Rodenbach

Neue Spielplätze für Rodenbach - Gemeinde setzt Konzept um

Start frei: In Rodenbach werden die Spielplätze umgestaltet. Das Abenteuer-Areal "In den Steinäckern" wird zum Mehrgenerationenplatz umgebaut. Foto: Torsten Kleinerüschkamp

Rodenbach. „Ich hab' auch ein Fahrrad." Der Junge schaut ziemlich stolz zu dem Mann hoch. Der Radler hat sein Treckingbike gerade am Niederrodenbacher Abenteuerspielplatz „In den Steinäckern“ abgestellt. Das Kind hält ein schickes, rotes Spielflugzeug in der Hand, das der Senior bewundern darf und es natürlich auch gerne tut.

Von Torsten Kleinerüschkamp

Der Bub im Kindergartenalter erstürmt nach so viel Bestätigung wieselflink ein Holzpodest, das ein Sandspielplatz in luftiger Höhe bietet. Er schleudert seinen roten Segler in die Luft. Nach einigen Pirouetten und der Landung sammelt der Mann den roten Flieger auf und reicht ihn wieder hoch auf die Startrampe. Schon jetzt kommen die Generationen hier prima miteinander in Kontakt. Aber der Abenteuerspielplatz, der entlang des Südrings direkt am Waldrand liegt, soll noch viel besser werden.

Noch in diesem Jahr will die Gemeinde mit der Umgestaltung des Areals in einen Mehrgenerationenspielplatz beginnen. „Da haben wir einen echten Nachholbedarf“, sagt Klaus Schejna (SPD) und berichtet von seinem jüngsten Urlaub in Spanien. „Dort sind die Leute viel weiter“, sagt der Rodenbacher Rathauschef bei der jüngsten Bürgerversammlung in Niederrodenbach. „In Spanien gibt es viel mehr Mehrgenerationenspielplätze mit mehr Spielgeräten für unsereins als für Kinder“, schwärmt Schejna.

„Für uns waren Spielplätze früher immer nur Marginalien“, sagt Walter Geppert (SPD). „Zu meiner Zeit hat man über Spielplätze nicht in solchen Dimensionen nachgedacht wie heute“, sagt der ältere Politiker, der als Vorsteher der Gemeindevertretung sehr viele Jahrzehnte überblicken kann.

Unter die Lupe genommen

Das Hanauer Planungsbüro Ralf Wernecke für Stadt- und Landschaftsplanung hat im vergangenen und diesem Jahr die Rodenbacher Spielplätze unter die Lupe genommen und ein Konzept für eine Neugestaltung erarbeitet. Es soll umgesetzt werden. Eine wichtige Rolle und oberste Priorität genießt der Abenteuerspielplatz „In den Steinäckern“. Anne Köhler vom Büro Wernecke stellt die Pläne für die Umwandlung für den Mehrgenerationenspielplatz vor.

Das derzeitige Areal am Feld- und Waldrand unweit des Wohngebiets Südring ist laut Köhler schon derzeit ein sehr beliebter Abenteuerspielplatz, der sogar wegen seiner Lage, seiner guten Ausstattung und seiner großen Fläche sehr gern von auswärtigen Familien genutzt wird. Das Wissen des Planungsbüros fußt im Übrigen neben einer eigenen Bestandsaufnahme auch auf einer Umfrage, bei der es einen Rücklauf von über einhundert Fragebögen gab. Als Schwäche für den Abenteuerplatz wird genannt, dass „In den Steinäckern“ sowohl die Sitzmöglichkeiten als auch Spielgeräte zu erneuern sind. Es werden unter anderem das fehlende Kletterangebot, zu wenig Sand, marode Tischtennisplatten moniert. Weiter auf der Wunschliste steht eine Rückkehr der Seilpyramide und der Spiel-Lokomotive, die einem Rückbau zum Opfer gefallen sind.

Angebote sollen erweitert werden

In der Neukonzeption für den Mehrgenerationenplatz sollen die Angebote für Kinder ab acht Jahren und die Altersklasse U3 erweitert werden. „Es können nicht alle Wünsche erfüllt werden“, schränkt Köhler ein. Einen Wasserspielplatz kann es nicht geben, weil an diesem Ort die strengen EU-Richtlinien nicht erfüllt werden können und es in diesem Bereich auch keinen Wasseranschluss gibt. Die EU setzt für einen Wasserspielplatz Trinkwasserqualität voraus.

Das Areal des umgebauten Spielplatzes wird gemäß des Mehrgenerationen-Anspruchs in Zonen aufgeteilt. Es wird die Zonen „Mehrgenerationen“, „Jugendliche“, „Ruhiges Spiel“ und „Wildes Spiel“ geben. Barrierefreiheit soll gegeben sein.

Die Jugendlichen können ihren geliebten Bolzplatz behalten. Die Tore werden aber nicht mit den gewünschten Netzen ausgestattet, weil diese erfahrungsgemäß wegen Vandalismus nicht lange halten. Dafür soll ein zusätzlicher Ballfangzaun auf der bisher ungeschützten Seite installiert und der vorhandene Schutzzaun erweitert werden. Der Ballfangzaun soll noch in diesem Jahr aufgebaut werden.

Der neue Mehrgenerationenspielplatz „In den Steinäckern“ wird in Zonen aufgeteilt, beispielsweise für „Wildes Spielen“ oder „Ruhiges Spielen“.

Im ruhigen Bereich wird im Sand gebuddelt, im wilden Bereich ist Platz zum Toben, Rennen und Klettern. Hier soll es eine modernere Rutsche samt Hügel, ein Felsenmeer und eine Seilpyramide geben.

Der Mehrgenerationenspielplatz im Eingangsbereich soll mit einer Stehwippe und Fitnessgeräten zum Trainieren von Kraft, Gleichgewicht und Koordination ausgestattet werden. Auf einer größeren Freifläche ist Platz für sportliche Übungen wie Kniebeugen, Liegestütze und Dehnen. Laut der Vertreterin des Planungsbüros ist aus rechtlichen Gründen eine optische Abtrennung des Mehrgenerationenareals vom Kinderspielbereich vorgeschrieben. Ein Weg und eine lockere Bepflanzung sollen diese Abtrennung signalisieren. Es sind umfangreiche Erd- und Wegebauarbeiten angekündigt.

Welche Änderungen es auf den Spielplätzen in beiden Ortsteilen geben wird, erläutern Anne Bäcker vom Planungsbüro Wernecke sowie der Bürgermeister. Die gravierendste Veränderung betrifft Oberrodenbach. Der Spielplatz an der Wiesenstraße soll wegfallen zu Gunsten des Spielplatzes Rodenbachtal, der dafür erweitert wird. Das Areal wird Spielgeräte für alle Generationen erhalten. Der marode Steg im Rodenbachtal muss erneuert werden.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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