmal-Handschuhen und Desinfektionsmaterial für die niedergelassenen Ärzte, Diakoniestation und das Altenzentrum koordiniert werden. „Wir müssen außerdem die Meldewege und die tägliche Lagemeldung an den Stab des Main-Kinzig- Kreises sicherstellen“, so Puhl. Außerdem ist das Ordnungsamt an der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere an den Corona-Informationen auf der Internetseite www.rodenbach.de, beteiligt.

„Daneben nehmen mein Stellvertreter, der gleichzeitig Gemeindebrandinspektor ist, und ich mehrmals wöchentlich an den Sitzungen der gemeindlichen Gesamteinsatzleitung, des Krisenstabs, teil“, berichtet Puhl außerdem. Alle drei Ordnungsamtsleiter betonen die sehr gute Zusammenarbeit untereinander, mit anderen Ordnungsämtern sowie mit den Beamten der Polizeistation Hanau II.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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