Amtseinführung

Rodenbach: Bürgermeister Schejna zum vierten Mal vereidigt

In Anwesenheit seiner Frau Monika legte Klaus Schejna seinen Diensteid ab und begann damit auch offiziell seine vierte Amtszeit als Bürgermeister.
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In Anwesenheit seiner Frau Monika legte Klaus Schejna seinen Diensteid ab und begann damit auch offiziell seine vierte Amtszeit als Bürgermeister.

Rodenbach – Höhepunkt der Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstagabend war zweifellos die Amtseinführung des am 1. November wiedergewählten Bürgermeisters Klaus Schejna (SPD). Diese fand trotz der Corona-Pandemie mit dem vorgeschriebenen Handschlag zur Verpflichtung zwischen Parlamentschef Walter Geppert (SPD) und Schejna statt.

Bevor der alte und neue Bürgermeister nun bereits zum vierten Mal den Diensteid ablegen konnte, mussten die Gemeindevertreter formell noch das Wahlergebnis für gültig erklären. Gemeindewahlleiter Gido Puhl, der die Beschlussvorlage vorstellte, erinnerte bei dieser Gelegenheit an die schwierige Durchführung der Wahl während der Pandemie und dankte allen Beteiligten für ihren engagierten Einsatz.

Abstands- und Hygieneregeln, die während der Sitzung penibel eingehalten wurden, bestimmten Ablauf der Amtseinführung. Das Ablegen des Diensteides durch Schejna erfolgte vor Geppert, ehe im Anschluss Helmut Schwindt (SPD), der Erste Beigeordnete und Stellvertreter des Bürgermeisters, die Ernennungsurkunde an seinen Parteifreund überreichte. Mit der Ablegung des Diensteides hat sich Schejna verpflichtet, unparteiisch im Interesse des Gemeinwohls und für alle Bürgerinnen und Bürger zu handeln.

Desinfektion vor Handschlag

Dass sich Schejna und Geppert vor dem vorgeschriebenen Handschlag zur Verpflichtung des wiedergewählten Rathauschefs die Hände desinfizieren und die Beteiligten inklusive von Schejnas Ehefrau Monika Masken tragen mussten, versinnbildlichte die aktuelle Ausnahmesituation. Nur kurz wurde für das Pressefoto die Maske abgenommen, während der Sitzung durfte diese auch nur absetzen, wer am Rednerpult sprach.

Nach vorheriger Desinfektion konnte Parlamentschef Walter Geppert den für die Verpflichtung von Bürgermeister Schejna notwendigen Handschlag vornehmen.

Die persönlichen, herzlichen Grußworte und die der Situation entsprechend kurzen Reden zur Amtseinführung dürften Klaus Schejna ein wenig versöhnt haben mit der ansonsten eher sterilen Atmosphäre dieser Amtseinführung, die so ganz anders ablief als seine drei vorangegangenen. Die Fraktionsvorsitzenden von SPD, CDU und FDP gratulierten zur Wiederwahl und freuten sich weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit.

Auch Opposition wünscht „glückliche Hand“

Kai Kohlberger von der CDU wünschte eine „glückliche Hand und Gottes Segen“ für die kommenden sechs Jahre. SPD und FDP hoben die sachliche und unaufgeregte Art und Weise hervor, mit der Schejna das Amt führe. Sie lobten die angenehme Zusammenarbeit, in der sie sich umfassend und sachlich informiert fühlten. Rodenbach habe sich während Schejnas Amtszeit sehr gut entwickelt, eine Entwicklung, die er als Bürgermeister entscheidend geprägt habe. Als Sportler sei er zudem ein fairer Spieler und wisse, dass man nur gemeinsam mit einer guten Mannschaft erfolgreich sein könne.

Dr. David Rauber, der geschäftsführende Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebunds, überbrachte dessen Glückwünsche. Er nannte Schejna einen „wohlwollend kritischen Begleiter“, der Politik als einen Wettstreit um die besten Ideen verstehe. Dabei habe er immer das Wohl der Einwohner im Blick. Rauber freute sich auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit und ließ erkennen, dass Schejna ein gutes Miteinander pflege.

Großer Eintracht-Fan

Carsten Ullrich, Bürgermeister von Sinntal, der mit Schejna auf Kreisebene zusammenarbeitet, charakterisierte ihn als leidenschaftlich, nahe bei den Menschen, sympathisch, unaufgeregt und nicht zuletzt als großen Eintrachtfan. Als Letzterer sei er insbesondere leidgeprüft, leidensfähig und zweckoptimistisch. Ullrich sah im Wahlergebnis von fast 66 Prozent nach 18 Jahren als Bürgermeister ein klares Votum für die vierte Amtszeit. Ullrich gratulierte auch im Namen der Kreisversammlung und wünschte Schejna weiterhin Freude, Leidenschaft und ein gutes Gelingen.

Der Sozialdemokrat bedankte sich für die Glückwünsche und Wertschätzungen. Vor allem aber dankte er den Wählern. 18 Jahre, drei Monate und einen Tag sei er nun im Amt und habe in dieser Zeit viele Entscheidungen getroffen, die nicht allen gefallen hätten. „Kommunalpolitik ist für mich die Königsdisziplin der Demokratie.“ Umso mehr sehe er das Wahlergebnis als Anerkennung für seine Leistung. Rodenbach sei sein Lebensmittelpunkt, seit 1988 arbeitet Klaus Schejna in der Gemeinde. Seine Arbeit sei für ihn eine Berufung. „Ich werde mich weiterhin mit voller Kraft für alle einsetzen“, so der Bürgermeister in seiner Dankesrede. „Der Klaus bleiben, das war und ist mir wichtig“, sagte Schejna, dessen Stärken auch die persönliche Begegnung mit Menschen und das Zuhören seien.

Sachpolitik steht für ihn über allem

Als Bürgermeister stehe für ihn die Sachpolitik über allem, auch wenn er seine politische Zugehörigkeit nie verleugnet habe und sich auf eine starke Fraktion stützen könne. Seine Agenda könne sich sehen lassen, man habe viele Projekte umgesetzt. Seit dem 13. März ist auch für ei-nen erfahrenen Bürgermeister nichts mehr so, wie es war. „Wir haben die Situation bis jetzt gut gemeistert“, so Schejnas Zwischenbilanz. „Große Herausforderungen liegen noch vor uns.“ Er hoffe weiterhin auf ein gutes Klima der institutionellen und interkommunalen Zusammenarbeit, die in der Krise beispielhaft gewesen sei.

Persönlich fehlten Schejna in diesem so außergewöhnlichen Wahljahr die Begegnungen mit Menschen. Keine Frage, Schejna freut sich wieder darauf, den Terminkalender füllen zu können. Und so galt der letzte, besondere Dank seiner Frau Monika, die ihm ermögliche, seinen Job so zu leben, wie er es tue.

Von Ulrike Pongratz

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