Gemeinde plant Bildungs- und Begegnugsstätte - Projektname: RoBBE

Zukunftsprojekt vorgestellt: Bürgermeister Klaus Schejna vor dem evangelischen Gemeindezentrum. Fotos: Häsler

Rodenbach. Das Projekt nennt sich RoBBE und es nimmt Formen an: Hierbei geht es nicht um die grauen Meeressäuger. Der Begriff steht vielmehr für „Bildungs- und Begegnungsstätte Rodenbach“. Die Baukosten werden auf 4,5 Millionen Euro veranschlagt.

Von Reinhard Breyer

Wenn Bürgermeister Klaus Schejna aus seinem Büro blickt, wird er stets an sein Lieblingsprojekt erinnert: Dort soll RoBBE einmal wachsen und gedeihen. Schejna schwebt ein lebendiger Treffpunkt vor. „Das wird ein ganz spannendes Kapitel“, sagt er bei der Präsentation für unsere Zeitung. Hier könne weiteres ehrenamtliches Potenzial gehoben werden.

Direkt neben dem Rathaus befindet sich die kommunale Kita Buchbergstraße, dem schließt sich als nächstes Grundstück das evangelische Gemeindezentrum an. Beides sind Bauten aus den 70er Jahren. Sie sind in die Jahre gekommen. Beide sind stark sanierungsbedürftig. Da stellte sich für die Gemeinde zunächst die Kernfrage: die Kita noch sanieren oder abreißen und neu bauen?

Hohe Kosten für Instandsetzung des alten GebäudesDie Entscheidung ist längst gefallen. Energetische Aufrüstung, neue Heizungsanlage, neue Fenster und Versorgungsleitungen hätten einen siebenstelligen Betrag verschlungen. Alles entspricht nicht mehr den heutigen Standards. So fehlt beispielsweise ein Personalraum.

Im Rathaus reifte deshalb der Gedanke, gleich zum großen Wurf anzusetzen. Bereits vor sieben Jahren nahm das Projekt Gestalt an: Bildung, Betreuung und Begegnung unter einem Dach zu vereinen. Deshalb nahm die Kommune Verhandlungen mit der evangelischen Gemeinde auf. Nach recht langwierigen Verhandlungen sind sich die Evangelische Landeskirche von Kurhessen-Waldeck als Grundstückseigentümer und das Rathaus nun weitgehend einig geworden.

Die Gemeindevertretung hat kürzlich einstimmig dem Erwerb des 2400 Quadratmeter großen Grundstücks Buchbergstraße 6 beschlossen. Das Areal des Pfarrhauses ist in den Verhandlungen ausgeklammert. Es wird aus dem Gesamtareal herausgelöst und nicht tangiert.

Immobilie nur für Gemeinbedarf gedachtDer Kaufpreis für die Immobilie beträgt 303 000 Euro. Die Gemeinde verpflichtet sich per Vertrag, das Grundstück als Gemeinbedarfsfläche zu nutzen. Eine Verwertung für Wohnbau ist damit klipp und klar ausgeschlossen. Der Kirchenvorstand hat nach reiflicher Überlegung dafür gestimmt, sich von der Immobilie zu trennen. Für die Kirchengemeinde zeichnete sich seit Längerem ab, dass sie sich auf Dauer nicht zwei Gemeindehäuser leisten könne. Pfarrer Heinrich Schwarz: „Mit der Gemeindearbeit im Gemeindehaus Gartenstraße wollen wir künftig näher an unsere Kirche rücken.“

Nach bisherigen Plänen wird das Gemeindezentrum an der Buchbergstraße voraussichtlich noch bis Jahresende genutzt. Dort finden Gruppentreffen und Veranstaltungen statt. Dann stehe das Gebäude der Gartenstraße zur Verfügung, in dem bis vor ein paar Monaten die Diakoniestation untergebracht war. Doch auch an diesem Bau hat der Zahn der Zeit genagt. In den kommenden ein bis zwei Jahren werde sich zeigen, ob es von Grund auf saniert werde oder einem Neubau weicht.

Der StufenplanUnd so sieht der Stufenplan für RoBBE aus: Stimmt auch das Landeskirchenamt in Kassel – die letzte Hürde – zu, so wird das Gemeindezentrum Buchbergstraße Anfang 2019 abgerissen werden. An dieser Stelle soll der Ersatzbau für die Kita entstehen. Nach deren Fertigstellung soll das als zweiter Bauabschnitt der weitere RoBBE-Baustein realisiert werden. Für die Umsetzung des Projekts ist ein Architektenwettbewerb vorgesehen.

Die Anlaufkosten sind im Investitionsplan abgebildet. Für Planungskosten und Abbruch sind 700 000 Euro veranschlagt. Die Baukosten belaufen sich auf etwa vier Millionen Euro. Dies sei darstellbar und machbar, meint der SPD-Mann Schejna, zumal allein die Kita-Sanierung einen Millionenbetrag verschlungen hätte. Die Gemeinde steht auf der Warteliste des Förderprogramms „Soziale Infrastruktur im Quartier“ und macht sich Hoffnungen auf öffentliche Zuwendungen.

Bevor der erste Stein bewegt wird, ist jedoch eine Fülle von Details zu klären. Dazu gehört auch die Frage, ob es künftig noch Sinn macht, den RoSentreff der Senioren an der Hauptstraße aufrechtzuerhalten. Denn Doppelstrukturen wird sich die Gemeinde kaum leisten wollen.

Quelle: Hanauer Anzeiger

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare