Rodenbach

Spaß an der Kunst: Christina Hinz stellt aus

Rodenbach. Für die Beschäftigung mit Kunst ist es nie zu spät. Das beweist die Oberrodenbacherin Christina Hinz. Erst vor gut einem Jahr hat sie damit begonnen, kreativ zu werden. Vom 16. Feburar an ist ein Querschnitt ihrer Arbeiten in der Gemeindebücherei zu sehen.

Von Reinhard Breyer

Bereits auf der Realschule hatte sie in Kunst die Note eins. Doch nach dem Abitur bestimmten für die nächsten Jahre erst mal ganz andere Dinge als Kreativität ihr Leben: Ausbildung, Broterwerb und Familie. Heute arbeitet Hinz in Teilzeit als Sachbearbeiterin.In Oberrodenbach fühlt sich die Alleinerziehende mit ihren beiden Söhnen sehr wohl. Die Lage und die Nähe zur Natur findet sie sehr entspannend.Im vorigen Jahr hat es „Klick“ gemacht: Als die 47-Jährige bei einer Freundin ein kleines, selbst gebasteltes Figürchen sah, dachte sie sich, dass sie auch etwas Kreatives auf die Beine stellen könne.So ließ sie sich in einem Geschäft beraten, kaufte Leinwand, Acrylfarben und ein Pinselsortiment und stürzte sich in ihre neue Art der Freizeitbeschäftigung. Sie war begeistert von den Möglichkeiten. „Ich dachte, wow, das macht ja richtig Spaß.“Dabei fing sie bewusst klein an. Ermutigt von Bekannten, Kollegen und Nachbarn wagte sie sich an immer neue Dinge. Schon der Vorgarten ihrer gemieteten „Villa Kunterbunt“ an der Spessartstraße gibt einen kleinen Einblick in ihr Gestaltungsgeschick.

Intuitives GestaltenDie Rodenbacherin malt und gestaltet rein intuitiv und legt Wert darauf, dass sie zumindest nicht bewusst künstlerischen Gesetzmäßigkeiten folgt, wie sie sagt.Doch ein bisschen Anleitung und Austausch mit Gleichgesinnten kann nicht schaden. Deshalb belegte sie im vorigen Jahr einen mehrtägigen Kurs über abstrakte Malerei an einer privaten Kunstakademie nahe München.Ihre Spezialität sind Arbeiten in Mixedmedia-Technik. Hierbei grundiert sie Leinwandflächen zunächst mit Acrylfarben, die sie dann teilweise oder komplett mit Papierservietten oder Ausrissen der Servietten überklebt. Es entstehen bemerkenswerte, oftmals gegenständliche Werke. Allein die Vielfalt an Servietten begeistert sie. Sie werden mittlerweile sogar in speziellen Datenbanken angeboten. Ob Blumen, verspielte Ornamente, Tiere oder Landschaften: Die Motivauswahl der Servietten ist enorm. Eine besondere Vorliebe hat Hinz beispielsweise für afrikanische Landschaftsmotive entwickelt. Der Betrachter kann einen Mix aus Savannenlandschaften mit Leoparden, Zebras und Eingeborenen erkennen.Durch die Grundierung entstehen farbenfrohe und lebhafte Effekte. Christina Hinz bevorzugt Orange- und Rottöne – ein Mittel gegen graue Wintertristesse. Oftmals entstehen kleine Storys, wie die Künstlerin sagt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal was mit Cowboys zu tun habe“, sagt die gebürtige Stuttgarterin und verweist auf ihr Bild mit dem Titel „Fruit undamp; Flower Western“.„Ich habe ständig tausend Ideen und Inspirationen“, sagt die 47-Jährige im Gespräch. So entstand beispielsweise – ganz ohne Auftrag – ein Bild für Robertos Eiscafé, das gerade neu gestaltet wird. Natürlich ist auch eine große Eiswaffel in das Bild eingearbeitet. „Mal sehen, ob es dem Betreiber zusagt.“ Und wenn es ihm nicht gefällt? „Dann wird es einfach übermalt, da kenn ich nix.“Manchmal ist ein Werk auch Zufallsprodukt: Als ihr Sohn Luke versehentlich mit dem Ellenbogen in einem fertigen Motiv landete, war das kein Unglück. Sie riss ein Stück Leinwand aus dem demolierten Bild heraus und klebte es auf eine andere Leinwand.Christina Hinz geht in ihrer Freizeit ganz im Malen und Gestalten auf. „Ich bin absoluter Laie und Amateur, aber ich freue mich, wenn es den Betrachtern gefällt.“ Ihre Werke – darunter auch Halsketten – hat sie bereits mehrfach ausgestellt. Bei Gefallen sind die Werke auch zu erwerben. Außerdem bietet sie an, Bilder auf Zeit zu verleihen zwecks Deko oder Ausstellung weiterer Locations.

Die Ausstellung unter dem Titel „Mixedmedia und Abstraktes in Acryl“wird am 16. Februar um 19 Uhr in der Gemeindebücherei im Ortsteil Niederrodenbach, Kirchstraße 9, eröffnet. Die Bilder und Halsketten können bis Freitag, 30. März, während der normalen Öffnungszeiten betrachtet werden.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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