Ronneburg

Grünes Licht für Unisex-Toilette auf dem Friedhof in Altwiedermus

Ganz unten, am südlichsten Punkt (gelb markiert), wird das Toilettenhäuschen entstehen. Foto/Grafik: PM

Ronneburg. Der Friedhof Altwiedermus gehört zu den schönsten weit und breit: romantischer Blick auf die Ronneburg, knorrige Apfelbäume ringsherum und von alten, wuchtigen Mauern eingefasst.

Von Torsten Kleinerüschkamp

Ein Friedhof am Hang ist zwar lieblich, aber natürlich auch etwas beschwerlich für Leute, die nicht so gut zu Fuß sind. Bei der Infrastruktur gibt es gewisse Mankos, die die Politik beheben will.

Wer beim Friedhofsbesuch im Ronneburger Ortsteil mal auf die Toilette muss, der hat bisher schlechte Karten. Der Bau-, Umwelt- und Strukturausschuss sprach sich für den Bau einer Toilettenanlage aus, die etwa 85 000 Euro kosten soll.

Es soll eine Toilette sein, die von beiden Geschlechtern benutzt werden kann und auch gleichzeitig behindertengerecht ist. So eine Unisex-Toilette zu bauen, ist günstiger als die altherkömmliche Variante mit der Trennung für Mann und Frau.

Entspannter beim Friedhofsbesuch in Altwiedermus

So ein Häuschen, getrennt nach den Geschlechtern, hätte laut Bauamtsleiter Dieter Ertl gleich rund 98 000 Euro gekostet. Die Unisex-Toilette ist als laut der Planung 15 000 Euro günstiger. Das Häuschen könnte am südlichsten Punkt des Friedhofs gebaut werden, weil es dort an der Ecke Am Landgraben/Neue Straße schon die entsprechenden Anschlüsse an die Wasserleitung und den Kanal gibt, was die Kosten für den Tiefbau verringert.

Derzeit befindet sich an diesem Punkt eine Wasserstelle, an der man seine Gießkannen befüllen kann. Die Toilette soll rund um die Uhr zugänglich sein. Der Bauausschuss empfahl der Gemeindevertretung zu beschließen, den Bau der Toilettenanlage in die mittelfristige Finanzplanung aufzunehmen.

Abgestorbene Fichten müssen gefällt werden

Der Anlass zum Handeln auf dem Friedhof Altwiedermus tat sich zudem auf, weil eine Reihe von Fichten entlang der Trauerhalle abgestorben war und gefällt werden muss. Die Substanz der Trauerhalle soll verbessert werden. Laut Bürgermeister Andreas Hofmann (SPD) soll der Friedhof auf „ein ganz neues Niveau“ gehoben werden.

Der Architekt hat laut Bauamtsleiter Ertl abgeraten, die bisher offene und unbeheizte Halle generell hermetisch zu schließen. An eine Schließung sei gedacht, aber Lüftungselemente sollen verhindern, dass die komplett ungedämmte Halle im Winter Schimmel ansetzt.

Das Objekt samt Dach sei bis auf kleine Ausnahmen in einem guten baulichen Zustand. „Vorne, wo die Fenster sind, soll ein neues, feststehendes Element eingebaut werden. Es soll eine zweiflügelige Türanlage eingebaut werden, wo man mit dem Sarg herausfahren kann. Innen soll auf eine starre Wand verzichtet werden. Es soll vielmehr mit einer Vorhanglösung gearbeitet werden.“

Die Trauerhalle soll ihr Flair als Provisorium verlieren

Die Kostenschätzung weist laut Ertl für den ersten Abschnitt einen Betrag von 16 000 Euro auf. Die Maßnahme sollte im Jahr 2020 in Angriff genommen werden. Vorteil des geschlossenen Raums sei, dass man die Stühle im Gebäude stehen lassen könne und nicht nach jeder Trauerfeier wegräumen müsse. Zudem wären dann die Zeiten vorbei, dass Vögel sich in der Trauerhalle häuslich niederließen.

Die vorhandenen Pfetten sollen mit Gittern gesperrt werden, die eine Belüftung gewährleisten, aber Tieren keinen Durchschlupf bieten. Die Tür hat den Vorteil, dass das Gebäude nunmehr geschlossen ist und dass Schmutz draußen bleibt. Der Wunsch des Ausschusses nach einer Lautsprecheranlage soll Wirklichkeit werden. Bürgermeister Hofmann regte an, die Mittel für das Projekt deshalb auf 20 000 Euro zu erhöhen.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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