Im Rodenbacher Medientreff

Bienenfutter aus dem Automaten: Projekt zur biologischen Vielfalt in Rodenbach startet

Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Bürgermeister Klaus Schejna zeigen, wie das Futter aus dem Automaten kommt, Medientreff-Leiterin Laura Jacob und Hauptamtsleiter Udo Vitt schauen interessiert zu.
+
Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Bürgermeister Klaus Schejna zeigen, wie das Futter aus dem Automaten kommt, Medientreff-Leiterin Laura Jacob und Hauptamtsleiter Udo Vitt schauen interessiert zu.

Knallgelb und nicht zu übersehen ist er, der erste Bienenfutterautomat im Main-Kinzig-Kreis. Zu finden ist er im Foyer des Medientreffs, der Rodenbacher Gemeindebücherei. Und da stehe er auch richtig, wie Bürgermeister Klaus Schejna (SPD) und Udo Vitt, der Leiter des Hauptamts der Gemeinde, bei der Präsentation der Novität betonen.

Rodenbach - Der Bienenfutterautomat ist ein weiterer Baustein im Rahmen verschiedener Projekte und Kampagnen von Stadt und Kreis zur Biodiversität (biologischen Vielfalt). Er soll auf das Thema hinweisen und im besten Fall dafür begeistern. Die Chancen dafür stehen gut, denn der wiederaufbereitete Kaugummiautomat verspricht „Spiel, Spaß und Spannung“, wie es Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (SPD) formuliert.

Auch sie ist von dem einfachen Konzept des Projekts überzeugt: „Das wird sicher nicht der letzte Automat sein“, ist Simmler überzeugt. Rodenbach habe etwas ins Rollen gebracht. Die Saatgutkapseln seien ein sehr niederschwelliges Angebot, das vor allem Kinder und Jugendliche anspreche.

Saatmischungen für 50 Cent

Für 50 Cent erhält man eine kleine Kapsel, die mit jahreszeitlich unterschiedlichen Saatmischungen gefüllt ist. Die Krokuszwiebel lässt sich aktuell pflanzen. Die Saatmischung, die im Frühjahr gesät werden kann, reicht für einen Balkonkasten oder Blumentopf. Jeder kann laut Simmler und Schejna mitmachen.

„Jeder kann einen Beitrag leisten, blühende Pflanzen und Insekten zu fördern. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Kapseln werden neue Samen gekauft“, so der Rathauschef. Für die Rücknahme der kleinen Kunststoffbehälter haben die Verantwortlichen einen postgelben Briefkasten aufgehängt.

Bewusstsein für Insekten soll gefördert werden

Schejna und Vitt sind parallel auf das Projekt Bienenfutterautomat aufmerksam geworden und waren sich schnell einig, dass „dieses unkomplizierte einfache Angebot sehr gut in den Rahmen bisheriger Aktivitäten passen“ würde. Das Umweltbüro Rodenbach, der Kreis und der Landschaftspflegeverband (LPV) hätten vielfach ein Bewusstsein für die Insekten geschaffen.

Susanne Simmler präsentiert die Samenkapseln, die man einpflanzen kann, um den Bienen Nahrung anzubieten.

Der gut sichtbare Standort des ersten Bienenfutterautomats im Main-Kinzig-Kreis begeistert auch Susanne Simmler. Der Automat ist eingebettet in Plakate, Broschüren und Bücher zum Thema, sorgfältig präsentiert und ausgewählt von Medientreff-Leiterin Laura Jacob. Außerdem ist der Automat mobil, auf einer rollbaren Stellwand angebracht, und kann für Fortbildungen im Medientreff genutzt werden.

Kinder und Jugendliche für Naturschutz begeistern

Zudem soll der Bienenfutterautomat auf Veranstaltungen wie dem Umweltfest für Insektenvielfalt werben. Über die positiv besetzte Biene sollen vor allem Kinder und Jugendliche den Einstieg in die ökologischen Zusammenhänge finden und sich für den Naturschutz begeistern. Doch wer bereits etwas für die Bienen tut, hilft zu-gleich auch anderen Insekten, die nicht so schnell ins Herz geschlossen werden.

Bislang haben im Main-Kinzig-Kreis vor allem die Mitarbeiter der Bauhöfe die Kampagne „Hessen blüht“ im Rahmen der Biodiversitätsstrategie des Landes, umgesetzt. Das Projekt, das der LPV Main-Kinzig-Kreis in Zusammenarbeit mit dem Kreis durchgeführt hat, wurde 2019 abgeschlossen.

Projekt läuft noch bis 2025

Das Nachfolgeprojekt „Main.Kinzig.Blüht.Netz“ im Bundesprogramm ‚Biologische Vielfalt’ startete im vergangenen Juli und soll bis 2025 fortgeführt werden. Ziel ist eine weitere Vernetzung der für Insekten ökologisch wertvollen Flächen und deren Ausweitung auf die außerörtliche Umgebung. Angesprochen werden Landwirte und Eigentümer öffentlicher Liegenschaften, wie die Deutesche Bahn Netz AG oder Hessen mobil, so der Verband.

Weitere Informationen

Nähere Informationen zum Bienenfutterautomat gibt es direkt vor Ort im Medientreff, Kirchstraße 9a in Niederrodenbach, unter Telefon 06184 53844.

Parallel dazu sollen interessierte Ehrenamtliche und Umweltbeauftragte der Gemeinden zu „Blühbotschafterinnen und Blühbotschaftern für die Insektenvielfalt“ ausgebildet werden, die sich über den Förderzeitraum hinaus bei Kommunen und der Öffentlichkeit für wildere Flächen für die Insektenvielfalt im Landkreis einsetzen, so der LPV.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare