In Rodenbach werden Karten neu gemischt

SPD verliert erstmals ihre absolute Mehrheit

Klaus Schejna wird sich daran gewöhnen müssen, dass die SPD im Rodenbacher Gemeindeparlament keine absolute Mehrheit mehr hat.
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Klaus Schejna wird sich daran gewöhnen müssen, dass die SPD im Rodenbacher Gemeindeparlament keine absolute Mehrheit mehr hat.

Die Freude insbesondere bei CDU und Grünen ist groß, dass die SPD – erstmals seit Bestehen der Gemeinde – ihre absolute Mehrheit verloren hat. Das vorläufige amtliche Endergebnis weist für die Sozialdemokraten 46,6 Prozent der Stimmen aus. Vor fünf Jahren waren es noch 57,3 gewesen.

Rodenbach – Bürgermeister und Spitzenkandidat Klaus Schejna trug das Ergebnis mit Fassung. „Da die Grünen nach vielen Jahren erstmals wieder antraten und der Bundes- und Landestrend derzeit für sie spricht, hatte ich schon damit gerechnet, dass es knapp werden würde, die absolute Mehrheit zu verteidigen. Ich halte die 46,6 Prozent, die wir erhalten haben, aber für ein respektables Ergebnis. Wir sind weiter die klar führende Kraft in Rodenbach“, hielt sich zumindest hörbar die Enttäuschung beim langjährigen Bürgermeister in Grenzen.

SPD will mit den drei anderen Parteien Gespräche führen

Die SPD gehe nun offen in die Gespräche mit den drei anderen Parteien, bei denen die Sachthemen im Vordergrund stehen müssten. Wesentlich mehr machte dem Sozialdemokraten die historisch schwache Wahlbeteiligung zu schaffen. „Dass keine 50 Prozent zur Wahl gegangen sind, finde ich sehr unerfreulich. Das sollte uns zu denken geben“, so Schejna.

Das vorläufige amtliche Endergebnis der Wahl zur Gemeindevertretung Rodenbach am 14.3.2021:
SPD 46,6 % - 14 Sitze
CDU 24,7 % - 8 Sitze
Grüne 16,4% - 5 Sitze
FDP 12,3 % - 4 Sitze
Wahlbeteiligung 49,9 %

Keinen Hehl daraus, dass ihn das Ende der absoluten SPD-Mehrheit sehr freut, machte der CDU-Spitzenkandidat Christian Schmidt. „Endlich wird es nun spannend in der Rodenbacher Politik und ist eine Mehrheit gegen die SPD möglich. Das Ergebnis vom Sonntag hat für Rodenbach historische Dimensionen“, so der Christdemokrat. Dass seine Partei auch über acht Prozent verloren hat, sei zwar schmerzlich. Dafür gäbe es nun aber in Rodenbach endlich politischen Spielraum jenseits der seit Jahrzehnten lähmenden SPD-Mehrheit. Die CDU-Verluste brachte er in erster Linie mit dem Antreten der Grünen in Verbindung, denen er zu ihrem Ergebnis herzlich gratulierte.

Lehmann hatte auf 20 Prozent gehofft

Marina Lehmann hätte sich zwar persönlich ein Ergebnis über 20 Prozent gewünscht, „aber 16,4 Prozent aus dem Stand sind auch ein toller Erfolg“, über den sich die Grünen-Spitzenkandidatin sehr freute. Sie kündigte an, dass man mit allen anderen Parteien sprechen werde und das Ziel dabei sei, Rodenbach voranzubringen. Auch sie begrüßte es, dass es gelungen ist, die absolute Mehrheit der SPD zu brechen.

Dass die FDP – trotz des Parteienzuwachses durch die Grünen – 2,5 Prozent zulegte, hat bei ihrem Spitzenkandidaten Michael Kempf große Begeisterung ausgelöst. „Entsprechend möchte ich mich bei den Rodenbachern für das uns entgegengebrachte Vertrauen herzlich bedanken“, so Kempf. Auch seine Partei will Gespräche mit den anderen Fraktionen führen. „Dabei werden Inhalte eine wichtige Rolle spielen“, erklärte der Liberale. Keine Frage, die nächsten Wochen und Monate werden in der Rodenbacher Politik sehr spannend. Und das ist hier etwas ganz Neues.

Von Lars-Erik Gerth

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