Grünes Licht für den Ankauf der zukünftigen Bauflächen / Nachfrage ist groß

Ronneburger Baugebiet „Am Reuterspfad“ schreitet voran

In Altwiedermus sollen 25 neue Wohneinheiten entstehen.
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In Altwiedermus sollen 25 neue Wohneinheiten entstehen.

Ein weiterer Schritt zur Erweiterung der Gemeinde ist getan: Die Gemeindevertretung gibt auf der letzten Sitzung am Donnerstagabend grünes Licht für den Abschluss der Kaufverträge mit den Eigentümern der Flurstücke Am Reuterspfad in Altwiedermus.

Ronneburg – Nach einer zehnjährigen Außenentwicklungssperre im Rahmen der Dorfentwicklung ist auch in Ronneburg der Bedarf an Bauplätzen gestiegen. So soll auf dem Gemarkungsteil Am Reuterspfad eine Wohnbebauung mit circa 25 Parzellen realisiert werden. Der Gemarkungsteil ist an die Häuserwaldstraße und die Straße Am Langgraben angeschlossen. Bereits 2019 beschloss die Gemeindevertretung, das Baugebiet fortzuführen und eine Neufassung des Flächennutzungsplans. Anfang 2020 erfolgte der Aufstellungsbeschluss für das Baugebiet.

Mit dieser Grundlage trat die Gemeinde in Verhandlung mit den Eigentümern, die nun zu einem Ergebnis kamen. Das kleinere Flurstück mit einer Größe von knapp 6000 Quadratmetern kauft die Gemeinde zum Preis von 237 440 Euro, zuzüglich der Grunderwerbssteuer sowie Notar- und Nebenkosten ergibt das einen Gesamtbetrag von 255 485 Euro. Das größere Flurstück mit fast 12 000 Quadratmetern Fläche kostet die Gemeinde 479 200 Euro, zuzüglich der Nebenkosten und Steuer ergibt das eine Gesamtsumme von 515 619 Euro. Der Kaufpreis liegt somit bei 40 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt zahlt die Gemeinde 771 104 Euro für das künftige Bauland. Zudem wird der Geltungsbereich des künftigen Bebauungsplanes auf dem größeren Flurstück von der Gemeinde erweitert. Zum einen um circa 70 Quadratmetern für die verkehrliche Erschließung und zum anderen um circa 430 Quadratmetern. Beide Flächen erwirbt die Gemeinde ebenfalls für 40 Euro den Quadratmeter.

Auch diese Teile gehören künftig dazu. Bei dem rotumrandeten Gebiet wurde ein Vorkaufsrecht eingeräumt.

Letztere Fläche hat eine kleine Besonderheit. „Der Eigentümer kam auf mich zu und führte an, dass er das Grundstück gerne selbst bebauen möchte“, erklärt Andreas Hofmann (SPD) den Gemeindevertretern. Nach einigen Verhandlungen einigten sich beide Parteien darauf, dass der Eigentümer ein Vorkaufsrecht für das Grundstück erhält, sobald die Erschließungsmaßnahmen erfolgt sind. Es müsse aber den Bauplatz dann zu dem Preis zurückkaufen, den die Gemeindevertretung für das Baugebiet beschließt.

Mögliche Förderungen müssen noch geprüft werden

„Wir haben nun erste Ergebnisse in Bezug auf die Erschließung des Baugebiets, haben den Preis ausgehandelt, nun gilt es, eine Ergebnissicherung zu betreiben“, fasst Hofmann zusammen. Verena Reuter, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, wollte wissen, was passiere, wenn das Vorkaufsrecht nicht in Anspruch genommen werde, zum Beispiel, da der Preis über dem Verkaufspreis liege. Der Eigentümer sei im Zuge der Verhandlungen auf einen möglichen Kaufpreis von 340 oder 350 Euro pro Quadratmeter hingewiesen worden, erklärt Hofmann. Und sollte dennoch von dem Vorkaufsrecht nicht Gebrauch gemacht werden, sei dies kein Problem. „Die Nachfrage nach Bauland ist auch bei uns in der Gemeinde entsprechend hoch.“

Auf die Frage, ob Ronneburger Bürger einen Vorzug beim Kauf der Grundstücke hätten, konnte Hofmann noch keine Auskunft geben. „Es gab Förderungen wie den Kinderbonus, den junge Familien erhalten haben, aber aufgrund des Gleichbehandlungsgesetzes muss erst juristisch geprüft werden, welche Vergünstigungen möglich sind.“ Mit dem einstimmigen Votum der Gemeindevertretung für den Abschluss des Kaufvertrages ist nun ein weiterer Schritt Richtung Gemeindevergrößerung.

Hohe Wahlbeteiligung erwartet

Auch zum geplanten Ausbau der Landesstraße 3193 gab es Neuigkeiten: Die Gemeindevertretung hatte eine Resolution verabschiedet, um etwas Bewegung in den Ausbau zu bringen. Daraufhin erhielt die Gemeinde vom Land Hessen einen Antwortschreiben mit dem Verweis auf ein Gesprächstermin. „Aktuell haben wir weitere Flickmaßnahmen auf Kosten der Steuerzahler. Es wäre schön, wenn das nicht notwendig gewesen wäre“, tut Hofmann seinen Unmut über die Situation kund. Dass der Termin vonseiten der Gemeinde wahrgenommen werden wird, darin waren sich die Anwesenden einig.

Angenommen wurde auch der Antrag der SPD-Fraktion, dass der Gemeindevorstand sich mit Hessen Mobil und der Straßenverkehrsbehörde in Verbindung setzt, um zu prüfen, ob eine sichere Querungsmöglichkeit für Fußgänger auf der L 3139 zwischen Neuwiedermuß und Altwiedermus geschaffen werden kann. „Eine sinnvolle Sache“, kommentiert Roland Reidel (CDU) den Antrag. Dem schloss sich Jürgen Scharfenorth (FDP) an und bat darum, auch eine Erweiterung der Verkehrsberuhigung zur Diskussion zu stellen, beispielsweise in Form eines weiteren Kreisverkehrs.

Mit Blick auf die Bundestagswahl konnte Hofmann verkünden, dass die Gemeinde bereits 600 Briefwahlanträge verzeichnet hat. Bei 2700 Wahlberechtigten deute sich somit eine hohe Wahlbeteiligung an. (Von Patricia Reich)

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