Lebensrettung mit Ansage

DRK sponsert Defibrillator, der im Notfall allen Bürgern zur Verfügung steht 

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Was im Notfall mit Hilfe des neuen Defibrillator zu tun ist, demonstriert Pflegefachkraft Iris Heuer gemeinsam mit DRK-Ortsvereinsvorsitzenden Roland Reidel.

Der Ronneburger Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat für alle Bürger der Gemeinde einen Defibrillator gesponsert, der mit seinem Benutzer spricht und Anweisungen gibt.

„Kleben Sie die Elektroden auf die Brust!“ Eine klare Ansage – und die ist auch notwendig, wenn man als Laie das Gerät bedienen will, das sich jetzt im Flur der Seniorendependance Ronneburg in Hüttengesäß befindet. Der Apparat, der mit seinem Benutzer spricht, ist ein Defibrillator, der vom Ronneburger Ortsverein des Roten Kreuzes (DRK) für alle Bürger der Gemeinde gesponsert wurde. 

Der neue Defibrillator hat sogar eine "Kinderfunktion"

„Die Idee dazu kam von unserer Schatzmeisterin Inge Schäfer, als sie am Ende des vergangenen Jahres Kassensturz gemacht hatte“, berichtet der Vereinsvorsitzende Roland Reidel. „Statt das überschüssige Geld auf der Bank zu belassen, haben wir davon den Defibrillator angeschafft.“ 

Das knapp 2700 Euro teure Gerät ist sogar mit einer „Kinderfunktion“ ausgestattet, kann also auch ohne Probleme bei Personen bis 25 Kilogramm Körpergewicht eingesetzt werden, was eine zusätzliche Möglichkeit der Anwendung und Hilfe darstellt. 

Am letzten Dienstag war es dann soweit: Im Rahmen der turnusmäßigen Zusammenkunft und Weiterbildung aller Führungs- und Pflegekräfte der Seniorendependance stellten Roland Reidel und Volker Laubenthal allen Anwesenden das Gerät vor und demonstrierten anschließend an einer Puppe die Handhabung des Defibrillator.

Sofort einen 112-Notruf tätigen und mit der Herzdruckmassage beginnen

„Wichtig ist natürlich, dass man bei Auffinden einer hilflos am Boden liegenden Person zunächst prüft, ob bei ihr noch eine eigenständige Atmung zu erkennen ist. Ist das nicht der Fall, so muss man umgehend einen 112-Notruf absetzen und sofort mit der Herzdruckmassage beginnen“, erklärt Laubenthal das Herangehen an die Situation. 

„Bei dieser ersten Hilfe zählt jede Minute, da durch das Aussetzen des Herzschlages die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff unterbrochen ist,“ so der Ausbilder des Hanauer DRK-Kreisverbands. Wenn vorhanden, sollte dann der Defibrillator zum Einsatz kommen. 

Wichtig: Nur wenn sich das Gerät in unmittelbarer Nähe der Einsatzstelle befindet, kann man die Druckmassage für einen kurzen Moment unterbrechen und den Defibrillator holen, um ihn nach weiterer, längerer Druckmassage zum Einsatz zu bringen. Ideal ist hier immer die Unterstützung durch eine zweite Hilfsperson. 

Einfache Bedienung und deutliche Anweisungen des vollautomatischen Defibrillators

Im Regelfall alarmiert die Rettungsleitstelle nach Eingang des Notrufs einen örtlichen Voraushelfer, der umgehend den Defibrillator holt und damit den Ersthelfer vor Ort unterstützt, bis der Rettungswagen kommt. Die Anwendung des Defibrillators sei recht einfach und aufgrund der deutlichen Anweisung, die das Gerät von sich gibt, für jedermann möglich, erläutern die Experten vom DRK. 

Nach dem auf Ansage durchgeführten Aufkleben der Elektroden arbeitet das Gerät vollautomatisch. Wenn es keine Herztätigkeit bei der Person feststellt, gibt es einen elektrischen Schockimpuls ab, um das Kammerflimmern zu beenden und das Herz wieder zum Schlagen zu veranlassen. „Niemand sollte Angst davor haben, den Apparat einzusetzen, wenn es erforderlich ist“, sagt Roland Reidel und ergänzt, dass der neue Defibrillator im Flur des Dependance-Erdgeschosses nahe dem Aufgang zur ersten Etage montiert ist. 

Da sich im Haus rund um die Uhr Pflegepersonal befindet, ist somit bei einem Notfall jederzeit der freie Zugang zum Gerät gewährleistet. „Der Defibrillator ist für alle Einwohner unserer Gemeinde gedacht und kann auch von jedem eingesetzt werden“, so Reidel. Beim DRK-Ortsverein sind bereits Überlegungen im Gange, ein weiteres Gerät dieser Art anzuschaffen.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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