Schreiben aus Leidenschaft

„Liebe zu Büchern vom Opa geerbt“ - Simone Kauck aus Rodenbach steht in der Endrunde eines Literaturpreises

Nominiert: Simone Kauck hat es mit ihrem historischen Roman „Vetitum – Die Braut“ in die engere Auswahl des Skoutz Awards geschafft.
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Nominiert: Simone Kauck hat es mit ihrem historischen Roman „Vetitum – Die Braut“ in die engere Auswahl des Skoutz Awards geschafft.

Rodenbach – Der aktuelle Roman von Simone Kauck hat es beim Skoutz Award unter die Top Ten geschafft und damit durchaus Chancen auf das Finale und den goldenen „Skoutz“ – das letzte Votum bei diesem Literaturpreis haben die Leser.

Sie sei selbst sehr überrascht gewesen, so Kauck, dass es sich so spannend entwickeln würde. Ihr aktueller Roman „Vetitum – Die Braut“ hat es aus über 300 Einsendungen in die engere Auswahl des Skoutz Award geschafft.

Für Kauck, die mit „Vetitum“ im November ihren siebten Roman veröffentlicht hat, ist dies eine weitere Anerkennung und Bestätigung als Schriftstellerin. Bereits ihr erster Titel „Roana“ von 2013 verkaufte sich „gigantisch gut“.

Noch könne sie nicht vom Schreiben leben, sagt sie, vor allem die Pandemie habe ihr dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Es findet ja nichts statt, keine Buchmessen, Lesungen oder ähnliche Veranstaltungen.“Derzeit verkauft die Autorin ihre Romane im Onlinehandel – und stößt hier auf immer mehr Fans, wie die offenen Bewertungen verraten.

Seit der ersten Klasse faszi-nieren Kauck Geschichten. „Ich habe die Liebe zu Büchern von meinem Opa geerbt“, erzählt sie. „Wie ich war er ein Bücherfresser. Ich sehe ihn noch in seinem Lesesessel sitzen, in Weste mit Lederflicken am Ellbogen, immer mit einem Buch in der Hand. Er hat alles gelesen, was er im Schreibwarenladen ausleihen konnte.“

Die Enkelin von Ferdinand Brüning liest nicht nur und begeistert sich für Sagen und Legenden ihrer Heimatregion Ortenberg, sie erfindet selbst Geschichten und schreibt sie auf – zunächst viele Jahre lang für die Schublade.

Anregungen findet sie in den vielen historischen Bauwerken und Ruinen aus der Stauferzeit. Das Schreiben hat Kauck über Ausbildungszeit und Beruf nicht losgelassen. Irgendwann, so erzählt sie, wollte es richtig lernen. Sie bildete sich in Fernkursen und Workshops weiter, probierte verschiedene Genres aus. Letztlich war klar: Historische Romane sind ihre Leidenschaft.

Die 54-Jährige arbeitet tags-über als ausgebildete Floris-tin. Nach Stationen in Mün-chen, Stuttgart und Bremen. ist sie in einem Gartencenter in Rodenbach tätig. Auch deshalb lässt die Autorin gerne mittelalterliche Kräuterfrauen und Blumenliebhaberinnen in ihren Erzählungen eine Rolle spielen.

Am Wochenende, im Urlaub, eigentlich in jeder freien Minute, taucht die sie als Máire Brüning – so ihr Pseudonym – in die Welt des Mittelalters ein. Sie vertieft sich in historische Quellen aus dem 12. und 13. Jahrhundert. „Dann heißt es lesen, lesen, lesen, bis es zu den Ohren wieder ‘rauskommt“, sagt Kauck lachend.

Den Fernseher hat sie abgeschafft. Voraussichtlich im November wird „Der Sommer der Skorpione“ erscheinen. Schauplatz ist dann das Verona des 13, Jahrhunderts. Parallel laufen die Vorarbeiten zu Teil zwei: ‘Vetitum – Freunde und Feinde’. Die Recherche zu den Schauplätzen Venedig und Verona gleicht zum Teil der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen und bereiten der Autorin sehr viel Mühe. Das Venedig des 13. Jahrhunderts ist gut dokumentiert.

„Man kann mit Google Earth am Canale Grande spazieren gehen,“ sagt Kauck. „Die Dokumente über Verona allerdings liegen nur in Italienisch vor, ich müsste sie übersetzen lassen, das ist sehr aufwendig.“ Dorthin zu reisen macht wenig Sinn, in Verona ist derzeit ja alles geschlossen.

Für den ersten Band hatte Kauck die Originalschauplätze wie die Münzenburg, Schloss Büdingen oder den Glauberg vor der Haustüre. Ihre Geschichten leben von der Verschränkung von realen Ereignissen mit realen Personen und frei erfundener Handlung. So ist beispielweise eine kleine Schlacht zwischen Stauferkönig Konrad IV und seinem Gegenkönig Heinrich Raspe 1246 in Quellen belegt, aber genauere Angaben fehlen.

„Diese Lücken sind schön für meine Bücher, hier kann ich meine Geschichte erfinden.“ Den Schauplatz von ‘Vetitum – Die Braut’ hat die Erzählerin auf die Glouburg verlegt. Vetitum, ein ganz spezielles Verbot der Eheschließung im katholischen Kirchenrechts, ist Titel und Leitlinie des historischen Liebesromans.

Hierzu schreibt Anna Castronovo die Rezension: „Eine Geschichte voller Gefühl: Es geht um zwei Zwillingsbrüder und eine Frau, die der eine liebt, und der andere im Auftrag des Königs heiraten soll – das garantiert Drama und Romantik, Spannung und Tragik. Die Autorin versteht es, ihre Leser zu fesseln. Ihre Figuren sind sehr lebendig und liebenswert – selbst ihre Bösewichter haben einen gewissen Charme – und der leichte und flüssige Schreibstil lässt einen nur so über die Seiten fliegen!“

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