Corona-Pandemie

Bisher Neun Corona-Fälle: Rodenbach ist besonders schwer betroffen

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Wo sonst am Landhof Schmidt in Niederrodenbach Kinder herumtollen, ist bereits vor der offiziellen Sperrung von Spielplätzen niemand anzutreffen.

Mit bisher neun gemeldeten Corona-Infizierten ist Rodenbach im Kreis am stärksten von der Pandemie betroffen. Davon spürt man am Montagnachmittag auf den ersten Blick relativ wenig. Einige Radfahrer und Spaziergänger sind unterwegs. Ab und an sieht man im Freien spielende Kinder.

Auf den zweiten Blick erkennt man aber doch, dass es kein normaler Frühlingstag in der 11 500 Einwohner zählenden Gemeinde ist. Am Bürgerhaus klebt ein gelbes Schild: „Hallen, Bürgerhäuser, Sportplätze und öffentliche Einrichtungen sind bis auf weiteres für die Nutzung gesperrt.“ Die Schaukeln und Rutschen auf dem Spielplatz am Landhof Schmidt bleiben unbenutzt.

Kleine Freude in Corona-Zeiten: Eis zum Mitnehmen

Im Eiscafé „Venezia“, das bei solch schönem Wetter normalerweise stark frequentiert ist, sitzen zwar einige Leute, aber an den Normalzustand reiche das nicht heran, sagt jedenfalls Besitzer Roberto Turbian. „Heute ist schon deutlich weniger Betrieb als in den letzten Tagen, viele Leute kommen her, um sich ihr Eis einpacken zu lassen und gehen dann nach Hause. Sie bleiben meistens – nicht wie sonst – hier in unserem Café.“

Turbian, der auch Familie in Italien hat, macht sich Sorgen, dass auch hier Zustände wie dort eintreten könnten: „Meine Familie berichtet mir, dass die Atmosphäre wirklich nicht mehr schön ist. Und auch hier in Deutschland werden nun, wie dort bereits geschehen, viele Geschäfte zu machen.“ Ob trotz der Corona-Krise in den nächsten Tagen weiterhin viele Menschen in seine Eisdiele kommen, kann zu diesem Moment niemand vorhersehen.

Klar ist, ein paar Rodenbacher weniger als sonst an einem solch schönen Frühlingstag sind auf den Straßen und öffentlichen Plätzen der zwei Ortsteile unterwegs. Das Rathaus ist seit Montag für Publikumsverkehr geschlossen, „um die Sozialkontakte weiter zu reduzieren und das eigene Personal zu schützen“, wie es in einer Pressemitteilung der Gemeinde heißt.

An Bürgermeisterwahlkampf ist nicht zu denken

Im HA-Gespräch weist Bürgermeister Klaus Schejna darauf hin, dass die einzelnen Fachbereiche im Rathaus von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 12 Uhr für die Rodenbacher Bürger erreichbar sind. Schejna bittet die Bürger, Ruhe zu bewahren und sich strikt an die Anweisungen zu halten. Der Bürgermeisterwahlkampf müsste normalerweise langsam anlaufen, doch ist daran gar nicht zu denken.

„Natürlich wird es jetzt keine Veranstaltungen oder Wahlstände geben. Meine ganze Aufmerksamkeit gilt der Corona-Krise, dass wir diese in Rodenbach alle meistern und gesund überstehen“, so der Rathauschef. Die Mehrzahl der infizierten Rodenbacher hat sich im Ski-Urlaub angesteckt. Von einem Erkrankten weiß Schejna, dass er zu Hause in Quarantäne ist. Noch sei auch gar nicht absehbar, wie viele Rodenbacher Corona-Infizierte es noch geben wird. „Die Lage lebt“, stellt der Bürgermeister dazu fest. Am Dienstag ist offiziell zumindest kein weiterer Fall aus Rodenbach bekannt geworden.

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