Seit 2002 im Amt

Bürgermeisterwahl Rodenbach: Keine Spur von Amtsmüdigkeit bei Klaus Schejna (SPD)

Sieht seinen Beruf als Rodenbacher Bürgermeister als Berufung an: Klaus Schejna (rechts) im Gespräch mit HA-Redakteur Lars-Erik Gerth.
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Sieht seinen Beruf als Rodenbacher Bürgermeister als Berufung an: Klaus Schejna (rechts) im Gespräch mit HA-Redakteur Lars-Erik Gerth.

Am 1. November wird in Rodenbach der Bürgermeister gewählt. Amtsinhaber Klaus Schejna (SPD) wird von Marina Lehmann (Grüne) und Thorsten Zillinger (parteilos) herausgefordert. Wir haben mit Schejna gesprochen.

Rodenbach – Den sonst üblichen Wahlkampf mit vielen Veranstaltungen und Wahlständen vermisst Klaus Schejna (SPD) schon sehr, denn die direkte Begegnung mit „seinen“ Rodenbacherinnen und Rodenbachern ist dem seit 2002 amtierenden Bürgermeister ausgesprochen wichtig. Nicht umsonst beantwortet er die Frage, warum er für eine vierte Amtszeit kandidiert, mit dem Satz „Rodenbach ist mein Hobby“. Er sieht sein Amt als Berufung an und möchte seine Heimatgemeinde auch in den kommenden sechs Jahren weiter voranbringen.

Aber die seit Mitte März alles bestimmende Corona-Pandemie hat nicht nur für die Verlegung der Bürgermeisterwahl vom 10. Mai auf den 1. November gesorgt, sondern beeinträchtigt mit nun wieder steil nach oben gehenden Infektionszahlen auch die letzten zwei Wochen des Wahlkampfs.

Schejna setzt sich für bezahlbaren Wohnraum ein

Trotz der Corona-Krise, die auch in der täglichen Arbeit des Rathauschefs viel Zeit in Anspruch nimmt, hat er die anderen für Rodenbach wichtigen Themen stets im Blick. Da ist zunächst einmal das Neubaugebiet „Südlich der Adolf-Reichwein-Straße“, das nach jahrelanger Vorarbeit nun sukzessive umgesetzt wird.

„Dort werden wir am Ende rund 1000 neue Einwohner begrüßen dürfen, wobei uns als Gemeinde der Aspekt der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sehr wichtig ist. Das gilt insbesondere auch für ein Projekt des sozialen Wohnungsbaus in der Alzenauer Straße, wo gerade der Spatenstich für ein Mehrfamilienhaus erfolgt ist“, weist der 52-Jährige auf einen wichtigen Aspekt der Stadtentwicklung hin.

Bei der Planung für das Neubaugebiet an der Reichweinstraße spiele auch der ökologische Aspekt laut SPD-Kandidat „eine wichtige Rolle, wird es dort doch zwei große Grünachsen geben“. Damit weist Schejna die Kritik einer Bürgerinitiative zurück, die das Projekt als einen unverzeihlichen Eingriff in die Natur ansieht.

Ärzteversorgung in Rodenbach ein großes Thema

Zudem erhofft sich der SPD-Bürgermeisterkandidat durch das Großprojekt die Lösung eines anderen Problems, nämlich der auch in Rodenbach immer dünner werdenden Ärzteversorgung. Im Ortsteil Oberrodenbach hatte beispielsweise Ende 2019 der einzige Hausarzt für immer seine Türen geschlossen, ohne dass sich bis heute ein Nachfolger gefunden hätte.

„Im Neubaugebiet an der Adolf-Reichwein-Straße planen wir auch ein Ärztehaus. Damit wollen wir langfristig die Versorgung in diesem wichtigen Bereich sichern und eventuell sogar mit der Ansiedlung von in Rodenbach noch nicht vorhandenen Fachärzte ausbauen“, verdeutlicht der amtierende Rathauschef nochmals die Wichtigkeit des Projekts im Süden Niederrodenbachs.

Rodenbach soll für jüngere Familien attraktiver werden

Ein wichtiger Punkt, um Rodenbach noch attraktiver insbesondere für jüngere Familien zu machen, ist für den Sozialdemokraten das „RoBBe“-Familienzentrum, das in den kommenden Jahren auf dem Areal des ehemaligen evangelischen Gemeindezentrums und der daneben befindlichen Kita Buchbergstraße entstehen wird. Aber das Vorhaben sei auch als Begegnungsstätte für alle Generationen gedacht, da im Familienzentrum ebenso Vereins- und Tagungsräume, ein Seniorentreff, ein Café sowie Raum für kulturelle Veranstaltungen vorgesehen sind.

„Dieses Projekt liegt mir besonders am Herzen und ich würde es als Bürgermeister gerne auch in den kommenden Jahren begleiten“, so der Diplom-Verwaltungswirt, der nach aktuellem Planungsstand mit der Eröffnung der „Rodenbacher Bildungs- und Begegnungsstätte“ im Jahr 2023 rechnet.

Ein-Euro-Ticket und barrierefreier Bahnhof verbessern die Infrastruktur

Zur Verbesserung der Infrastruktur zählt Schejna auch die Einführung des Ein-Euro-Tickets für den innerörtlichen Busverkehr und den barrierefreien Umbau des Bahnhofs inklusive einer Unterführung für Fußgänger. „Wir haben lange dafür gekämpft, dass unser Bahnhof endlich barrierefrei wird und dafür viele Gespräche mit Bundes- und Landesregierung beziehungsweise Deutscher Bahn geführt“, verdeutlicht der passionierte Handballer und leidenschaftliche Anhänger der Frankfurter Eintracht, dass es mitunter eines langen Amtes bedürfe, um etwas für seine Gemeinde zu erreichen.

Wichtig ist ihm diesbezüglich auch der gute Draht zu den Verantwortlichen im Main-Kinzig-Kreis, den er sich auch durch seine Arbeit im Kreistag erarbeitet hat, dem er seit 2011 angehört. „Ein gutes Netzwerk ist schon hilfreich, um etwas für seine Gemeinde erreichen zu können“, so Schejna, der dieses Netzwerk nur zu gerne in den kommenden sechs Jahren weiter als Rodenbacher Bürgermeister nutzen möchte. Besonders freuen würde dies sicher seine Frau Monika, die „mich seit vielen Jahren so großartig unterstützt. Dafür bin ich sehr dankbar“.

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