Ronneburger Dornröschen wachgeküsst

Gewerbeverein beschließt die Wiederaufnahme der Aktivitäten

Der alte Vorstand ist der auch der neue: 1. Vorsitzender Dirk Specht, Kassierer Norbert Rauch, 2. Vorsitzender Oliver Brosch und Schriftführerin Jasmin Köhler (v.l.n.r.) möchten dem Gewerbeverein neuen Schwung geben und planen eine zwanglose „Gewerberunde“.
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Der alte Vorstand ist der auch der neue: 1. Vorsitzender Dirk Specht, Kassierer Norbert Rauch, 2. Vorsitzender Oliver Brosch und Schriftführerin Jasmin Köhler (v.l.n.r.) möchten dem Gewerbeverein neuen Schwung geben und planen eine zwanglose „Gewerberunde“.

„Totgeglaubte leben länger!“ Dieser bekannte Satz könnte sich auf den Gewerbeverein Ronneburg beziehen, der nach dem Ausfall seiner Jahreshauptversammlung 2020 diese wichtige Veranstaltung Mitte Juli nachholte.

Ronneburg – Leider fanden sich von den derzeit insgesamt 40 Mitgliedern nur neun Stimmberechtigte im Saal des Restaurants „Zur Krone“ in Hüttengesäß ein, was immerhin mehr als 20 Prozent darstellte, wie der Vorsitzende Dirk Specht zu Beginn der Versammlung feststellte. In seinem Bericht zur Lage des Vereins wies Specht darauf hin, dass der Gewerbeverein vor gut zwei Jahren aufgrund der damals fehlenden Aktivitäten in einen „kontrollierten Schlaf“ gelegt worden sei und es nun an der Zeit wäre, das dahinschlummernde Dornröschen wieder aufzuwecken. Allerdings würde der „edle Prinz“ in Form des Vereinsvorstandes auch die Mitarbeit, zumindest aber ein verstärktes Interesse der restlichen Vereinsmitglieder benötigen, um der Interessengemeinschaft neues Leben einzuhauchen; das sei für ein weiteres intaktes Innenleben erforderlich.

Bezüglich der Wahrnehmung des Vereins durch Außenstehende wie etwa die Lokalpolitik zeichnete Specht kein allzu gutes Bild ab. Eine Umfrage habe ergeben, dass nur einige wenige Mandatsträger den Gewerbeverein kannten und bei Bedarf auf die angeschlossenen Firmen zugingen. Auch bezüglich der unbefriedigenden Parksituation im Bereich der Ortsmitte sei bei den Entscheidungsträgern wohl wenig Interesse für eine sicherlich nicht einfache Problemlösung vorhanden; gleiches gelte für die Bausituation für Gewerbetreibende. Auch habe er von der Gemeinde eine Nachfrage vermisst, ob oder wie der eine oder andere durch die Corona-Krise gekommen sei.

Eindruck von fehlender Solidaritätsgemeinschaft

Insgesamt hätte er den Eindruck, dass in der Gemeinde keine Solidaritätsgemeinschaft mehr vorhanden sei, so Specht; um wieder zueinander zu kommen, müsse sich etwas ändern. „Ich habe immer die Großkonzerne vor Augen, die nicht mehr wie früher gegeneinander, sondern jetzt miteinander agieren und dadurch wesentlich mehr Erfolge erzielen“, meinte Specht. Ein guter Einstieg hierzu wäre etwa ein jährliches Treffen mit den Protagonisten der Fraktionen im Gemeindeparlament. Grundsätzlich habe aber die Reaktivierung des Vereins und seiner Mitglieder erste Priorität. Man solle jedoch das Ganze für ein Jahr kritisch im Auge behalten und dann schauen, ob man weiterarbeiten und Erfolge verzeichnen kann oder das Buch zumachen muss, so Specht.

Nach diesem doch recht ernüchternden Bericht zur Lage des Vereins legte Kassierer Norbert Rauch seinen Ressortbericht vor, der aufgrund der fehlenden Aktivitäten des Vereins in den vergangenen zwei Jahren dementsprechend kurz ausfiel, aber einen soliden Kassenstand aufzeigte. Dies wurde in der Folge auch von den Revisoren bestätigt, die sowohl den Kassierer als auch den Vorstand durch die anwesenden Mitglieder entlasten ließen.

Alter Vorstand bestätigt

Die Neuwahl des Vorstandes, die vom ebenfalls anwesenden Bürgermeister Andreas Hofmann (SPD) als unabhängiger Wahlleiter geführt wurde, erbrachte einen klaren Vertrauensbeweis der Stimmberechtigten: Der alte Vorstand ist auch der neue Vorstand. Erster Vorsitzender bleibt Dirk Specht, 2. Vorsitzender ist Oliver Brosch, Schriftführerin Jasmin Köhler, Schriftführer Norbert Rauch und Beisitzer Stefan Grasmück. Als Revisoren wurden Klaus Arndt und Horst Eberlein benannt.

Aufgrund der im letzten Jahr ausgefallenen Hauptversammlung ist die Vereinsspitze nur für ein Jahr bis zur turnusgemäßen Versammlung im kommenden Jahr im Amt.

30 Euro Jahresbeitrag ab 2021

Specht beantragte nun die offizielle „Wiederbelebung“ des Gewerbevereins mit der Festlegung eines Jahresbeitrages von 30 Euro ab dem Jahr 2022. „Wer bei uns neu einsteigen möchte, bleibt bis Ende 2021 beitragsfrei“, erklärte der Vorsitzende. Dies gelte allerdings auch für diejenigen, die bis zum Jahresende aussteigen wollten. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Gewerberunde geplant

Um Schwung in die Sache zu bekommen und auch neue Mitglieder zu gewinnen, schlug Specht eine zwanglose „Gewerberunde“ vor, in der neben den Vereinsmitgliedern auch Nichtmitglieder und die Vertreter der Kommunalpolitik ihre Ideen und Ansichten über das gewerbliche Leben in Ronneburg austauschen und vielleicht manche gute Sache auf den Weg bringen könnten. Bürgermeister Hofmann zeigte sich von dem Vorschlag angetan und sagte eine Unterstützung von seiner Seite her zu. Eine weitere Möglichkeit für eine gute Darstellung sei der für das kommende Jahr geplante Event „50 Jahre Gemeinde Ronneburg“.

Schlussendlich berichtete Horst Eberlein über den Stand der Dinge in Sachen Glasfaserausbau für Endabnehmer in Ronneburg. Das Projekt der Firma YPlay wird von der Gemeinde unterstützt und würde neben allen Einwohnern auch für die Gewerbetreibenden einen großen Schritt nach vorn in Sachen Internetnutzung bedeuten. (Von Ingbert Zacharias)

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