Sporthalle soll bis Ende 2025 komplett erneuert werden

Rodenbachs Bürgermeister Klaus Schejna erläutert die Sanierungspläne für die Bulauhalle

Komplettsanierung: Die in die Jahre gekommene Sporthalle soll bis Ende 2025 erneuert werden. Auch für den Außenbereich ist eine Aufwertung zum Beispiel durch eine E-Tankstelle geplant.
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Komplettsanierung: Die in die Jahre gekommene Sporthalle soll bis Ende 2025 erneuert werden. Auch für den Außenbereich ist eine Aufwertung zum Beispiel durch eine E-Tankstelle geplant.

Die TGS Niederrodenbach sowie Freizeitgruppen, das Seniorentennis und Kindergartengruppen nutzen die Bulauhalle, um sich sportlich zu ertüchtigen. Auch Bürgermeister Klaus Schejna hat eine persönliche Verbindung zu der Halle, gekoppelt mit vielen guten Erinnerungen: „Ich bin in der Halle groß geworden und kenne jeden Quadratzentimeter“, erzählt der ehemalige Oberliga-Handballer im Telefongespräch mit unserer Zeitung.

Rodenbach - „Seit meinem sechsten Lebensjahr habe ich Handball gespielt und zwei bis dreimal die Woche dort trainiert.“ Gerne denkt er an die damaligen Spiele zurück und an die Zusammenkünfte mit den anderen Vereinsmitgliedern.

Umso mehr freut sich das Gemeindeoberhaupt, dass die Halle nun bald auf den neuesten Stand der Technik gebracht wird und sich einer frischen Sanierung erfreuen darf.

„Bevor der Antrag zur Sanierung eingereicht wurde, haben wir die CNK Planungsgesellschaft beauftragt, eine frische Konzeptstudie zu erstellen“, berichtet Schejna. Diese diente dann als Grundlage für den Antrag.

Kosten werden auf 4,1 Millionen Euro geschätzt

Nachdem das Planungsbüro sich ein umfassendes Bild über den Zustand der im Jahr 1976 errichteten Bulauhalle gemacht hat, wurde ein umfassender Maßnahmenkatalog erstellt. Neben einer bautechnischen und energetische Sanierung ist eine Schadstoffsanierung, die Reduzierung des Energieverbrauchs der Heizung, Kühlung, Lüftung und der Beleuchtung, die Förderung der Eigenstromproduktion mit dem einhergehenden Beitrag zum Klimaschutz, eine brandschutztechnische Sanierung, ein barrierefreier Ausbau, eine Sanierung der Innenräume und eine Erneuerung der Haustechnik geplant. Die Kosten für das Vorhaben werden laut aktuellem Stand auf 4,1 Millionen Euro geschätzt.

Bund bewilligt Zuschuss von 1,8 Millionen Euro

Diesem Betrag stand die Kostenschätzung für den Neubau einer Dreifeldhalle, wie sie die Bulauhalle ist, gegenüber. „Eine neue Halle hätte mehr als 8,5 Millionen Euro gekostet. So fiel die Entscheidung leicht“, sagt Schejna. Auch, dass eine Komplettsanierung vollzogen wird und nicht nur einzelne Bereiche, mache in seinen Augen Sinn. „Wenn man einmal anfängt, findet man immer mehr, was gemacht werden muss. Dann lieber gleich alles“, erklärt der Bürgermeister. Zudem kann Rodenbach sich über einen Zuschuss vom Bund in Höhe von 1,8 Millionen Euro freuen. Dieser wurde Anfang März vom Haushaltsausschuss im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ bewilligt.

