Wie grün soll Rodenbach werden?

Erste Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses: Grüne beantragen Baumpflanzungen

Der neu gewählte Vorstand des Umweltausschusses: Elisabeth Schneider, Dr. Partick Weber, Daniel Bernhardt (Vorsitzender) und Jan Lukas (von links).
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Der neu gewählte Vorstand des Umweltausschusses: Elisabeth Schneider, Dr. Partick Weber, Daniel Bernhardt (Vorsitzender) und Jan Lukas (von links).

Bevor der Umwelt- und Verkehrsausschuss am Montagabend in die inhaltliche Arbeit einsteigen konnte, stand die Wahl der Vorsitzenden und Schriftführer auf der der Tagesordnung. Die Wahl des Vorsitzenden zu Beginn der konstituierenden Sitzung ging zügig und einhellig vonstatten. Per Akklamation wurde Daniel Bernhardt (FDP) von allen Mitgliedern gewählt. Dieser übernahm die Leitung von Walter Geppert (SPD), der als Ortsvorsitzender zur ersten Sitzung eingeladen hatte.

Rodenbach – In geheimer Abstimmung wurde zum ersten Stellvertreter Jan Lukas (SPD) mit vier Stimmen und mit je zwei Stimmen Elisabeth Schneider (Bündnis 90/Die Grünen) zur zweiten Stellvertreterin sowie Dr. Patrick Weber (CDU) zum dritter Stellvertreter gewählt. Zwischen Schneider und Weber wurde die Reihenfolge gelost. Als Schriftführer wurden die Vorschläge des Gemeindevorstands von allen Ausschussmitgliedern bestätigt: Gido Puhl (Amtsleiter), Susanne Pelzl-Hohmann, Nicole Grimm und Silke Fees.

Mehr Bäume sollen gepflanzt werden

Unter Punkt vier und fünf der Tagesordnung stellte Elisabeth Schneider den Prüfungsantrag der Grünen vor. Geprüft werden soll die Anpflanzung von Bäumen an der Kreuzung Platanenring / In der Gartel. Schneider erläuterte, dass an dieser Stelle früher acht Platanen gepflanzt worden waren, von denen noch ein einziger übrig geblieben sei, der vermutlich ebenfalls abgängig ist. Die Fraktion der Grünen bittet daher die Gemeinde, die Eigentumsverhältnisse und rechtliche Vorgaben (B-Plan, Stellplatzverordnung) zu überprüfen. In diese Richtung weist auch der zweite Prüfungsantrag der Grünen-Fraktion: „Der Gemeindevorstand wird beauftragt, prüfen zu lassen, wo überall auf gemeindeeigenen Flächen zusätzliche Bäume gepflanzt werden können und welche Arten hier optimal sind, damit sie dem Klimawandel standhalten können.“

Bürgermeister Klaus Schejna (SPD) bestätigte, dass am Platanenring zu Beginn der 1990er Jahre Bäume gefällt worden seien. Baumwurzeln hätten den Bürgersteig angehoben. Das Areal sei in Privatbesitz, so Schejna weiter, er werde mit dem Eigentümer gerne Kontakt aufnehmen und ihm das Anliegen vortragen. Seiner Ansicht nach müsste die Pflanzung von Bäumen hier freiwillig geschehen. Dennoch werde man die damals gültige Stellplatzverordnung und den B-Plan durchsehen. Der Antrag der Grünen bleibt zunächst im Ausschuss.

Früher standen hier mehr Bäume. Das Areal ist jedoch in Privatbesitz und der Eigentümer kann nur von der Gemeinde gebeten werden, mehr Bäume zu pflanzen.

Laub könnte zu Konflikten führen

Dem Anschluss-Antrag an die Verwaltung, geeignete gemeindeeigenen Grundstücke für Baumpflanzungen vorzuschlagen, stimmten alle Fraktionen zu. Bäume, so die Begründung, verschönern das Straßenbild, sie wirken wohltuend, filtern Feinstaub und wirken kühlend. Der Antrag fand die Zustimmung aller Ausschussmitglieder, trotz der mahnenden Worte von Bürgermeister Schejna. Zu Beginn fänden Anwohner die Bäume „ganz süß“, die Konflikte kämen später, so der Bürgermeister. Wenn die Bäume größer würden und viel Laub auf Gehwegen und in Vorgärten anfalle, würden sich die Beschwerden in der Verwaltung häufen: „Wann kommt der Bauhof und holt das ab?“

Bürger müssten unterstützen

Eine Akzeptanz bei den Bürger zu erreichen sei schwierig. In einer Straße seien die Spitzen gekappt worden, damit die Bäume nicht höher werden. Ohne die Unterstützung der Bürger gehe es also nicht, viele helfen mit, aber eben nicht alle.

Die Mitarbeiter des Bauhofes könnten im Sommer nicht überall gleichzeitig sein, Rasenflächen in den Kitas mähen und Bäume gießen. Die Gemeinde habe bereits Wassersäcke angeschafft, um Bäume über trockene Perioden zu bringen. Baumpflanzungen seien mit einem großen Aufwand verbunden, man müsse die Erde austauschen und große Baumscheiben anlegen. Vor allem müssen die Bäume gepflegt werden. In Rodenbach werde ein Baumkataster geführt, man kenne jeden einzelnen Baum, so Schejna.

Rodenbach stets um Baumbestand bemüht

Erst vor Kurzem seien auf dem Spielplatz „In den Steinäckern“ 17 Bäume gepflanzt worden, ein weiterer Beleg, dass man sich in Rodenbach um den Baumbestand sehr bemühe. Dennoch wird die Verwaltung nun weitere Flächen vorschlagen, das Thema Bäume wird vermutlich nicht nur die Rodenbacher Gremien noch länger beschäftigen, sondern auch die Bürger der Gemeinde. (Von Ulrike Pongratz)

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