Zu wenig Parkplätze

Aktion „Ronneburg parkt drinnen“ wirbt für Parken auf privaten Stellplätzen

Ronneburgs Bürgermeister Andreas Hofmann wirbt für die Aktion „Ronneburg parkt drinnen“.
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Ronneburgs Bürgermeister Andreas Hofmann wirbt für die Aktion „Ronneburg parkt drinnen“.

Auch in Ronneburg gibt es immer mehr Straßenzüge, deren öffentlicher Parkraum vollständig genutzt wird. „Wir freuen uns daher über alle Bürgerinnen und Bürger, die eigene Stellplätze auf ihren Grundstücken nutzen und bedanken uns herzlich dafür“, so Bürgermeister Andreas Hofmann bei der Vorstellung der Bürgerinformation.

Ronneburg - Man wolle mit der Aktion diejenigen unterstützen, die sich an die Regeln halten und hoffe auf hohe Akzeptanz der Bürgerinformation „Ronneburg parkt drinnen“.

30 Plakate mit QR-Code werden in der kommenden Woche in den drei Ortsteilen Hüttengesäß, Neuwiedermuß und Altwiedermus auf die Informationskampagne hinweisen. Zudem werden Flyer an alle Haushalte verteilt, die mit einem Aufkleber zum Mitmachen anregen sollen. „Wenn wir so weitermachen wie bisher, schränken wir uns weiter gegenseitig ein“, sagt Hofmann. Er zählt auf eine vernünftige Bevölkerung, welche aus der Aufklärung die richtigen Schlussfolgerungen zieht.

Straßen in Ronneburg werden zugeparkt

Die Stellplatzsatzung der Kommune, die 2019 erneut angepasst wurde, scheint nicht auszureichen. Viele Fahrzeuge werden auf der Straße geparkt. Die Ursachen sind vielfältig. Ronneburg ist eine Pendlergemeinde, viele Haushalte besitzen mehrere Fahrzeuge. Zudem werden Wohnmobile, Motorräder, Quads oder Schlepper auf den grundstückseigenen Stellplätzen geparkt oder Garagen anderweitig genutzt. Deshalb will die Aktion dazu auffordern, das eigene Verhalten zu reflektieren. „Wenn alle draußen parken, ist kein Platz mehr auf der Gass´“, sagt Hofmann.

Ronneburg wird Sitz des neu gegründeten Ordnungsbehördenbezirks „Ronneburger Hügelland“. Im ersten Quartal 2021 wird es mit zwei Stellen besetzt sein. „Dann können wir deutlich mehr messen“, sagt Hofmann.

Ordnungsamt setzt auf Informationen statt auf Sanktionen

Damit soll das häufig angeführte Argument entkräftet werden, dass auf freien Straßen zu schnell gefahren werde. Das Ordnungsamt setze ebenfalls mehr auf Information als auf Sanktionen. Auch eine Verschlängelung von Straßen, Markierung von Parkbuchten und das Aufstellen von Schildern kommen für Bürgermeister Hofmann nur als letzte Stufe einer Reihe von Maßnahmen in Frage. Mit dem Start der Aktion „Ronneburg parkt drinnen“ will er die Bürger mitnehmen, die Situation erklären und für entsprechendes Verhalten werben.

Aus Sicht der Gemeinde bieten Parkplätze, die auf dem eigenen Grundstück vorgehalten werden, viele Vorteile für jeden einzelnen und für die Gemeinschaft. Wenn beispielsweise Paketboten, Handwerker oder Lieferfahrzeuge mit Pellets oder Öl für Heizung direkt vor dem Haus parken können, ist dies ein individueller Vorzug. Sind die Straßen frei, finden auch Besucher bequem einen nahen Parkplatz. Zudem sind Straßen, die nicht zugeparkt sind, übersichtlicher und leichter zu befahren. Sie bieten beispielsweise mehr Sicherheit bei der Ausfahrt aus dem Grundstück.

Zugeparkte Straßen werden zum Problem für Rettungskräfte

Im schlimmsten Fall, so Bürgermeister Hofmann, kommen Feuerwehr oder Rettungsfahrzeug nicht oder nicht zügig genug voran. Innerhalb von zehn Minuten sollen die Einsatzfahrzeuge vor Ort sein, weshalb jährlich für den Alarmfall Feuerwehrbefahrungen in Ronneburg durchgeführt werden.

Haben Einsatzkräfte Schwierigkeiten gut durchzukommen, dann informiert die Gemeinde und dringt darauf, eigene Stellplätze zu schaffen. Die Stellplatzsatzung soll nicht nur in diesen Fällen, sondern langfristig generell umgesetzt werden. Die erste Bürgerinformation „Ronneburg parkt drinnen“ startet ohne erhobenen Zeigefinger. Sie setzt auf Verständnis und Gemeinsinn. Der Diskussion um für und wider will sich der Bürgermeister gerne stellen.

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