Hilfsorganisation

Abenteuer Afrika: Rodenbacherin Maria Reddig erzählt von ihren Erlebnissen auf dem Kontinent

Hat jetzt Zeit zum Schreiben gefunden: Maria Reddig berichtet von ihrer Zeit als Pädagogin in Äthiopien und der afrikanischen Westküste.
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Hat jetzt Zeit zum Schreiben gefunden: Maria Reddig berichtet von ihrer Zeit als Pädagogin in Äthiopien und der afrikanischen Westküste.

Zwei Jahre lang lebte und arbeitete Maria Reddig in Afrika, zunächst in Äthiopien, später an der afrikanischen Westküste, vorwiegend in Ghana. Sie war dort in verschiedenen Ländern für eine internationale Hilfsorganisation als pädagogische Beraterin in Bildungseinrichtungen unterwegs. Dabei lernte sie die Regionen und ihre Menschen in ihrem Alltag mit seinen Freuden, Festen, Nöten und Widersprüchen kennen.

Rodenbach – 1990, vor genau 30 Jahren, hatte sich die damals 38-jährige Erzieherin erwartungsvoll in ein neues unbekanntes Leben gestürzt, der Traum von Afrika schien sich endlich zu erfüllen. So beschreibt es Maria Reddig im Vorwort zu ihrer autobiografischen Erzählung.

In Äthiopien, dem Hochland am Horn von Afrika, fühlte sie sich von Anfang an mit den Menschen und ihrer Kultur verbunden. In Erinnerung geblieben ist vor allem die Gastfreundschaft und die traditionelle Kaffee-Zubereitung, die Äthiopier für ihre Gäste zelebrieren. Mit dem Ursprungsland des Kaffees –die äthiopische Provinz Kaffa gab der Pflanze und dem Getränk ihren Namen – verbindet die Autorin den allgegenwärtigen Geruch von Kaffee und Weihrauch. Als die Rebellentruppen den Bürgerkrieg in die Hauptstadt brachten, musste Maria Reddig „ihr Traumland“ vorzeitig verlassen.

Autorin berichtet von ihrem Leben in Äthiopien

In ihrem Band „Weihrauch, Kaffee und Rebellen“ erzählt sie von ihrem Leben in der Hauptstadt Addis Abeba und ihrer Arbeit in der beschaulichen Provinzstadt Awasa, wo sie Erzieherinnen weiterbildete. Die Autorin nimmt ihre Leser mit auf eine Reise durch Äthiopien, nach Ghana, Gambia und Sierra Leone, in den Senegal und nach Togo. Sie erzählt sehr anschaulich von ihren Kursen in englischer Sprache, von neuen Freundschaften, von kleinen Auszeiten und dem alltäglichen Leben der Menschen.

Der Alltag sei auch für Ausländer in einem armen Land nicht einfach und fordere viel Geduld und Nervenstärke. Im Wechsel mit autobiografischen Erinnerungen erfahren die Leser viel Wissenswertes über die einzelnen Länder. Maria Reddig gibt kurze Einblicke zur politischen und wirtschaftlichen Situation oder zu Bräuchen und Besonderheiten. Sie schildert beispielsweise, wie die grünen Kaffeebohnen frisch geröstet in der „Jebanna“, der Kaffeekanne, zubereitet werden, sie erinnert an die Ausgrabung von „Lucy“ 1974 und wie diese Urahnin der Menschheit zu ihrem Namen kam.

Nicht nur Gewalt und Hunger: Positive Eindrücke von Afrika überwiegen

Reddig schildert die Legende der Kaiser von Abessinien, dessen letzter „König der Könige“ Haile Selassi war. In diesen allgemeinen Passagen wie in ihren persönlichen Erinnerungen blendet sie Konflikte und Widersprüche nicht aus. Doch Afrika bedeutet mehr als Gewalt, Hunger und Armut, so Reddig, die eine differenziertes Bild von Afrika zeichnet. Die positiven Einblicke überwiegen und sollen, so der Wunsch der Autorin, die Neugierde am afrikanischen Kontinent wecken.

Fremde Kulturen und unbekannte Regionen haben Maria Reddig schon in jungen Jahren begeistert. „Reiselustig war ich schon immer“, sagte die Rodenbacherin im Gespräch. In jungen Jahren hat sie ganz Europa bereist, je unbekannter umso besser.

Das Buch

„Weihrauch, Kaffee und Re-bellen“ von Maria Reddig ist erschienen im Selfpublishing Verlag – Books on Demand (BoD) und kostet 14,99 Euro. Erhältlich ist es dort, so-wie bei gängigen Online Portalen in gedruckter Form und als eBook. Ebenso ist der Band in jedem Buchhandel vor Ort zu bestellen.

Als sich für die Erzieherin dann 1990 die Chance bot, als pädagogische Beraterin nach Äthiopien zu gehen, zögerte sie nicht lange. Nach ihrem „Traumland“ folgte in Ghana ein Aufenthalt, der mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung als Albtraum vorzeitig endete. Maria Reddig musste schweren Herzens mit Einsätzen in Afrika endgültig abschließen. Dennoch wollte sie weiterhin im Ausland als Beraterin arbeiten. Es folgten Tätigkeiten als pädagogische Beraterin in Nordzypern, in Jordanien oder Albanien.

Sieben Jahre in Afrika im Einsatz

Insgesamt sieben Jahre lang war Maria Reddig in armen oder von Kriegen zerrütteten Regionen im Einsatz, ehe sie mit ihrem Sohn in Rodenbach ein neues Zuhause fand. Nach 17 Jahren in der Kita „Tausendfüßler“ wurde die Kita-Leiterin vor drei Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Eine gute Gelegenheit für die agile Seniorin, ihre Reisesehnsucht wieder aufleben zu lassen, bietet der Senioren Experten Service (SES).

Für die Stiftung der deutschen Wirtschaft übernimmt Maria Reddig nun wieder Aufgaben in aller Welt. Die Covid-19-Pandemie hat auch der Rodenbacherin eine Reisepause aufgezwungen, die sie dennoch konstruktiv nutzen konnte. Endlich war Zeit, das ‚Afrika-Manuskript’ zu überarbeiten und zur Druck-reife zu bringen. „So konnte ich zumindest vom Reisen träumen“, sagte die Autorin und blickte ein wenig sehnsuchtsvoll über ihren Garten hinweg in die Ferne. Sie wünsche sich, dass ihr Buch, gerade in der aktuellen Zeit, wieder Lust auf Abenteuer und Reisen wecke, so Maria Reddig. Es ist ein kurzweiliges und packendes Buch für alle Leserinnen und Leser, die Interesse haben an anderen Kulturen und am afrikanischen Kontinent.

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