Sicherheitsgefühl soll steigen

Rodenbach wird KOMPASS-Kommune

Startschuss für mehr Sicherheit: Polizeipräsident Eberhard Möller (Mitte) überreicht im Beisein von Landtagsabgeordneten Max Schad (CDU, links) das Kompass-Starter-Kit an Bürgermeister Klaus Schejna.
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Startschuss für mehr Sicherheit: Polizeipräsident Eberhard Möller (Mitte) überreicht im Beisein von Landtagsabgeordneten Max Schad (CDU, links) das Kompass-Starter-Kit an Bürgermeister Klaus Schejna.

Gemächlich das neue Jahr anlaufen zu lassen kommt Rodenbachs Bürgermeister Klaus Schejna (SPD) nicht in den Sinn. Neben 16 weiteren Kommunen im Main-Kinzig-Kreis ist auch Rodenbach am vergangenen Donnerstag offiziell der Sicherheitsinitiative KOMPASS beigetreten. Das Hauptaugenmerk soll dabei auf der Verkehrssicherheit liegen.

Rodenbach – Eigentlich, so Schejna, sei der Beitritt in das Programm bereits 2019 geplant gewesen, aber aufgrund der Corona-Krise habe sich alles nach hinten verzögert. Doch die Verzögerung scheint der Motivation, mehr für das Sicherheitsgefühl der Bürger zu machen, keinen Abbruch zu geben. Ganz im Gegenteil. „Wir haben eine sehr gute institutionelle Zusammenarbeit in der Gemeinde. Wir wollen aber auch die Bürger mit ins Boot holen. Daher haben wir uns für die KOMPASS-Initiative entschieden“, erläutert Schejna die Beweggründe.

Stärkung des Gemeinschaftsgefühls

Eine Entscheidung, die Eberhard Möller, Polizeipräsident des Präsidiums Südosthessen, begrüßt. Neben je einem Vertreter des Rodenbacher Ordnungsamtes, der Polizeidienststelle Hanau II und der Polizeidienststelle Main-Kinzig sowie dem Landtagsabgeordneten Max Schad (CDU) ist er eine der Hauptpersonen der kleinen Veranstaltung im Sitzungssaal des Rathauses. Doch bevor er das Kompass-Starter-Kit an Bürgermeister Schejna überreicht, gibt Möller einen Einblick in das Programm.

Es gehe vor allem um eine gesamtgesellschaftliche Kooperation und um die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls, das durch den Einbezug der Bürger in einer wirksamen Kriminalprävention münden soll. Konkret für Rodenbach nennt Möller das Ziel, die Verkehrssicherheit zu vertiefen, damit die Bürger sicher leben und sich sicher fühlen. So sollen in Zukunft passgenaue Maßnahmen entwickelt werden, um die Sicherheitslage zu festigen.

Rodenbach mit durchschnittlicher Kriminalitätsbelastung

Mit knapp unter 300 Straftaten pro Jahr und einer Aufklärungsquote von 64,6 Prozent konstatiert der Polizeipräsident für Rodenbach eine durchschnittliche Kriminalitätsbelastung. Auf die Region bezogen seien in den letzten Jahren die Fallzahlen von Straftaten rückläufig, die Aufklärungsquote liege über 60 Prozent. Jedoch, da sind sich alle Anwesenden einig, zeigen die Zahlen nicht das Sicherheitsgefühl der Bürger. Genau hier setzt das Programm an, das weitere Handlungsmöglichkeiten in der Gemeinde aufzeigen soll.

An einem Beispiel konkretisiert Bürgermeister Schejna den Rodenbacher KOMPASS-Schwerpunkt: „Die Busse rasen gefühlt mit enormen Geschwindigkeiten an einem vorbei. Hier können wir zum Beispiel Messdaten der mobilen Geschwindigkeitsstationen auf die Homepage stellen, denn die Messen auch wenn keine Lichter leuchten.“

So könne verglichen werden, ob die Geschwindigkeitswerte bei leuchtenden Lampen mit denen übereinstimmen, die bei augenmerklich abgeschalteten Kontrollgeräten gespeichert werden. Auch die Parksituation soll genauer betrachtet werden. Dicht an dicht geparkte Autos in engen Straßen würden das Sicherheitsgefühl der Bürger beeinträchtigen. Auf die Bewohner des Neubaugebietes wird auch ein Blick geworfen. Hier könne das Thema Einbruchsicherheit in den Fokus rücken. „Zustände, die bedrohlich wirken, sollen beseitigt werden“, fasst Schejna zusammen.

Nächster Schritt: Bildung eines Arbeitsgremiums

Übung mit Programmen, die Missstände in der Gemeinde aufdecken sollen und zur Prävention beitragen, hat Rodenbach bereits zum Beispiel mit dem runden Tisch „Familienfreundliches Rodenbach“ oder dem Programm „Demokratie leben“ gesammelt. „Die Bürger wissen, wir sind ansprechbar“, sagt Schejna und betont: „Melden ist nicht meckern!“ Damit meine er, dass auch die Meldung eines kleinen Schlagloches helfe. „Prävention wird bei uns gelebt.“

Mit dem Erhalt des Starter-Kits geht es nach einer vorgegebenen Leitlinie im Programm weiter. Mit dem Polizeioberkommissar Jochen Wiegand hat Rodenbach bereits einen Schutzmann vor Ort. Als nächsten Schritt wird ein Arbeitsgremium gebildet, welches die erste Rodenbacher Sicherheitskonferenz durchführen soll. Laut Schejna könne die Konferenz mit Blick auf die Corona-Bestimmungen in der Rodenbachhalle stattfinden.

Danach folgt die Sicherheitsanalyse. In diese soll unter anderem auch eine Befragung der Bürger einbezogen werden, die laut Polizeichef Möller mit wissenschaftlicher Unterstützung der Universität Gießen durchgeführt wird. Sobald Rodenbach Maßnahmen, die sich aus der Analyse ergeben, angewandt hat, erhält die Gemeinde das KOMPASS-Sicherheitssiegel verliehen.

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