Feuerwehr rettet Hasen

Mehrfamilienhäuser sind nach Brand unbewohnbar

In Handarbeit wurde das Dach geöffnet, um das Feuer darunter zu löschen.
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In Handarbeit wurde das Dach geöffnet, um das Feuer darunter zu löschen.

Nach einem Brand in Rodenbach bringt die Gemeinde die Bewohner in Hotels unter. Ihre Häuser sind bis auf Weiteres unbewohnbar.

Rodenbach – Wenige Tage nach dem Dachstuhlbrand am Montagmittag (30.08.2021) am Südring in Niederrodenbach, ist die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr noch immer nicht beendet. „Wir sind weiterhin sehr beschäftigt“, berichtet Gemeindebrandinspektor René Hermann am Telefon unserer Zeitung.

Zusammen mit den Feuerwehren aus Langenselbold, Erlensee, Freigericht und Großkrotzenburg und mit Gerätschaften wie einer Drehleiter und Atemschutzausrüstung aus Hanau, Wächtersbach und Maintal sowie dem Rettungsdienst und einem Krandienst brachten die Einsatzkräfte den Brand der zwei zusammenhängenden Mehrfamilienhäuser unter Kontrolle und versorgten die obdachlosen Hausbewohner.

Nahe Hanau: Brand in Rodenbach – Dachdeckerarbeiten waren Brandursache

Bei Sanierungsarbeiten war das Flachdach in Brand geraten. Als die Rettungskräfte eintrafen, hatten die hohen Flammen bereits auf das Dach des zweiten Hauses übergegriffen. „Acht bis neun Bewohner standen im Hauseingang, als wir eintrafen. Da war die Situation akut, da Dachteile herunterstürzten“, erzählt Hermann. Diese wurden zunächst aus dem Gefahrenbereich in Sicherheit gebracht. Zahlreiche weitere Bewohner konnten zuvor eigenständig das Haus verlassen und wurden vom DRK und Gemeindemitarbeitern im Bürgerhaus betreut. Zwei Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht, konnten aber am gleichen Abend entlassen werden.

Da das Löschwasser die Flammen unter der Dachhaut nicht erreichen konnte, musste das Dach mit einer speziellen Rettungssäge teilweise geöffnet und durch die Öffnungen geflutet werden. Trotz aller Bemühungen standen letzten Endes circa 500 Quadratmeter Dachfläche in Flammen, heißt es im Bericht der Feuerwehr.

Der Schaden wird vorläufig auf über 200 000 Euro geschätzt. Laut Thomas Leipold, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen, ist die Brandursache unter Vorbehalt auf einen Fehler bei den Dachdeckerarbeiten zurückzuführen.

80 Einsatzkräfte bei Brand in Rodenbach nahe Hanau im Einsatz

Bis zu elfeinhalb Stunden waren die 80 Einsatzkräfte der Feuerwehren im Einsatz. Auch zwei tierischen Hausbewohnern wurde geholfen: „Zwei Hasen wurden aus einer stark verrauchten Wohnung gerettet. Wir waren im Kontakt mit einem Tierarzt, der uns dazu riet, sie vorerst mit Sauerstoff zu versorgen. Das hat der Rettungsdienst dann gemacht und die Hasen haben sich wieder aufgerappelt“, berichtet Hermann über den Erfolg.

„Um 4.30 Uhr sind wir mit vier Mann noch einmal zur Nachkontrolle mit einer Wärmebildkamera und konnten bestätigen, dass der Brand vollständig gelöscht war. Am Vormittag war ich dann mit der Kripo und dem Hauseigentümer vor Ort“, skizziert der Brandinspektor die letzten Tage. „Aktuell sind wir mit den Aufräumarbeiten und der Reinigung der Geräte beschäftigt.“ Auch die Brandschutzkleidung werde gerade gereinigt.

Im Moment habe man Ersatzkleidung und die Fahrzeuge mit Leihgeräten der Feuerwehr Hanau bestückt, die jedoch nach und nach wieder zurückgegeben werden könnten.

Große Hilfsbereitschaft nach Brand in Rodenbach bei Hanau

Da die Häuser bis auf Weiteres unbewohnbar sind, wurden privat und auch durch das Ordnungsamt und Bürgermeister Klaus Schejna, der ebenfalls vor Ort war, Unterkunftsmöglichkeiten organisiert.

Hermann hob lobend hervor, dass die Hilfsbereitschaft der umliegenden Anwohner sehr groß war. „Wir wurden spontan mit Essen und Getränken versorgt, und ein Anwohner stellte uns sein Gäste-WC zur Verfügung.“ (Patricia Reich)

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