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Gemeinde protestiert nach Fahrplan-Änderung gegen KVG-Vorgehen

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Bedeutender Knotenpunkt zwischen Kinzigtal und dem Ballungsraum: der Bahnhof Langenselbold. Foto: Häsler
Bedeutender Knotenpunkt zwischen Kinzigtal und dem Ballungsraum: der Bahnhof Langenselbold. Foto: Häsler

Ronneburg. Die Gemeinde Ronneburg will die von der Kreisverkehrs-Gesellschaft Main-Kinzig (KVG) vorgenommenen Änderungen zum Fahrplanwechsel am 24. Juni nicht hinnehmen, auch wenn man zu diesem Datum kaum noch Korrekturen erwartet darf. Heftige Kritik wird auch am Umgang mit der Kommune und an der KVG-Informationspolitik geübt.

Von Reinhard Breyer

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Jürgen Waitz (SPD), brachte es am Donnerstagabend in der Sitzung des Ortsparlaments auf den Punkt: In früheren Jahren sei die Kooperation mit der KVG stets positiv gewesen. Dort habe man sich den Anliegen der Bürger gestellt und sei auf die Wünsche vor Ort eingegangen. Und wenn es Änderungen im Fahrplan gab, sei dies mit Fahrgastzahlen untermauert worden. „Doch diesmal ist nichts dergleichen passiert. Dagegen müssen wir vorgehen.“ Nach dem Tod des früheren KVG-Geschäftsführers im vorigen Jahr habe die Gemeinde versucht, Kontakt zu den Nachfolgern herstellen, doch die Kommunikation sei dürftig.

Bürgermeister Andreas Hofmann (SPD) bemängelte erneut die Kooperation zwischen KVG und Gemeinde. „Die Informationspolitik hinkt.“ Man habe den Eindruck, dass die Änderungen im neuen Fahrplan „unter jeglichem Radar fliegen“ sollten. Die Gemeinde sei stattdessen vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Änderungen und eventuelle Finanzierungsfragen brauchten seitens der Gemeinde einen gewissen zeitlichen Vorlauf. So jedenfalls ließen sich kaum mehr Menschen zum Umstieg auf den Bus bewegen. Es sei ein Unding, wenn man sich höheren Orts in Sonntagsreden für eine Stärkung des ländlichen Raums stark mache, dann aber derartige Kürzungen im Angebot herauskämen. Eine Zumutung sei auch der neue Flyer der KVG zu der Linie.

„Unglaublicher Vorgang“Unterstützt wurde Hofmann von CDU-Fraktionschef Jürgen Scharfenorth. Unter dem Strich seien die Fahrplanänderungen ein „unglaublicher Vorgang“. Sie bedeuteten für die Fahrgäste eine deutliche Verschlechterung. Roland Reidel (CDU) appellierte an die SPD-Mandatsträger, ihren Einfluss auf ihren Parteifreund, den KVG-Aufsichtsratsvorsitzenden Landrat Thorsten Stolz, auszuüben, um derartige Fehlplanungen künftig zu vermeiden.

SPD-Fraktionschef Thorsten Habermann sprach von einer „absoluten Unverschämtheit“ seitens der KVG. In die Röhre müssten zum Beispiel Jugendliche schauen, die am Wochenende abends nach Hanau ins Kino wollten. Unverständlich sei auch, dass man erst im Fahrplan streiche und sich dann hinstelle, und sage, „Wenn ihr mehr Angebote wollt, könnt ihr zahlen“.

Kritisiert wird von den Gemeindegremien neben dem Wegfall von Verbindungen insbesondere die Fahrzeit zum Bahnhof Langenselbold. Dabei zeigt sich die Kommune insbesondere enttäuscht, dass es weiterhin nicht gelinge, eine für die Kunden attraktive Fahrzeit von 19 bis 21 Minuten herzustellen.

Schlecht für die PendlerDurch die Linienführung fahren die Busse der MKK-56 künftig durch das Langenselbolder Baugebiet Niedertal. Das bedeute, eine Fahrt von Ronneburg zum Bahnhof Langenselbold dauere bis zu 32 Minuten. „Die Gewinnung von Pendlern für den ÖPNV an einem Pendlerstandort wie Ronneburg wird dadurch verfehlt.“

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