Rodenbach

Johann-Strauß-Orchester begeistert Rodenbachhalle

Amüsant ins neue Jahr: Der Kopfputz krönt das Können der Musiker. Foto: Andrea Pauly

Rodenbach. „Von allem etwas – von allen das Beste“: So lautete der Titel des diesjährigen Neujahrskonzertes des Johann-Strauß-Orchesters Frankfurt in der ausverkauften Rodenbachhalle, das wie in jedem Jahr für Begeisterungsstürme sorgte.

Von Andrea Pauly

Besser konnte man das neue Jahr 2019 nicht begrüßen – darin waren sich wohl die rund 350 Besucher dieser traditionellen Veranstaltung in Niederrodenbach einig. Denn am Ende zollten die Gäste mit tosendem Applaus und stehenden Ovationen ihren Respekt für die Darbietung des Orchesters und dessen temperamentvollen Dirigenten Witolf Werner. Auch die junge Solistin Gunda Baumgärtner erhielt nicht nur für ihren bezaubernden Sopran, sondern auch für ihre gewitzte mimisch-gestische Darstellung einen Extra-Beifall.

Bereits seit mehr als 25 Jahren veranstaltet die Kultur-Initiative Rodenbach unter anderem die gerne frequentierten Neujahrskonzerte mit wechselnden Ensembles auf hohem künstlerischen Niveau, für deren Verpflichtung sich Kulturpreisträger und Schöpfer der Sommerlichen Musiktage Hof Trages, Helmuth Smola, engagiert. Aus Instrumentalisten der Klangkörper des Hessischen Rundfunks und der Opernhäuser Frankfurt am Main, Darmstadt und Wiesbaden setzt sich das 1986 von Günther Gräf gegründete Johann-Strauß-Orchester Frankfurt vorwiegend zusammen. Durch ihre große musikalische Flexibilität sind die Orchestermitglieder in der Lage, ganz unterschiedliche Konzerte zu gestalten, wie zum Beispiel seinerzeit ein vom Fernsehen übertragenes Konzert gemeinsam mit Udo Jürgens und zwei Konzerttourneen nach Seoul/Korea.

Anekdoten und Geschichten lockern Programm auf

Der aus rund 30 Mitwirkenden bestehende Klangkörper stellte dieses Jahr nicht nur seinen Namensgeber in den Vordergrund, auch Werke anderer Komponisten, wie Franz Lehár, Emmerich Kálmán und Leonard Bernstein, waren zu hören, die meisten wohl bekannte Stücke voller Rhythmus und melodiöser Strahlkraft. Bürgermeister Klaus Schejna begrüßte die Gäste mit einem kurzen Rück- und Vorausblick. Er betonte neben wichtigen umweltpolitischen Entscheidungen und einem Blick auf die weltpolitische Lage die Bedeutung des Dialogs und Interessenausgleichs in der Kommune, auch in Anbetracht der neuen Projekte, die in diesem Jahr anstehen – vom Neubau einer Kita über die Gestaltung eines Familienzentrums bis hin zur Entwicklung eines Wohngebietes mit Ärztezentrum und Einkaufsmöglichkeit sowie eines Gewerbegebietes.

Nach dem Auftakt mit der Ouvertüre der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß führte Dirigent Witolf Werner, der auch Leiter des Akademischen Symphonieorchesters Wien ist, mit unterhaltsamen kleinen Geschichten und Anekdoten durch das Programm und verband dies mit gewitzten Anspielungen und Seitenhieben auf Politik und Weltgeschehen im vergangenen Jahr. Den „Gold und Silber“-Walzer von Franz Lehar und „Berliner Luft“ sowie die Ouvertüre zur Operette „Frau Luna“ von Paul Lincke brachte das Orchester ebenso zu Gehör wie Medleys aus „Maske in Blau“ und „Mary Poppins“. Auch Sopranistin Gunda Baumgärtner nahm ihre Zuhörer für sich ein – mit Stimme und Charme – unter anderem mit Melodien aus der „Csardasfürstin“, „Westside-Story“ und „Evita“. Zu den vom Publikum geforderten Zugaben gehörte natürlich der mitreißende Radetzkymarsch, ohne den selten ein Neujahrskonzert beendet wird – Orchestermitglieder und Dirigent gaben dem Stück eine amüsante Note, indem sie dieses mit bunt glitzernden Prinzessinnendiademen interpretierten.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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