Kundenzuwachs in der Corona-Krise

Brötchen bis zur Haustür: Peter Reußwig von Morgengold liefert täglich Waren der Backerei Kolb aus

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Mundschutz und Handschuhe sind aktuell Pflicht, wenn Peter Reußwig und seine Fahrer in der Backstube der Bäckerei Kolb in Hanau die Brötchen zum Ausliefern verpacken.

Jeden Morgen gegen 3 Uhr kommt der erste Fahrer zur Bäckerei Kolb in die Bruchköbeler Landstraße nach Hanau. Brot, Brötchen und süße Teilchen stehen dann schon bereit, um verpackt zu werden. Sind die Tüten gefüllt, beginnt die Auslieferung.

Zwischen 5 und 7 Uhr ist die Ware an der Haustür, samstags und sonntags bis 8 Uhr. „Viele Kunden“, sagt Chef Peter Reußwig, „haben vor der Tür ein Gefäß oder Korb platziert, manche haben sich sogar etwas neben die Haustür montiert. Am frischsten bleibt die Ware übrigens in einer Kühlbox.“

Reußwig ist gelernter Handelsfachwirt und lebt mit seiner Familie in Hasselroth. Mehr als 30 Jahre ist er durch Deutschland gependelt. Dienstreisen. Wochenend-Ehe. Vor fünf Jahren hatte der Einkaufsleiter die Nase voll und suchte zu Hause im Main-Kinzig-Kreis eine neue Herausforderung. Er fand sie bei der Firma Morgengold. Seit fünf Jahren ist Reußwig Franchise-Unternehmer.

Reußwig hat 3000 Namen in der Kundendatei

In Deutschland und Österreich gibt es mehr als 110 kleine Chefs, die das Herz und der Motor von Morgengold sind. Die haben ihre Zentrale in Stuttgart. Insgesamt werden mehr als 100 000 Haushalte beliefert. In der Kundendatei in Hasselroth finden sich etwa 3000 Namen.

Reußwig hat 21 Fahrer, die die gepackten Waren von der Bäckerei Kolb in Hanau und von einer weiteren Bäckerei in Frankfurt abholen und zu den Kunden bringen. Bis nach Altenstadt und Schlüchtern liefert Morgengold aus, nach Hanau genauso wie nach Maintal. Im Frankfurter Bereich sind Königstein und der Main-Taunus-Kreis die Grenze. 

Corona-Pandemie sorgt für mehr Bestellungen und Neukunden

Haben die beiden Mitarbeiter und er mehr zu tun seit die Corona-Pandemie Deutschland lahmgelegt hat? „Ja“, sagt Peter Reußwig, „die Kunden, die wir haben, bestellen aktuell mehr.“ Auf persönliche Empfehlung seien in den vergangenen zwei Wochen auch einige Neukunden hinzugekommen. Der 58-Jährige erzählt von einer älteren Dame Anfang 90, die sich seit einigen Tagen Brötchen und süße Stückchen nach Hause liefern lasse. „Sie ist froh, dass es uns gibt“, sagt Reußwig.

In diesen farbenfrohen Tüten werden Brot, Brötchen und süße Stückchen jeden Tag ausgeliefert – auch am Wochenende und an Feiertagen sind Lieferungen möglich.

Auch viele Familien mit Kindern ließen sich ihre Brötchen liefern. „Um denen die stressige Zeit zu Hause zu versüßen, stecken wir auch mal ein, zwei Rosinenbrötchen mehr in die Tüte.“

Brötchenkorb kann über Internet, Fax und Telefon bestellt werden

Bestellungen kann man auf verschiedenste Weise abgeben. Über die Homepage genauso wie per Fax, E-Mail oder Telefon. Manche bestellen für die ganze Woche, andere täglich. Bis 16 Uhr kann man seine virtuelle Brötchentüte füllen, am nächsten Tag gegen 3 Uhr wird sie in der Backstube von Jochen Kolb gepackt. Peter Reußwig ist selbst auch oft mit auf Tour, zuletzt mehrere Wochen lang im Freigericht. „Ich muss doch wissen, was läuft“, sagt er dazu.

Handschuhe sind bei Morgengold generell Pflicht, Masken seit Beginn der Krise auch. Jochen Kolb lässt die sechs Fahrer morgens nur in seinen Laden, wenn sie beides tragen. „Und aktuell auch nur nacheinander“, sagt der Bäckermeister. Mehrere hundert Tüten verlassen seine Backstube täglich, am Wochenende ist die Anzahl entsprechend höher. Der Lieferservice kostet den Kunden 59 Cent pro Wochentag und 1,29 Euro an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen. Auch am Ostersonntag werden die Fahrer unterwegs sein.

Bäcker Kolb muss Kurzarbeit anmelden

Als Jochen Kolb vor eineinhalb Jahren ins Geschäft eingestiegen ist, hätten seine Mitarbeiter über noch mehr Arbeit geschimpft, erinnert sich der Hanauer. Heute sind sie froh, denn anders als andere Geschäfte läuft das mit Morgengold weiter – und aktuell besser denn je. „Lieferkunden wie das Café in der Sparkasse in Hanau oder das Restaurant Klara am Marktplatz sind weggefallen, ebenso wie die Laufkunden in der Innenstadt“, so Kolb, der ab 1. Mai Kurzarbeit anmelden musste.

Gutes Team auch in Corona-Krisenzeiten: Bäckermeister Jochen Kolb (links) und Peter Reußwig von Morgengold.Fotos: Mike Bender

Denn auch wenn die Ware die bestellt ist, schon mal verkauft ist, könne das Liefergeschäft den rund 40-prozentigen Umsatzrückgang nicht wettmachen. Peter Reußwig erhält auf die gekaufte Ware einen kleinen Abschlag, wie er sagt. „Reich wird man mit einem Lieferservice nicht.“ Trotzdem macht er seinen Job gern – aktuell mehr denn je, weil er weiß, wie wichtig sein Angebot für viele Menschen ist.

Tüten bis zur Tür

Kontakt zu Peter Reußwig und Morgengold gibt es unter 0 60 55/7 08 99 73, per E-Mail an main-kinzig@morgengold.de oder im Internet unter morgengold.de

Quelle: Hanauer Anzeiger

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