Mehr Sicherheit für Fußgänger, weniger Parkplätze

Das Parken soll in Ronneburg stark eingeschränkt werden

Vier Anträge der SPD-Fraktion bestimmten die Debatte im Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss der Gemeindevertretung unter Vorsitz von Felix Waitz. Die öffentliche Sitzung zu sicheren Querungsmöglichkeiten für Fußgänger, zu Radfahren in Einbahnstraßen und zur Parksituation auf den Straßen verfolgten einige interessierte Bürger.

Ronneburg – Ausführlich erläuterte Bürgermeister Andreas Hofmann (SPD) die Ergebnisse, die aus dem Prüfantrag zur Parksituation in einigen Straßen folgen werden. Trotz mehrfacher Aufklärung – zuletzt über die Aktion „Ronneburg parkt drinnen“ – und vieler Gespräche ist es nicht überall gelungen, das Parkverhalten zu ändern. Einige Straßen sind so zugeparkt, dass Rettungsfahrzeuge oder Busse blockiert werden.

„Begegnungsverkehr darf sich nicht verkeilen“

„Die öffentliche Hand schaut auf die Durchlässigkeit der Straßen. Der Begegnungsverkehr darf sich nicht verkeilen“, so Hofmann. Den meisten Autofahrern sei bekannt, dass ein Mindestabstand von fünf Metern zu Kreuzungen einzuhalten ist. Verboten ist nach der Straßenverkehrsordnung aber ebenso das Halten und Parken an engen Stellen. Für die Durchfahrt muss eine Breite von 2,55 Meter plus 50 Zentimeter Seitenabstand bleiben. Diese Fahrbahnbreite von 3,05 Metern kann in beispielsweise in der Bogenstraße, der Burgstraße, der Lindenstraße, in der Taubersbachstraße und im Wiesenweg nicht eingehalten werden.

Dies trifft auch abschnittsweise für die Schulstraße und Lindenstraße zu, sowie in Altwiedermus für Philippstraße und in Neuwiedermuß für die Odenwaldstraße. „Ausnahme zu dieser Vorschrift bilden Kleinfahrzeuge, sofern diese direkt an der Bordsteinkante parken. Durch die schmalere Bauweise der Wagen kann die geforderte Fahrbahnbreite eingehalten werden. Bei größeren Fahrzeugen ist dies nicht mehr gegeben“, so Hofmann weiter. An diesen Straßen stehen keine Schilder, da Park- und Halteverbot bereits über die Straßenverkehrsordnung geregelt ist und eine Redundanz nicht zulässig. Weil man in einigen Bereichen offensichtlich die Autofahrer nicht davon überzeugen konnte, auf grundstückseigenen Stellplätzen zu parken, wird das Ordnungsamt verstärkt tätig werden. Weiterhin soll ein Verkehrsingenieurbüro damit beauftragt werden, für die Straßen, in denen Handlungsbedarf gesehen wird, Parkplätze zu planen, die dann über Markierungen ausgewiesen werden.

Fußgänger müssen am Friedhof Hüttengesäß besser geschützt werden

Die Überplanung der Straßen, das Markieren der Parkplätze, Beschilderung – alles das wird aus dem Haushalt der Gemeinde finanziert werden müssen, letztlich also vom Steuerzahler. Hofmann machte sehr deutlich, dass er dieses Geld gerne anders und sinnvoller investiert hätte.

Dringend geboten erscheint es dem Ausschuss, Maßnahmen zu ergreifen, um Fußgänger am Knotenpunkt Büdinger Straße/Altwiedermuser Straße/ Birkenstraße beim Friedhof Hüttengesäß zu schützen. Hier spricht sich das Gremium dafür aus, ein Verkehrsingenieurbüro zu beauftragen, den Kurvenradius für einbiegende Fahrzeuge zu verengen und Geschwindigkeitsbegrenzungen zu prüfen.

Maßnahmen haben hohe Priorität

Die Maßnahmen, die mit Hessen Mobil abzustimmen sind, haben aus Sicht der Ausschussmitglieder hohe Priorität. Dies gilt auch für die Einrichtung einer sicheren Fußgängerquerung der L3193 zwischen den Ortsteilen Neuwiedermuß und Altwiedermus. Radfahrer sollen in Ronneburg ohne Umwege ans Ziel kommen. In den Einbahnstraßen Im Röhrig – Am Festplatz, Ahornweg – In den Kirchgärten und in der Philippstraße wird für Radfahrer die Wegeverbindung in beiden Richtungen freigegeben. Die Mitarbeiter des Ordnungsbezirks werden die Beschilderung anpassen. Zu gefährlich erscheint dafür jedoch die Einmündung Schulstraße-Kreuzweg.

Mündlich erläuterte Bürgermeister Hofmann, dass die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Firma Karges“ vorgesehen ist. Das Ronneburger Unternehmen plant eine Erweiterung mit Lager inklusive Werkstätte und Verkaufsraum auf einer Teilfläche von etwa 1000 Quadratmetern.

Von Ulrike Pongratz

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