Gemeinde leistet Beitrag zur Artenvielfalt

Knapp 2000 Quadratmeter an Blühwiesen wurden bereits in Ronneburg angelegt

Das Ronneburger Blütenmeer lässt karge Flächen nicht nur hübsch aussehen und erfreut die Bürger, sondern bietet auch Lebensräume für Insekten.
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Das Ronneburger Blütenmeer lässt karge Flächen nicht nur hübsch aussehen und erfreut die Bürger, sondern bietet auch Lebensräume für Insekten.

Die Gemeinde hat mit Unterstützung engagierter Bürger und der Initiative des Landkreises „Main-Kinzig blüht“ einiges getan, um die Artenvielfalt zu stärken und neue Lebensräume für Insekten zu schaffen.

Ronneburg – Bereits seit 2018 wurden strukturarme Rasenflächen in Blühflächen umgewandelt. In diesem Frühjahr hat die Gemeinde, unterstützt von dem neu gegründeten Verein Heimatliebe Ronneburg, der die Kosten für das Saatgut übernommen hat, unter anderem auf allen ihrer drei Friedhöfe Blühwiesen auf mehr als 1600 Quadratmetern angelegt. Nun ist geplant, Infotafeln aufzustellen, um den ökologischen Wert dieser Fläche zu erläutern.

Bürgermeister Andreas Hofmann (SPD) zeigt sich begeistert über „die vielen gelungenen Projekte seit 2018“, die dank der Bürger, der Initiative des Landkreises, dem Verein und des kommunalen Bauhofs umgesetzt werden konnten.

Blühwiesen seit 2018 angelegt

Bereits 2018 wurde die Gestaltung der Hänge am Vereinsheim des Spielmann- und Fanfarenzug Ronneburg neugestaltet. Am Hang zum Vereinsheim sowie an der Einfriedigung des Park- und Festplatzes sind unter der Betreuung durch „Main-Kinzig blüht“ verschiedene einheimische Bepflanzungen im naturnahen Sinne verwirklicht worden. Der Hang besteht heute aus einer natürlichen Wiese, welche im Laufe des Jahres ihre verschiedenen Blühgesichter zeigt und zweimal jährlich gemäht wird.

Die Schotterfläche des Park- und Festplatzes wurde mit einer speziellen Einsaat angelegt, welche auf diesem sehr extremen, trockenen und nährstoffarmen Standort gedeiht. Bei genauem Hinsehen sind hier seltene heimische Pflanzen zu finden. Die Hangabfangung des Festplatzes besteht aus einer Vielzahl von Pflanzsteinen. Diese sind mit vielen verschiedenen bienennährenden Stauden und Kleinstgehölzen bepflanzt und bilden nun von Frühjahr bis Herbst eine nektarreiche Blütenwand.

Am Ortsausgang Altwiedermus Richtung Eckhartshausen wurde im Zuge einer aus Verkehrssicherungsgründen notwendigen Rodung im Frühjahr 2019 eine komplette Neuanlage ausschließlich mit heimischen Gehölzen und einer speziellen mehrjährigen Blühwieseneinsaat angelegt. Ein Nussbaum und eine Sauerkirsche sollen in einigen Jahren die Bürger zum Ernten einladen.

Im Frühjahr diesen Jahres wurde im Friedhofsvorgelände in Altwiedermus eine sonst strukturarme und regelmäßig gemähte Rasenfläche umgebrochen, zwei verschiedene mehrjährige Blühwiesenmischungen eingesät und im nächsten Jahr wird sich die Fläche erstmalig in voller Blüte zeigen.

Zudem ist eine Erweiterung der Blühfläche hinter dem Glascontainerstandort vorgesehen. Dort wachsen momentan veraltete Heckenpflanzen mit wenig Nutzen für die Flora und Fauna.

Größte Blühfläche ist in Hüttengesäß

Die flächenmäßig größte Blühfläche ist auf dem Hüttengesäßer Friedhof zu finden. Ebenfalls im Frühjahr wurde eine große, sonst regelmäßig gemähte Rasenfläche umgebrochen und zwei hochwertige mehrjährige Blühmischungen ausgebracht. Bereits im ersten Jahr präsentiert sich die Fläche mit einem reichen Blütenmeer.

Als letzter der drei Ronneburger Friedhöfe erhielt auch der in Neuwiedermuß eine Baumbegräbnisstätte, die von Bauhof-Vorarbeiter Alexander Lorenz geplant und mit Unterstützung seiner Kollegen realisiert wurde. Die Besonderheit an diesem Standort ist, dass die zentral angelegte Grabfläche mit Ruhebank mit einem Mix aus heimischen Gehölzen und verschiedenen Blühwiesensaaten umgeben ist, sodass der Besucher einen Ort zum „Innehalten“ vorfindet.

Zudem entstand an der Seniorendependance in Abstimmung mit der Einrichtungsleitung auf einem trockenen Standort eine Blühfläche, die nun Lebensraum für Insekten bietet.

Nach nun drei Jahren gesammelter Erfahrung bei der Anlage von Blühflächen zieht die Gemeinde das Resümee, dass jede Neu- und Altanlage im Jahresverlauf spannend sei und bleibe. Kein Standort gleiche dem anderen und jede Einsaat entwickele sich anders. „Darauf wird mit verschiedenen Pflegemaßnahmen reagiert. Durchaus kann es sein, dass eine Wiese dreimal jährlich komplett abgemäht werden muss, das Schnittgut entsorgen zu entsorgen ist, um unerwünschten Aufwuchs auszudünnen. Als Gegenbeispiel kann eine Fläche auch mal zwei- bis drei Jahre sich selbst überlassen bleiben, wenn es der Standort und die Entwicklung hergeben“, erklärt die Gemeinde abschließend in ihrer Mitteilung. (par)

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