Bürgermeister stellt Feld- und Flur-Knigge vor

Mehr Rücksicht auf Feldwegen: Ronneburg startet „Aktion saubere Landschaft“

Beim ersten Treffen auf dem Rathausvorplatz wurden bereits Areale eingeteilt, die regelmäßig von Kleinmüll gesäubert werden. Zu den ersten freiwilligen Helfern gehören Nicole Köhler, Nadine Wiedemann, Marcel Hertel, Sebastian Helbig, Bürgermeister Andres Hofmann, Klaus Schwartz und Roland Reidel (von links).
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Beim ersten Treffen auf dem Rathausvorplatz wurden bereits Areale eingeteilt, die regelmäßig von Kleinmüll gesäubert werden. Zu den ersten freiwilligen Helfern gehören Nicole Köhler, Nadine Wiedemann, Marcel Hertel, Sebastian Helbig, Bürgermeister Andres Hofmann, Klaus Schwartz und Roland Reidel (von links).

Ronneburg – Zu einem ersten öffentlichen Treffen hatte Bürgermeister Andreas Hofmann (SPD) die Einwohner seiner Gemeinde auf dem Rathaushof eingeladen. Thema war die Aktion „Saubere Landschaft“ und in Zusammenhang damit die Frage, wie man auf Feld und Flur zu einem respektvollen Miteinander finden könne.

Neben einer Bestandsaufnahme wurden viele Ideen eingebracht und bereits erste Routen festgelegt, an denen ab sofort freiwillige Helfer den alltäglichen Kleinmüll beseitigen. „Der Anfang ist gemacht“, freut sich Bürgermeister Hofmann und hofft wie alle Beteiligten, darauf, dass sich weitere Bürger der Aktion anschließen.

Verstärkt durch die Corona-Pandemie entdecken immer mehr Menschen die Landschaft rund um Ronneburg: Sie fahren Rad, gehen mit Hund und Kind spazieren, sie joggen. Plötzlich begegnet man Leuten auf Forstwegen und an Orten, an denen man früher alleine war. Wo mehr Menschen unterwegs sind, bleibt auch mehr Müll liegen. Meist sind es Kleinigkeiten, wie Kronkorken, Kippen, Pappbecher, aber auch Hundekot. Haltestellen seien ein echtes Problem, viel Müll sammle sich auch an den häufig frequentierten Wegen entlang des Fallbachs oder an den Bänken.

So soll der Flyer aussehen: „Feld- und Flur-Knigge“ und Schilder werben für mehr Verständnis.

Nicole Köhler, Nadine Wiedemann und Marcel Hertel, die regelmäßig rund um Hüttengesäß unterwegs sind, sammeln regelmäßig Glasscherben und anderen Müll vom Acker, damit Tiere und Kinder sich nicht verletzen. Auch Roland Reidel rettet nicht nur die Kröten, sondern säubert gleichzeitig den Graben entlang der Straße: „Der Graben ist voll Müll. Alle vier bis sechs Wochen ist ein Eimer voll.“

Gemeinsam mit Sebastian Helbig, der beim Joggen eine zehn Kilometer lange Route abläuft, wollen Nicole Köhler, Nadine Wiedemann und Marcel Hertel sowie Klaus Schwartz und Roland Reidel künftig regelmäßig auf ihren Touren den Müll sammeln. Bürgermeister Hofmann kann erste Areale auf einer Karte markieren, beispiels-weise den sogenannten „Promille-Weg“ entlang des Fallbachs, an der Umgehungsstraße zwischen den Verkehrskreiseln, rund um Fußballplatz, Fischteiche und Kläranlage.

Drei weitere Helfer, die zum Termin nicht kommen konnten, hätten ihr Interesse an der Aktion bekundet, so Hofmann. Auf der weitläufigen Gemarkung Ronneburgs stehen etwa 110 Bänke, für Naturfreunde gäbe es genug zu tun. Unterstützt werden die ehrenamtlichen Helfer von der Gemeinde mit Krallen und gekennzeichneten Müllsäcken, die Mitarbeiter des Bauhofs regelmäßig mitnehmen werden. Die Gruppe „Aktion saubere Landschaft“ wird sich in den sozialen Medien vernetzen und ihre Arbeit dokumentieren und beispielsweise bei illegaler Müllablagerung den Bauhof informieren. „Wir werden dennoch zweigleisig fahren“, so Bürgermeister Hofmann, „und neben den individuellen Touren weiterhin eine jährliche gemeinsame Aktion mit Feuerwehr, Spielmannszug und Schule organisieren.“

Keine Kippen in der Feldflur: Nadine Wiedemann hat immer einen kleinen Müllsammler dabei.

Das achtlose Wegwerfen von Müll ist nur ein Aspekt im Zusammenhang mit der Nutzung von Wald und Feld. „Wir bewegen uns ‘wie klei-ne Inseln’, jeder für sich, als Landwirt, Hundehalter, Radfahrer oder Jogger. Es findet kaum Austausch statt“, so Hofmann. Deshalb setzt er auf den „Knigge für Feld und Flur“, der in einigen Kreisen Niedersachsen bereits sehr erfolgreich eingeführt wurde und auf die Kampagne „Rücksicht macht Wege breit“. Landnutzer und Erholungssuchende sollen wieder mehr Rücksicht und Verständnis füreinander aufbringen.

Auch hier sind es eher Kleinigkeiten, die zu Verdruss führen: Radfahrer, die nicht klingeln, Hundebesitzer, die ihr Tier zu spät anleinen, Landwirte, die nicht mehr auf ihre Felder kommen, Müll auf dem Feld und später im Tierfutter und so weiter. Ein freundliches Grüßen ist ein Anfang, ebenso wie die Schilder, die auf den häufig genutzten Feldwegen aufgestellt werden.

„Jeder ein bisschen und schon ist gemeinsam viel er-reicht“, stellte Reidel zufrieden über die ersten Anfänge fest. Auch er hofft, dass noch mehr Ronneburger dazukommen. „Ich finde die Aktion wirklich gut“, sagt Nadine Köhler und ihre Mitstreiter ergänzen: „Es ist einfach ein gutes Gefühl, etwas für die Umwelt zu tun.“ Weitere Informationen zur Aktion „Saubere Landschaft“ und zum „Feld- und Flur-Knigge“ gibt es im Internet.

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