Anstieg bei Einsätzen und Arbeitsstunden

Coronabedingt stellt Gemeindebrandinspektor Bericht für 2019 mit Verspätung vor

In Vor-Corona-Zeiten besuchten die Gemeindevertreter – wie hier 2019 anlässlich der Übergabe des neuen Einsatzleiterwagens – die Feuerwehr in ihrem Gerätehaus, um sich vom Gemeindebrandinspektor über deren Arbeit informieren zu lassen. 
 Archivfoto: Pongratz
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In Vor-Corona-Zeiten besuchten die Gemeindevertreter – wie hier 2019 anlässlich der Übergabe des neuen Einsatzleiterwagens – die Feuerwehr in ihrem Gerätehaus, um sich vom Gemeindebrandinspektor über deren Arbeit informieren zu lassen.

Ronneburg – Zur Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend im Jugendzentrum war Gemeindebrandinspektor Christoph Ochs eingeladen, um über die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr zu berichten. Weitere wichtige Tagesordnungspunkte betrafen den Forstwirtschaftsplan für 2021 und den Erlass einer Gefahrenabwehrordnung. Die beiden letzten Themen wurden einstimmig zur weiteren Beratung in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen. Zum Ronneburger Wald und dessen Entwicklung unter den Bedingungen des Klimawandels findet bereits heute eine für alle interessierten Bürger offene Waldbegehung mit Revierförster Hans-Holger Rittershauß statt.

Später als sonst üblich, da die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr aufgrund der Corona-Einschränkungen erst im August stattfinden konnte, stellte der Gemeindebrandinspektor den Bericht zum Jahr 2019 nun vor. „Die Feuerwehr ist immer zur Stelle, wenn Allgemeinheit und Gemeinde sie brauchen“, dankte Bürgermeister Andreas Hofmann (SPD) den ehrenamtlichen Wehrleuten für ihren Einsatz.

Christoph Ochs betonte seinerseits die gute Zusammenarbeit mit den Gemeindevertretern, die unter anderem das beschlossene Fahrzeugkonzept verlässlich umsetzten. So wurde zu Beginn des Jahres 2019 ein neuer Einsatzleiterwagen (ELW) in Betrieb genommen und öffentlich vorgestellt. Bereits im Februar des Vorjahrs kam er bei einem Dachstuhlbrand in Hüttengesäß zum Einsatz. Kleine Waldbrände, die künftig häufiger zu befürchten seien, haben zur Anschaffung eine Waldbrandsets mit einem 5000 Liter Wasser fassenden Faltbehälter geführt. Diese Einsätze und auch die zunehmende Ausdifferenzierung der Elektronik sowie die Antriebstechnik bei Autos erforderten immer mehr spezielle Ausrüstung und Fortbildung der Feuerwehrleute. „Wenn ein Auto brennt, wissen wir heute nicht unbedingt, womit wir es zu tun haben. Hier brauchen wir künftig sehr viel mehr Informationen“, berichtete Ochs.

Mit 56 Einsätzen, bei denen die Wehrleute insgesamt 1400 Stunden ableisteten, weise die Bilanz für das vergangene Jahr „ein überdurchschnittliches Einsatzaufkommen“ aus. „Schwierig wird es zunehmend bei Tageseinsätzen, wenn unsere ehrenamtlichen Feuerwehrleute an ihrer Arbeitsstelle sind“, gab Ochs zu bedenken. 700 Stunden leisteten die Feuerwehrleute zudem als Bestandssicherheitsdienst (BSD) auf der Ronneburg ab, und mit 30 Stunden konnten die Voraushelfer in Notsituationen Leben retten.

Die Voraushelfer sind eine freiwillige Leistung, die auf der Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst beruht. Voraushelfer sind meist in medizinischen Berufen tätig und engagieren sich in ihrer freien Zeit im Rettungsdienst. Sie werden in gravierenden Notfällen zu Hause angefunkt und sind dann mit ihrem privaten Pkw noch vor dem Notarztwagen vor Ort, um erste lebensrettende Maßnahmen einzuleiten.

Fast 2000 Stunden hat die Feuerwehr Ronneburg zu-dem bei Lehrgängen und Fortbildungen verbracht, zu unterschiedlichen Themen wie Tierrettung, Sprechfunker oder Gruppenführer. „Das ist mehr als 2018 und zeugt von einem erfreulich hohen Ausbildungsstand“, so Ochs. Die große Übung, die 2019 gemeinsam mit der Feuerwehr Langenselbold durchgeführt worden ist, stellte dennoch eine Herausforderung für alle dar.

Ochs sprach auch die Probleme bei der Gewinnung von Kinder und Jugendlichen für den Feuerwehrnachwuchs an, da diese in Schule, Ausbildung und beim Berufseinstieg stark gefordert seien und die Feuerwehr in Konkurrenz zu vielen Vereins- und Freizeitangeboten stehe. „Wir stellen uns aber dieser Aufgabe“, merkte er an. Die Altersverteilung und die Mitgliederzahlen würden aber keinen aktuellen Anlass zur Sorge geben, denn in Ronneburg habe man erfreulich viele Quereinsteiger und auch der Nachwuchs könne sich sehen lassen. So wurde 2018 die Kinderfeuerwehr gegründet und bereits ein Jahr später waren es schon zwei Gruppen, die sich auf die erste Prüfung, die „Flamme“, vorbereitet haben. Bei den sechs- bis zehnjährigen Jungen und Mädchen werden die Inhalte spielerisch vermittelt. In der Jugendfeuerwehr, die 2019 ihr 30-jähriges Bestehen feiern konnte, zählen Übungen mit der Einsatzabteilung oder der „Berufsfeuerwehrtag“ zu den Höhepunkten.

„Wir sind eine motivierte und leistungsstarke Truppe, auch dank einer guten Ausstattung“, so das abschließende Resümee des Gemeindebrandinspektors.

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