Musicaldarstellerin findet es märchenhaft

Katharina Pipp dreht Musikvideo auf der Ronneburg

Für Kathi P. war die Ronneburg die ideale Kulisse für ihr neues Lied „Eiszeit“.
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Für Kathi P. war die Ronneburg die ideale Kulisse für ihr neues Lied „Eiszeit“.

Die über der Gemeinde thronende, altehrwürdige Burg ist nicht nur die perfekte Kulisse für Mittelalterfeste und ein hervorragendes Fotomotiv, sie ist seit Kurzem auch Kulisse für das Musikvideo „Eiszeit“ von Kathi P.

Ronneburg - „Als Drehort für das Video habe ich mir etwas Märchenhaftes vorgestellt und überlegt, was dafür in Frage käme“, erzählt die Sängerin und Musicaldarstellerin, die mit bürgerlichen Namen Katharina Pipp heißt, im Telefongespräch mit unserer Zeitung. „Es sollte ein großer Raum in einer Burg oder einem Schloss sein, so kamen wir dann auf die Ronneburg. Die Gemeinde ist ein sehr schönes Fleckchen und wir kannten die Burg noch von früher von den Mittelalterfesten, die wir oft besucht haben.“

Mit „wir“ meint Kathi P. auch ihren Produzenten J. P. Dexter, der wie sie aus Büdingen stammt und ein Tonstudio betreibt. Mit ihm hat sie bereits Anfang Februar ihre erste Single „Herzschmerz“ veröffentlicht. „J. P. ist ein guter Freund von mir, den ich schon sehr lange kenne“, erzählt die 24-Jährige, die vor fünf Jahren nach Wien gezogen ist, um dort Musical zu studieren.

Hoffnung und Freiheit vereint

„2019 habe ich mein Studium abgeschlossen. Aufgrund der Pandemie gibt es leider keine Aufträge in dem Bereich. Daher arbeite ich als Tourguide in einer Erlebniswelt für Kinder, in dem es um die Geschichte Wiens geht. Doch da das momentan auch nicht möglich ist, bin ich die Corona-Zeit über bei meinen Eltern in Büdingen.“

Nun plant Kathi P. sogar, im Sommer wieder ganz nach Büdingen zurückzuziehen. „Hier habe ich meine ersten Theatererfahrungen gesammelt. Generell gibt es in der Region viele Möglichkeiten, in meinem Bereich zu arbeiten, wenn man von Corona absieht“, erklärt sie. Verbindungen zur regionalen Szene hat sie genug. Sie wirkte beispielsweise in den Theaterproduktionen von „Phantom der Oper“, „Arsen und Spitzhäubchen“ und „In 80 Tagen um die Welt“ des Büdinger Vereins „Eine Stadt spielt Theater“ mit. Auch bei der Produktion „The Addams Family“ von Broadway Entertainment aus Roßdorf war sie im Ensemble vertreten. „Wenn Corona es zulässt, werde ich im Sommer bei ´Jekyll und Hyde‘ von Broadway Entertainment mitspielen“, verrät die junge Musicaldarstellerin. Um weiterhin kreativ zu bleiben, hat sie ihren Fokus aktuell auf die Musik gelegt.

Darauf gebracht hat sie ihr Freund J.P. Dexter, der Kathi P. im vergangenen Jahr anschrieb und fragte, ob sie nicht mit ihm Musik machen wolle. „Da ich seit November wieder in Büdingen bin, habe ich die Gelegenheit genutzt, mich mit ihm zusammengesetzt und unsere erste Single entwickelt.“ Kathi P. fand Gefallen daran, ihre eigene Musik zu produzieren und wenig später folgte ihr zweites Lied „Eiszeit“.

„Allgemein geht es in ´Eiszeit‘ um die Themen Hoffnung und Freiheit. Auch wenn ich es im Lied nicht direkt anspreche, steckt auch der Gedanke an die Corona-Zeit dahinter. Es geht darum, wieder frei sein zu können, das Leben zu leben, wie es vorher war und darum, die Hoffnung zu behalten. Aber der Text ist auf alle Lebenslagen anwendbar“, beschreibt die Sängerin den Inhalt ihres Liedes. „Es geht auch um das Rad des Schicksals und um Tarotkarten. Damit will ich sagen, dass es Kräfte gibt, die auf uns wirken und uns in eine Richtung ziehen. Und darum, dass man den Kräften nachgibt und sich auch ein Stück weit von ihnen ziehen lässt.“

Kathi P. verrät, was sie berührt

Generell wolle die Sängerin Themen in ihren Texten ansprechen, mit denen jeder etwas verbinden könne. „Ich muss mich persönlich in Lieder hineinversetzen können und mir ist es wichtig, dass mich das berührt, was die Person sagt. Tatsächlich ist das mir wichtiger als die Musik, als der Beat.“ Daher hätten ihre Texte auch stets einen persönlichen Bezug.

Das Video zum Lied, welches sie auf der Ronneburg gedreht hat, sei ihr erstes professionelles Musikvideo gewesen, gibt Kathi P. mit lachender Stimme zu. Dabei habe die Terminfindung zum Drehtag nicht lange gedauert. „Zwischen der Anfrage an die Zuständigen der Burg und dem Drehtag sind nicht mal zwei Wochen vergangen“, erzählt sie. Berücksichtigt werden musste, dass die Burg für Besucher wieder geöffnet ist, aber das sei kein Problem gewesen.

„Die sind wirklich super lieb auf der Ronneburg“, schwärmt Kathi P. vom Drehtag. Ob sie ihre Musikkarriere weiter verfolgen möchte, weiß die junge Sängerin noch nicht genau. „Der Plan war zunächst zwei oder drei Singles zu veröffentlichen, dann vielleicht eine EP mit bis zu fünf Liedern. Wir müssen erst mal schauen, wie meine Musik ankommt. Wenn es gut läuft, kann ich über ein Album nachdenken“, erklärt sie.

„Es ist eine sehr schwierige Zeit für Künstler. Ich hoffe sehr, dass es besser wird“, geht sie abschließend noch auf die Situation der Kulturbranche ein. Daher sei es gut als Künstler, immer mehrere Optionen zu haben. Aus diesem Grund habe sie auch zwei Youtube-Kanäle. Auf dem einen, den sie im ersten Lockdown im vergangenen Jahr gestartet hat, um sich weiter künstlerisch zu betätigen, stellt sie ihre Cover-Lieder von Musicals online. Auf dem anderen Kanal, der erst vor Kurzem erstellt wurde,, ist ihre eigene Musik zu finden. Und der wird sich vielleicht schon bald weiter füllen, denn Kathi P. möchte weiter an neuen Liedern arbeiten. (Von Patricia Reich)

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