Barrierefreier Ausbau

Was sich hinter den Begriffen der Sanierungsmaßnahmen genau verbirgt, erläutert Schejna, so dass auch Nicht-Fachleute sich ein Bild machen können, wie die Halle einmal aussehen wird. Demnach sieht der barrierefreie Ausbau vor, dass neben dem Zugang zur Halle auch die Umkleiden und WCs rollstuhlgerecht umgebaut werden. Zudem bekommen die Innenräume ein neues Erscheinungsbild. Hier sind helle und freundliche Materialkombinationen aus Holz, Sichtbeton und farbigen Paneelen geplant. Die Fassade wird geöffnet, so dass die Halle und die Innenräume natürlich beleuchtet werden. Der Einbau von Oberlichtern sorgt unter anderem dafür, dass sich die Halle in der Nacht auf natürliche Weise auskühlt. Auch eine Öffnung des Eingangsbereiches für einen hellen und freundlichen Empfang ist vorgesehen.

Neues Heiz- und Lüftungssystem

Um die Betriebskosten zu reduzieren und der nachhaltigen Bauweise gerecht zu werden, soll ein neues Heizsystem eingebaut werden zur Verbesserung der Nutzung regenerativer Energien. Die zukünftige Lüftungsanlage erlaubt eine Wärmerückgewinnung zur Reduzierung des Heizenergiebedarfs und sorgt unter anderem für einen verbesserten Infektionsschutz.

„Auch wenn man in der Bulauhalle nach einem Spiel barfuß durschen konnte – und ich habe einige Hallen gesehen und das ist nicht immer so – kommt jede Sanitäranlage einmal in die Jahre“, leitet Schejna einen weiteren Punkt der Maßnahmen ein. Die Leitungen der Sanitäranlagen und der Trinkwasserversorgung werden erneuert und generell sollen die Nassräume und Umkleiden modernisiert werden. So sind zum Beispiel Schließfächer in den Umkleideräumen geplant.

In der Halle selbst wird die Tribüne mit neuem Belag und Verkleidung auf Vordermann gebracht, die Faltwandkonstruktion zur Hallenabtrennung wird ausgetauscht beziehungsweise ergänzt und die Prallwände sowie die Verkleidungen der Geräteräume erneuert oder saniert.

Nachhaltige Sanierung

Um dem Fokus auf eine nachhaltige Sanierung gerecht zu werden, soll ein Gründach die Aufheizung des Gebäudes reduzieren, das Kleinklima fördern und durch die Zurückhaltung des Regenwassers die Kanalisation entlasten. Eine auf dem Gründach installierte Photovoltaikanlage versorgt in Zukunft die Haustechnik, Lüftung und die Beleuchtung der Halle mit ihrem produzierten Eigenstrom. Durch einen Batteriespeicher kann der Anteil am Selbstverbrauch in die Abendstunden gelegt werden. Zudem schließt die Gemeinde in die Planung auch die E-Mobililtät ein. Eine Ladestation für Elektrofahrräder und -autos macht die Bulauhalle zur neuen Anlaufstelle um aufzutanken.

Sanierung soll 2024 starten

Auch der Zeitrahmen der Sanierung steht bereits fest. „Das Ziel, Anfang 2023 in die konkrete Planung zu gehen, ist realistisch“, bekräftigt Schejna. Die Ausführungsphase wird demnach im Jahr 2024 beginnen. Ende 2025 sollte die Sanierung abgeschlossen sein.

Vereine können Ideen einbringen

„Das wird eine Herausforderung für den Trainings- und Spielbetrieb, aber wir werden uns zur gegebenen Zeit mit den Vereinen zusammensetzen und gute Lösungen finden“, zeigt sich der Bürgermeister optimistisch. Auch will der Bürgermeister vor dem finalen Gesamtkonzept die Vereine mit ins Boot holen, die zu bestimmten Punkten ihre Ideen und Vorschläge einbringen können. So stehe beispielsweise das Farbkonzept nicht fest. „Die Vereinsfarben der TGS Niederrodenbach sind blau und weiß“, merkt Schejna an. Er könne sich vorstellen, dass die Farben sich auch in der Halle finden lassen. (Von Patricia Reich)

Hauptsächlich nutzt die TGS Niederrodenbach die Halle für den Vereinssport.
Oberlichter sorgen bald für eine natürliche Beleuchtung
Die Prellwände und Verkleidungen werden ersetzt.
In Zukunft wird es in den Umkleiden Schließfächer geben.
Moderne Sanitärbereiche ersetzen die alten Nasszellen.

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