Der bislang unbekannte Kandidat

Bürgermeisterwahl Rodenbach: Thorsten Zillinger (parteilos) verzichtet bewusst auf große Wahlwerbung

Möchte als parteiloser Bewerber den Rodenbacher Wählern eine Alternative zu den Bürgermeisterkandidaten von SPD und Grünen bieten: Thorsten Zillinger (links) im Gespräch mit HA-Redakteur Lars-Erik Gerth.
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Möchte als parteiloser Bewerber den Rodenbacher Wählern eine Alternative zu den Bürgermeisterkandidaten von SPD und Grünen bieten: Thorsten Zillinger (links) im Gespräch mit HA-Redakteur Lars-Erik Gerth.

Rodenbach –Am 1. November wird in Rodenbach der Bürgermeister gewählt. Neben Amtsinaher Klaus Schejna (SPD) und Marina Lehmann (Grüne) steht auch Thorsten Zillinger (SPD) zur Wahl.

Wer derzeit durch die Straßen von Ober-oder Niederrodenbach geht, der sieht abwechselnd die Wahlplakate von Klaus Schejna (SPD) und Marina Lehmann (Grüne). An mancher Straßenlaterne hängen sogar die Konterfeis beider Kandidaten.

Dass es daneben noch einen dritten Bewerber um das Amt des Bürgermeisters der 11 500-Einwohner-Gemeinde gibt, dürfte selbst vielen Rodenbachern, die sich intensiv mit der Politik vor Ort beschäftigen, kaum bekannt sein. Denn der am 25. Oktober 29 Jahre alt werdende Thorsten Zillinger ist bisher weder an Wahlkampfständen in Erscheinung getreten noch auf Plakaten zu sehen. Und es brauchte auch geraume Zeit, bis nach einer Reihe von Telefonaten und elektronischen Nachrichten das Gespräch mit ihm im HA-Verlagsgebäude tatsächlich zustande kam.

Parteilos und unabhängig: Kandidat plant keine Wahlplakate

„Geld für größere Wahlwerbung besitze ich nicht. Ich habe als Parteiloser keinen Parteiapparat mit entsprechenden finanziellen Möglichkeiten hinter mir. Ich plane aber noch einen Flyer, Plakate wird es aber nicht geben“, so Zillinger. Es seien zwar Personen an ihn herangetreten, die ihm finanzielle Unterstützung angeboten haben.

„Das habe ich aber abgelehnt. Ich will bewusst als unabhängiger Kandidat, auf den niemand Einfluss nimmt, weil er ihm Geld für den Wahlkampf gibt, in diese Bürgermeisterwahl gehen“, erklärte Zillinger zu seinem Selbstverständnis als Bürgermeisterkandidat. So möchte er gerade jene ansprechen, die sich von den Parteien abgewendet haben.

Bürgermeisterwahl Rodenbach: Kandidat konzentriert sich auf Haustürwahlkampf

Der studierte Architekt will sich in den noch ausstehenden zwei Wochen bis zum Urnengang am 1. November auf den Haustürwahlkampf konzentrieren, um sich bei den Rodenbachern bekannter zu machen und auch deren Sorgen und Nöte näher kennenzulernen. „Damit habe ich auch schon begonnen und einige interessante Gespräche geführt“, so der Kandidat, der sich gegen Gerüchte verwahrt, dass er etwas mit der AfD zu tun habe. Viel mehr könne er sich mit manchen Ansichten der Grünen identifizieren.

„Ich bin in Oberodenbach aufgewachsen, wo ich heute noch lebe. Da ist viel Natur und die sollten wir auch bewahren. Mein Motto lautet entsprechend: Natur soll am höchsten stehen“, so Zillinger, der – bis Ende 2019 – fünf Jahre lang Mitglied der Rodenbacher SPD und zeitweise als Beisitzer auch Mitglied des erweiterten Vorstands gewesen ist. Doch habe man in der Partei nichts bewegen können, seien die Strukturen dort seit Jahren zu festgefahren.

Kandidat will sich für sozialen Wohnungsbau einsetzen

Als Architekt liege ihm die städtebauliche Entwicklung seiner Heimatgemeinde besonders am Herzen. „Und da läuft einiges in die falsche Richtung. Zum Beispiel wird in Rodenbach zu wenig für den sozialen Wohnungsbau getan.“ Das sehe er jetzt auch bei dem geplanten Neubaugebiet „Südlich der Adolf-Reichwein-Straße“. „Ich würde ein solches Projekt mit der Vorgabe je ein Drittel Wohnraum für Vermieter, Mieter und sozialen Wohnungsbau entwickeln“, so Zillingers Vorstellung für das zuletzt beherrschende Rodenbacher Thema.

Ein zweiter wichtiger Punkt, für den er sich als Bürgermeister einsetzen möchte, ist die Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere der Nahversorgung in Oberrodenbach, die seit geraumer Zeit nur noch aus einem Bäcker besteht. „Da würde ich mich auf jeden Fall dafür einsetzen, neue Geschäfte anzusiedeln. Außerdem muss der Öffentliche Nahverkehr unbedingt verbessert werden. So gibt es beispielsweise keine direkte Busverbindung von Oberrodenbach nach Langenselbold.“

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