Haushalt

Ronneburg: Haushaltsentwurf für 2021 verzichtet auf Steuererhöhungen

Trotz des zu erwartenden Defizits blickt Andreas Hofmann optimistisch auf das Jahr 2021.  
Archivfoto: Axel Häsler
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Trotz des zu erwartenden Defizits blickt Andreas Hofmann optimistisch auf das Jahr 2021.

Mit einer umfangreichen Tagesordnung hatten es die Gemeindevertreter am Donnerstagabend im großen Saal des Jugendzentrums zu tun. Aufgrund der Corona-Lage achtete Vorsitzender Jürgen Waitz (SPD) darauf, dass jeweils nach 45 Minuten eine „Lüftungspause“ eingelegt wurde.

Inhaltlich stand der Themenkomplex Haushalt im Mittelpunkt des Abends. Zudem wurden die Anträge der SPD-Fraktion zum öffentlichen Nahverkehr ebenso wie die überarbeitete Gefahrenabwehrverordnung einstimmig angenommen (siehe Bericht über die Sitzung des Hauptausschusses).

Die wichtigsten Punkte des Haushaltsentwurfs für 2021 präsentierte Bürgermeister Andreas Hofmann (SPD). Aufgrund der vorliegenden Zahlen und der weiterhin durch die Pandemie bedingten Situation versuche die Kommune, einen Mittelweg zu gehen: Sie will Maßnahmen aus dem laufenden Jahr 2020 abschließen und weiterhin Projekte finanzieren, um keinen Investitionsstau zu verursachen.

„Diese und neue Maßnahmen möchten wir trotz der Corona-Situation umsetzen, um zu investieren. Dabei möchten wir den Bürgern keine zusätzlichen Belastungen zumuten“, betonte der Bürgermeister. Die Steuerhebesätze sollen unverändert bleiben. Unter dem Strich weist der geplante Ergebnishaushalt 2021 ein Defizit von etwa 560 000 Euro aus. Aufwendungen in Höhe von 8,6 Millionen Euro an Aufwendungen stehen etwa 8,1 Millionen Euro an Einnahmen gegenüber. Den Löwenanteil der Ausgaben machen die Kosten für Personal, Sach- und Dienstleistungen sowie Steueraufwand und Umlagen aus.

Im Ergebnishaushalt stehen der Zentralen Verwaltung etwa 46 000 Euro für Maßnahmen zu, der Fachbereich Bauen und Umwelt kann für Instandhaltungen mit knapp 230 000 Euro rechnen.

Im Finanzhaushalt 2021 sieht die Planung Investitionen in Höhe von etwa 315 000 Euro vor, die über einen Kredit aufgenommen werden müssen, da keine Eigenmittel mehr zur Verfügung stehen, so Hofmann.

Kleinere Beträge fließen in die Kita und den Spielplatz sowie in den Bauhof. Etwa 37 000 Euro wird die Verwaltungssoftware kosten und für die Freiwillige Feuerwehr sind 130 000 Euro im Haushalt für 2021 eingestellt. Die Bilanz der aktuellen Haushaltslage wie auch der Ausblick für 2021 fallen laut Hofmann zwiespältig aus.

Der Bürgermeister dankte allen Mitarbeitern ausdrücklich für ihr Engagement und Dienstbereitschaft. Trotz der Pandemie wurde eine Reihe wichtiger Projekte umgesetzt, einige mussten allerdings in das neue Jahr verschoben werden. Im Rahmen der Dorfentwicklung soll das Kirchenumfeld neu gestaltet werden. Hier konnte eine Einigung mit der Denkmalschutzbehörde erreicht wer-den, sodass dieses Projekt in die Umsetzung gehen kann. Die Erweiterung der Kläranlage für eine Klärschlammbehandlung wird um ein Jahr verzögert ausgeschrieben. Für die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie am Fallbach sind nun alle Grundstücke erworben, das Projekt kann realisiert werden.

Bürgermeister Hofmann bleibt trotz der Pandemielage zuversichtlich: Er freue sich auf ein arbeitsreiches Jahr, indem man flexibel reagieren müsse. Mit dem Haushaltsentwurf wolle man Mehrbelastungen für die Bürger während der Krise vermeiden. „Die Maßnahmen zeigen, dass wir vieles umsetzen und voranbringen. Das Defizit, so sind wir uns sicher, können wir in den folgenden Jahren wieder zurückführen. Wir gehen mit Zuversicht und Tatendrang in ein neues Jahr 2021“, so Hofmann abschließend. Weitere Berichte über die Ronneburger Gemeindevertretersitzung folgen.

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