Konzept mit vielen Pluspunkten

DiGuLa übernimmt nach den Ferien die Betreuung an der Ronneburgschule

Ziehen gemeinsam an einen Strang: Bürgermeister Andreas Hofmann, Schulleiterin Christine Jäger und Kay Skujat, Geschäftsführer der DiGuLa.
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Ziehen gemeinsam an einen Strang: Bürgermeister Andreas Hofmann, Schulleiterin Christine Jäger und Kay Skujat, Geschäftsführer der DiGuLa.

Die Wellen schlugen hoch, als die Gremien der Ronneburgschule vor circa einem Jahr beschlossen, in den „Pakt in den Nachmittag“ zu wechseln und die Betreuung der Kinder vor und nach dem Unterricht neu zu organisieren. Bürgermeister Andreas Hofmann, dem das Thema Kinderbetreuung eine Herzensangelegenheit ist, fürchtete um den guten Ruf der Kommune in der Kinderbetreuung, die Mitarbeiterinnen der „Betreuenden Grundschule“ (BGS) um ihre Arbeitsstellen.

Ronneburg – Nach einigen kleinen Stürmen haben sich die Wogen geglättet: Mit dem ersten Schultag startet „DiGuLa – Die gute Laune gUG Schulbetreuung“ das Betreuungsangebot an der Ronneburgschule mit einem neuen Konzept.

Zwei gute Nachrichten vorweg: In den Ferien übernimmt die BGS unter dem Dach der DiGuLa die Betreuung der Kinder. Zurzeit wird in den kommunalen Einrichtungen ermittelt, welcher Bedarf der Eltern tatsächlich nachgefragt wird. Danach werden sich Angebote und Struktur richten.

Im neuen Schuljahr werden die Kinder viele bekannte Gesichter wiedersehen. „Wir freuen uns, dass die bekannten Betreuungspersonen der BGS auch im neuen Konzept mit an Bord sind“, so Kay Skujat, Gründer und Geschäftsführer der DiGuLa. Der Vater von zwei Kindern blickt auf eine langjährige Erfahrung in U3-Gruppen in Erlensee und Langenselbold zurück. Zudem absolvierte er erfolgreich nebenberuflich das Studium B.A. Pädagogikmanagement. Im Februar 2019 startete der 45-Jährige mit DiGuLa das Betreuungsangebot an der Schule an der Gründau in Langenselbold. Das Konzept überzeugte auch die Regenbogenschule in Freigericht-Bernbach und nun die Ronneburgschule in Hüttengesäß.

Enge Zusammenarbeit

An fünf Tagen in der Woche bietet DiGuLa von 7 bis 16.30 Uhr Kinderbetreuung in enger Zusammenarbeit mit der jeweiligen Grundschule an. Zu den Leistungen gehören ein gemeinsames Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und pädagogische Angebote aus den Bereichen Sport, Natur und Umwelt, Kultur oder Ernährung. An den beiden bislang betreuten Schulen bestehen Arbeitsgruppen (AGs) wie Kochen, Chor, Schulgarten, aber auch Nähen und verschiedene Sportarten, die von lokalen Vereinen, Pädagogen oder Eltern gestaltet werden. „Das Wohl der Kinder steht für uns im Mittelpunkt“, so Skujat. „Wir legen sehr viel Wert darauf, dass die Kinder sich in einer an ihren Bedürfnissen orientierten Atmosphäre erholen können.“

Für die Ronneburgschule wurden Schulleiterin Christine Jäger im Rahmen des Landesprogramms „Pakt für den Nachmittag“ oder auch „Ganztag in Hessen“ zusätzliche Lehrstunden bewilligt. Dies und die enge Verzahnung von Betreuung durch DiGuLa und pädagogischen Angeboten sieht Jäger als einen großen Pluspunkt. „Wir unterstützen ‘DiGuLa’ zum Beispiel bei der Hausaufgabenbetreuung und begleiten die pädagogischen Angebote.“ In der Grundschule sollen die Kinder zwischen 20 und 45 Minuten für die Hausaufgaben aufwenden. Sind die Aufgaben zu anspruchsvoll oder vielleicht zu einfach, erhalten die Klassenlehrer unmittelbar Feedback.

Aufgrund der engen Kooperation stehen für das Freizeitangebot am Nachmittag das gesamte Schulgelände, die Sporthalle und viele Räume zur Verfügung.

Bislang sind in Ronneburg 70 Kinder bei DiGuLa angemeldet. Die Eltern können zwischen vier Modulen wählen: Betreuung bis 14.30 Uhr mit (I) oder ohne (II) Ferienbetreuung oder Betreuung bis 16.30 Uhr mit (III) oder ohne (IV) Ferien. Diese feste Struktur, die den Kindern Ruhe und Sicherheit geben soll, ist ein Unterschied im Vergleich zum bisherigen System der BGS. Nur zwei Eltern wünschten sich größere Flexibilität, so die Schulleiterin.

Es ist organisatorisch schwierig, den Spagat zu schaffen, einerseits den Eltern, die arbeiten gehen, genügend Spielraum zu lassen und andererseits den Kindern eine sichere Struktur zu bieten, so Andreas Hofmann, der sich nach viel Hin und Her über den gelungenen Wechsel freuen kann.

Lokale Potentiale stärken

Dass mit DiGuLa weiterhin lokale Potenziale gestärkt, gefällt Hofmann ebenso wie eine zunehmend fachgerechte Betreuung der Kinder. Für eine Professionalisierung der pädagogischen Kräfte macht sich der Ronneburger Bürgermeister seit geraumer Zeit stark. „Auf Kreisebene setze ich mich für eine Qualifizierung ein, die Fachkräfte für Ganztagesbetreuung zum Ziel haben. So kann der künftige Betreuungsbedarf qualitativ und pädagogisch weiterentwickelt werden.“

Am Horizont zeichnet sich bereits ab, dass es 2025/26 – analog zu den Kitas – einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung in den Grundschulen geben wird. DiGuLa und die Ronneburgschule haben bereits Fahrt aufgenommen und sind entsprechend vorne mit dabei.

Weitere Informationen: Eltern, die ihre Kinder für die Betreuung anmelden wollen, können eine E-Mail an info@die-gute-laune.de schicken. Weitere Informationen sind auf der Homepage der Schule sowie auf der Homepage der DiGuLa zu finden. (Von Ulrike Pongratz)

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