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Rodenbacher Röhrig: Karlheinz Bär führt Naturfreunde zu Störchen

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Unter der Anleitung von Karlheinz Bär (links) hatten die Teilnehmer der Exkursion beste Aussichten auf die Störche. Foto: Körtel
Unter der Anleitung von Karlheinz Bär (links) hatten die Teilnehmer der Exkursion beste Aussichten auf die Störche. Foto: Körtel

Rodenbach/Langenselbold J Bei einer kurzweiligen, dreistündigen Wanderung von den Nolte-Seen zum Rodenbacher Röhrig haben rund 60 Storchenfreunde aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet Meister Adebar beobachtet und von einem ausgewiesenen Experten Wissenswertes über Natur und Umwelt erfahren.

Von Claudia Körtel

Die Wanderung zu den Störchen mit Kultur- und Landschaftsführer Karlheinz Bär ist zum Frühlingsbeginn schon eine Tradition. Vom Bahnhof führte die Exkursion entlang der Nolte-Seen ins Naturschutzgebiet Röhrig von Rodenbach. „Im Jahr 1962 brütete dort letztmals ein Weißstorchenpaar – auf dem Schornstein des damaligen Sägewerks an der Hanauer Straße, gegenüber des heutigen Hotels Ysenburger Hofs“, berichtete Bär.

Neuansiedlung nach der JahrtausendwendeBis 2000 wurde dann in der Gründaustadt kein Storchenpaar mehr gesichtet, bis sich die imposanten Vögel nach der Jahrtausendwende in den Kinzigauen wieder ansiedelten.

Naturschützer schafften zahlreiche Brutgelegenheiten – künstliche Nisthilfen. Nach und nach bauen sich Störche wieder selbst ihre Horste in den Bäumen.

Das konnten die Exkursionsteilnehmer mit Ferngläsern am Nolte-See beobachten: Dort, auf dem Rodenbacher Horst Nummer zehn, baut ein Storchenpaar bereits eifrig am eigenen Nistplatz für den Nachwuchs – ohne Hilfe der Vogelschützer.

32 Tage BrutzeitZwischen zwei und fünf Jungvögel zieht ein Storchenpaar nach der Brutzeit von 32 Tagen groß und bringt dem Nachwuchs rund vier Kilogramm Nahrung pro Tag. Nach neun Wochen sind die Storchenkinder flügge und machen sich selbst auf die Suche nach Nahrung.

„Hier im Röhrig gab es im Laufe der vergangenen Jahre einen Horst mit fünf Jungvögeln“, informierte Bär und hatte noch mehr Zahlen zu Meister Adebar parat: Ein Storchenhorst ist kein Leichtgewicht – zwei Tonnen kann das Nest mit einem Durchmesser bis zu zwei Metern auf die Waage bringen.

Auch die Flugroute der Zugvögel weist beachtliche Zahlen auf. Auf dem Weg zurück aus ihren Winterquartieren in Süd- oder Westafrika bewältigen Weißstörche bis zu 10 000 Kilometer, je nach Flugroute. Dabei nutzen sie die Thermik aus und bringen einen Großteil der Strecke im Segelflug hinter sich. Zwischen 150 und300 Kilometer beträgt die Tagesstrecke mit einer Geschwindigkeit von rund 50 Stundenkilometern.

Südspanien bietet gutes NahrungsangebotManch ein Vogel kürzt mittlerweile die Strecke ab und überwintert in Südspanien, wo aufgrund der Überproduktion Obst und Gemüse auf Müllhalden wandert, somit Mäuse und Insekten anzieht – ein wahres Futterparadies.

Einige Weißstörche der Region überwintern inzwischen auch im Main-Kinzig-Kreis: 17 von ihnen wurden im vergangenen Jahr gezählt. Wegen des Klimawandels mit relativ milden Temperaturen im Winter bleibt das Nahrungsangebot erhalten – kein Grund also, sich wegen des Futters auf eine lange Reise zu begeben.

Am Freitag, 15. Juni, bietet Kultur- und Landschaftsführer Karlheinz Bär von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) um 18.30 Uhr erneut eine Führung an. Diesmal jedoch barrierefrei. Erstmals gibt es einen barrierefreien Rundgang zu den Rodenbacher Störchen. Damit möchte Bär besonders Storchenfreunde ansprechen, die mit Rollator oder Rollstuhl unterwegs sind.

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