Kirche

Frischer Glanz für 182 Jahre alte Kirche: Aufwändige Sanierung von nach fünf Jahren abgeschlossen

Samt Inventar war die Kirche ausgeräumt worden, um dieses von Schmutz und Staub zu befreien. Nun erstrahlen auch die Figuren von Peter und Paul wieder in neuem Glanz.
+
Samt Inventar war die Kirche ausgeräumt worden, um dieses von Schmutz und Staub zu befreien. Nun erstrahlen auch die Figuren von Peter und Paul wieder in neuem Glanz.

Helmut Krimmel ist die Vorfreude auf Sonntag anzusehen, wenn die Wiedereinweihung der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oberrodenbach mit einem Festgottesdienst gefeiert wird, zu dem auch Weihbischof Dr. Karlheinz Diez sein Kommen zugesagt hat.

Rodenbach – Krimmel ist stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der Kirchengemeinde und hat die Renovierungsmaßnahmen aus nächster Nähe verfolgt. Und diese Renovierungsmaßnahmen waren ausgesprochen umfangreich, erstreckten sich über fünf Jahre und umfassten zunächst sowohl die Außenwände und zuletzt auch den Innenbereich. Dabei wurde das Inventar aus der Kirche geräumt, um es von Schmutz und Staub zu befreien. Nun erstrahlen auch die Figuren der Namenspatrone Peter und Paul sowie der Mutter Gottes wieder in neuem Glanz. Außerdem ergab sich für die Kirchengemeinde „die gute Gelegenheit, ein kleines Nachbargrundstück käuflich zu erwerben. Dieses musste rückgebaut werden, damit wir ein neues Versorgungsgebäude mit Heizungsraum und Behindertentoilette errichtet konnten“, berichtet Krimmel beim Ortstermin über einen weiteren wichtigen Bestandteil der umfangreichen Arbeiten an und in der 1836 bis 1838 erbauten Pfarrkirche.

Das Gesamtvolumen der Baumaßnahmen liege bei etwa 1,3 Millionen Euro, „wobei die Hauptlast vom Bistum Fulda getragen wird. Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen sponserte die Maßnahme mit 50 000 Euro. Der aufzubringende Eigenanteil der Pfarrgemeinde bewegt sich in einer Größenordnung von bis zu 280 000 Euro“, informiert der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats der Gemeinde.

Sanierungen begannen mit Feuchteschäden an den Außenwänden

Als die Maßnahmen 2015 begannen, ging es zunächst um Feuchteschäden an den Außenwänden der Kirche. „Das führte dazu, dass eine neue Drainage um die Kirche verlegt und ein spezieller Feuchteregulierputz an den Außenwänden angebracht werden musste. Auch der Dachboden ist neu isoliert, eine sichere Begehung eingebaut worden. Teilweise war es notwendig, das Dachgebälk sowie das Dach zu überprüfen und auszubessern. Ein neuer Blitzschutz war installiert und Maßnahmen zur Taubenabwehr vorgenommen worden“, erinnert Krimmel an die ersten Arbeiten.

Der aus Rottweil stammende Künstler Tobias Kammerer hat für ausdrucksstarke sakrale Wandmalereien im Inneren der Kirche gesorgt.

In diesem Zusammenhang wurde auch die in die Jahre gekommene Heizung ausgetauscht und DIN-gerecht ins Nebengebäude neu verlegt worden. Bei der neuen Außengestaltung war es besonders wichtig, vom Parkplatz aus nun für einen barrierefreien Zugang um den Chorraum herum zum Seiteneingang der Pfarrkirche zu sorgen. „Viele Senioren konnten zuletzt gar nicht mehr oder nur sehr beschwerlich den hohen Treppenaufgang zur Kirche überwinden“, macht Krimmel die Notwendigkeit der Veränderung deutlich.

Anfang des vergangenen Jahres startete dann die Sanierung des Kircheninneren. Dabei wurde das Inventar ausgeräumt oder partiell eingehaust. „Dabei wurde rasch deutlich, dass eine Renovierung nach über 37 Jahren längst wieder notwendig gewesen ist, Schmutz und Staub hatten ihre Spuren hinterlassen, alte Elektroleitungen mussten erneuert werden“, so Krimmel.

Aufwändiges Wettbewerbsverfahren sollte eine optimale Erneuerung de sakralen Wandmalerei ermöglichen

Für die Vergabe der Erneuerung der sakralen Wandmalerei wurde eigens ein aufwändiges Wettbewerbsverfahren ausgelobt. Die Gremien der Gemeinde haben dann aus den drei vom Bistum Fulda vorgeschlagenen Künstlern ihren Favoriten ausgewählt, nachdem diese ihre Arbeiten und Absichten vorgestellt hatten. Dabei konnten sich die Gemeindemitglieder in einem Meinungsbildungsprozess daran beteiligen. Die Wahl fiel auf den Kirchenmaler Tobias Kammerer aus Rottweil. Das jetzt zu besichtigende Ergebnis bestätigt die Richtigkeit der Entscheidung. Die ausdrucksstarke Malerei sticht beim Betreten der Kirche sofort ins Auge. Seine Arbeiten im Kirchenraum unterstützen mit ihrer eigenständigen Botschaft die Liturgie.

Der Innensanierung war die äußere Renovierung vorausgegangen. Außerdem wurde ein neues Versorgungsgebäude (links) errichtet.

In drei Abschnitten konnte das durch das Architektenbüro Krieg + Warth aus Eichenzell verantwortlich geleitete Sanierungsprojekt jetzt zu Ende gebracht werden. Eine Vielzahl an Firmen führte dabei die unterschiedlichen Gewerke durch.

Nun können die Oberrodenbacher Katholiken ihre Gottesdienste in ihrer frisch sanierten Kirche feiern, die bereits auf eine über 180-jährige Geschichte zurückblicken kann. Am zweiten Weihnachtsfeiertag 1838 hatte sie ihre Segnung erhalten. (Von Lars-Erik Gerth)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare