Abholung wegen Corona nicht möglich

Ronneburg: Wehrleute verbrennen angelieferte Christbäume

Feuriges Ende für die Weihnachtsbäume in Ronneburg.
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Feuriges Ende für die Weihnachtsbäume in Ronneburg

„Ach, könnte man doch das elende Corona-Virus ebenfalls den Flammen übergeben!“ Diesen Satz werden sich wohl einige Spaziergänger gedacht haben, als sie am Samstag an der Lehnswiese in Altwiedermus den großen brennenden Scheiterhaufen sahen. Die Freiwillige Feuerwehr Ronneburg hatte schon Tage zuvor mit einem Flyer die Einwohner der Gemeinde am Fuße der Burg gebeten, ihre Christbäume diesmal selbst zum Brennplatz an der Lehnwiese zu bringen.

Ronneburg - „Wir haben mit Blick auf die Corona-Problematik das traditionelle Einsammeln der Weihnachtsbäume ausfallen lassen“, erklärte Gemeindebrandinspektor Christoph Ochs, der mit seinen Wehrleuten schon am Vormittag am Sammelplatz zugegen war und bis zum Ende der Aktion am Nachmittag 150 bis 200 Weihnachtssymbole in den verschiedensten Größen entgegennahm. Mancher Einwohner hatte das Do-it-Yourself-Angebot genutzt und seinen meist recht kleinen Baum im Rahmen eines Spazierganges vorbeigebracht; so wie auch eine Familie aus Hüttengesäß, die mit Kind, Hund und Christbaum auf dem Kirchweg über den Hügel nach Altwiedermus gewandert war. „So ein kleiner Ausflug in der klaren, kalten Luft ist doch wunderbar“, meinte der Familienvater zufrieden. Die meisten Bäume wurden allerdings mit dem Auto angeliefert, meist hing ein Anhänger hinter dem Fahrzeug. Einige Ronneburger hatten sich in Nachbarschaftshilfe zusammengetan und ihre Bäume auf einem Hänger deponiert, der zur Verfügung stand.

Bürger schleppen Bäume zum Scheiterhaufen

„Wir hatten eine richtig große Tanne und hätten nicht gewusst, wie wir sie zur Feuerwehr hätten bringen können“, freute sich eine Anwohnerin aus der Lärchenstraße über das Nachbarschaftsangebot. Selbst mit einem großen Schlepper, dessen Ladeschaufel voller Bäume war, wurde Brennmaterial für den Scheiterhaufen herangefahren.

Punkt 14 Uhr war es dann soweit und der unter den Wehrleuten bestimmte „Zündler“ setzte einen dazu aufgebauten ersten Haufen in Brand. Schnell fraß sich das Feuer durch die immer noch grünen Tannen, sodass ständig für Nachschub aus dem großen Vorratshaufen gesorgt werden musste. Einer der vorbeilaufenden Spaziergänger blieb verwundert stehen und meinte, er sei ziemlich beeindruckt von den meterhohen Flammen, die aus dem brennenden Haufen in die Höhe schossen. „Wenn so etwas am Weihnachtsabend zuhause im Wohnzimmer geschieht“, murmelte der Mann und runzelte die Stirn. Vor Ort war aber alles in professioneller Art und Weise von der Ronneburger Wehr abgesichert, die allerdings in diesem Jahr auf das ganze gewohnte Drumherum bei der Christbaumverbrennung verzichten mussten. „Schade, das Wetter ist ja geradezu ideal für Würstchen vom Grill und einen Becher heißen Glühwein“, meinte Katharina Kleinert, die mit für den Wehrnachwuchs verantwortlich ist. Sie hatte im vergangenen Jahr die erste „Christbaum-Verbrennung der Ronneburger Kinderfeuerwehr“ initiiert und bedauerte sehr, dass die Wiederholung des seinerzeit viel beachteten Events in diesem Jahr dem Virus und seinen Beschränkungen zum Opfer gefallen ist.

Eleganz beim Christbaum-Weitwurf

Bis 16 Uhr konnten die Ronneburger Einwohner ihre ausrangierten Weihnachtsbäume vorbeibringen, die dann von den Wehrleuten mit einem gekonnten Wurf den Flammen übergeben wurden. Dass dabei mancher Akteur sogar eine gewisse Eleganz beim Christbaum-Weitwurf zeigte, machte deutlich, dass dieses Handling schon über Jahre hinweg praktiziert wird. Mit jeder platzierten Tanne schossen die Flammen über viele Meter nach oben und gaben dabei ein schaurig-faszinierendes Bild ab – die Ronneburg im Hintergrund war von Flammen umschlungen.

Auch wenn die Wehrleute der Gemeinde diesmal auf die Einnahmen aus der normalerweise erfolgten Bewirtung verzichten mussten, so ging doch mancher gespendete Euro in die aufgestellten Spardosen, deren Inhalt der Ronneburger Jugendfeuerwehr zugutekommt. „Wir freuen uns natürlich auch über jede Spende, die uns auf dem Bankweg zukommt“, meinte am Ende der Aktion einer der Wehrleute. Dabei hatte er einen wachsamem Blick auf das, was in jedem Jahr von den Christbäumen übrig bleibt – ein kleiner Haufen glühender Asche.

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