„Nichts für schwache Nerven“

Der Premieren-Thriller der Rodenbacher Autorin Julia Mailis hat es in sich

Sichtlich stolz: Julia Mailis hatte eine genaue Vorstellung, wie ihr Buch werden sollte. Mit „Die Parallelwelt der Puppengedanken“ hat die Autorin sich einen lang gehegten Traum erfüllt.
+
Sichtlich stolz: Julia Mailis hatte eine genaue Vorstellung, wie ihr Buch werden sollte. Mit „Die Parallelwelt der Puppengedanken“ hat die Autorin sich einen lang gehegten Traum erfüllt.

„Ich stand im Garten und plötzlich schoss mir ein einziger Satz in den Kopf.“ So beschreibt Julia Mailis die Geburtsstunde ihres Erstlingswerkes „Die Parallelwelt der Puppengedanken“. Wann der Geistesblitz kam, daran kann sich Mailis noch genau erinnern: „Es war der 30. März 2020. Ich hatte wirklich nur den einen Satz, aber ich wusste, da wird was draus.“

Rodenbach – Die Rodenbacherin, die im Jahr 2000 mit ihrem Mann wieder zurück in ihren Geburtsort zog, hatte schon immer eine große Schwäche für Bücher. „Seitdem ich lesen kann, lese ich alles, was ich in die Finger bekomme“, sagt die gelernte Krankenschwester verschmitzt. Im Alter von zehn Jahren entdeckte sie Stephen King für sich, „Friedhof der Kuscheltiere“ war eines ihrer damaligen Lieblingsbücher. „Die Phase hielt an, bis ich ungefähr 15 war, dann habe ich mich anderen Krimis und Thrillern gewidmet.“ Aber auch Romane und Liebesgeschichten landen in ihren Händen. „Ich kann an Büchern einfach nicht vorbei gehen. In unserer Gemeindebücherei bin ich Stammgast“, sagt die 42-Jährige mit einem Lachen.

Geschrieben hat Mailis schon immer

„Wenn wir drei Wochen Urlaub machen, benötige ich ungefähr 15 Bücher. Die müssen auch unbedingt mit, sonst bin ich unausstehlich“, fügt sie hinzu. Angesichts des hohen Gewichtes an Reisegepäck hatte ihr Mann, der der Jugendfeuerwehrwart der Gemeinde ist, allerdings irgendwann Einspruch erhoben. „Schweren Herzens bin ich zu einem E-Book-Reader gewechselt. Es ist okay, mehr nicht.“ Bücher sollte man ihrer Meinung nach in der Hand halten können. Dass sie irgendwann mal ein Buch schreibt, sei seit Jahren wie ein Schwelbrand in ihren Gedanken gewesen. „Früher habe ich Kleinigkeiten verfasst, bei ‘Jugend schreibt’ mitgemacht und war in der Schülerzeitung aktiv“, zählt sie auf. „Ich habe oft gedacht, ‘du erlebst so viele skurrile und witzige Sachen, darüber musst du mal schreiben’.“

Seit dem Gedanken sei viel Zeit vergangen, erzählt die Mutter von zwei 16- und 22-jährigen Kindern – bis zu dem besagten Tag im März. „Ich habe daraufhin jeden Tag geschrieben. Es ist einfach aus mir rausgeflossen, ich konnte es gar nicht steuern. Vier Wochen später war das Skript fertig und nach weiteren drei Monaten Bearbeitungszeit konnte ich das Buch zum Korrekturlesen verteilen.“

Unterstützung durch Detlef Knoll von der Bücherstube Keese

Vor allem Detlef Knoll von der Bücherstube Keese habe ihr sehr geholfen. „Da er selbst bereits etwas veröffentlicht hat, konnte er mir sagen, worauf ich achten muss. Das war ein Haufen Arbeit“, erinnert sich Mailis, die hauptberuflich in einer leitenden Funktion im medizinischen Bereich arbeitet. Durch ihren Mann lernte sie den Grafiker Benjamin Thoran kennen, der für sie das Cover gestaltet hat. „Ich hatte konkrete Vorstellungen, wie das Format und das Cover sein sollte“, betont sie.

Das war auch der Grund, weshalb sie einem interessierten Verlag eine Absage erteilte. „Der Verlag wollte mein Buch verlegen, doch ich hatte das Gefühl, dass es dann nicht so wird, wie ich es wollte. Daher habe ich mich für eine Eigenproduktion entschieden“, erklärt die Autorin. „Von 50 Büchern aus der Erstauflage sind noch vier Stück übrig, aber es wurde bereits nachgedruckt. Außerdem ist es als E-Book erhältlich.“

Nichts für Zartbesaitete

Die Leser des Buches dürfen allerdings nicht zart besaitet sein. „Es ist nichts für schwache Nerven“, beschreibt die Autorin ihr Werk und schiebt nach: „Es ist sehr böse.“

Inhaltlich habe das Buch zwei Seiten: eine Liebesgeschichte und etwas sehr Düsteres. „Die Hauptcharaktere stellt fest, dass es Bereiche im Leben gibt, von der sie keine Ahnung hatte“, fasst Mailis zusammen. „Diese düstere Welt ist die Parallelwelt der Puppen und entwickelt ein Eigenleben. Diese hat einen großen Einfluss auf das Leben des Paares und übt eine gewisse Macht aus.“

Grafiker Benjamin Thoran hat das Cover gestaltet.

Das Buch sei an sich nicht einfach zu lesen. Teilweise müssten manche Bereiche gar mehrmals gelesen werden, sagt die Autorin. Auch die Rückmeldungen, die sie zu ihrem Erstlingswerk erreichen, gehen in diese Richtung: „Von ‘verzwickt’ und ‘verstrickt’ über ‘teilweise so schlimm, dass ich nicht weiterlesen konnte’ und ‘ich musste aufpassen, dass ich nicht selbst hineingezogen werde’ bis hin zu ‘ich habe das Buch regelrecht verschlungen’. Bei manchen Stellen dachte ich selber, ‘da haste aber reingehauen’, aber das passte einfach.“

Den Buchtitel recht schnell gefunden

Trotz Lieblingsautoren wie Lisa Jackson, Andreas Gruber, Tess Gerritsen, Eva Almstädt und Cay Rademacher hätten andere Autoren keinen Einfluss auf Mailis Werk gehabt, wie sie betont. Den Buchtitel habe sie auch recht schnell gefunden. „Es taucht immer wieder eine Puppe auf, die sich wie eine Marionette durch das dunkle Kapitel zieht. Und da es im Buch die Parallelwelt gibt, lag der Titel nahe. Ein anderer Titel wäre gar nicht gegangen“, ist Maillis überzeugt.

Wer das Buch lesen möchte, kann sich per E-Mail an werkzwo.u.a@gmail.com wenden oder auf der Facebook-Seite „Werkzwo.u.a by JM“ oder auf Instagram bei „werkzwo.u.a“ vorbeischauen. Zudem ist es in Rodenbach bei der Bücherstube Keese erhältlich und als E- Book bei allen gängigen Verkaufstellen. Auch im Rodenbacher Medientreff steht es zur Ausleihe in den Regalen. „Es ist allerdings bereits seit Wochen ausgeliehen“, sagt Mailis schmunzelnd. (Von Patricia Reich)

Zum Buch

„Die Parallelwelt der Puppengedanken“ von Jule Mailis ist am 24. März 2021 erschienen. Das 548 Seiten starke Erstlingswerk kostet als E-Book 9,99 Euro und als Paperback zwölf Euro. par

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare