Schöneck

Alte Schloss: Abstimmung über Gutachten verschoben

Die Entscheidung, ob ein Gutachten zu den Sanierungskosten für das Alte Schloss in Büdesheim erstellt werden soll, hat der Ausschuss erstmal vertagt. Bei der Sitzung des Gemeindeparlaments kommende Woche ist das Gebäude wieder Thema. Archivfoto: Gärtner

Schöneck. Abstimmung über Gutachten zu Sanierungskosten für das Alte Schloss verschoben – Investor soll sich erklären

Von Rainer Habermann

Wie löst sich der „Gordische Knoten Altes Schloss“? Der Durchbruch lässt weiter auf sich warten. Die Entscheidung über das von der FDP ins Spiel gebrachte Gutachten zum Sanierungsaufwand ist vom Haupt- und Finanzausschuss verschoben worden (unsere Zeitung berichtete). Man will zunächst die Kaufentscheidung des Investors abwarten. Die Liberalen wollen jetzt den Druck auf Werner Dietz erhöhen. Ein entsprechender Antrag liegt für die kommende Sitzung des Gemeindeparlaments vor.

Die Diskussion um den Schlossverkauf und die auf dem zugehörigen Gelände – möglicherweise – stattfindende, zukünftige Bebauung mit Wohnhäusern durch den Schottener Investor Werner Dietz ist verfahren. Der nämlich ist der potenzielle Käufer des gesamten Ensembles. Doch bisher hat er das nicht getan: gekauft. Und so, wie das zumindest FDP, Freie Wähler und WAS – ebenso wahrscheinlich etliche Bürger – einschätzen, hat er auch wenig Grund dazu, seiner Kaufoption nachzukommen.

Zwar schweigen die Beteiligten weiter über den konkreten Inhalt der Präsentation des Landesdenkmalamtes zur Bebaubarkeit des Schloss‧areals vom Dezember. Doch zumindest eines wurde bei der Sitzung des Ausschusses klar: Eine mögliche Neubautätigkeit muss nach der Stellungnahme der Behörde wohl reduzierter ausfallen als vom Investor geplant.

Genau da setzen auch die Gegner eines Verkaufs an. Sie sagen: Wenn jetzt die Bebauung so nicht möglich ist, dann sei doch möglicherweise auch das gesamte Bietverfahren von falschen Voraussetzungen ausgegangen. Der Beschluss zum Verkauf des Büdesheimer Schlosses ist seinerzeit einstimmig von der Gemeindevertreterversammlung gefällt worden. Im Nachhinein erst kamen die Bedenken, wurde auch eine Bürgerinitiative gegen den Verkauf gegründet.

Jener Beschluss stütze sich – in Zeiten extrem klammer kommunaler Haushalte – lediglich auf Untersuchungen der Statik und der Fassade des Schlosses, und berücksichtigte nicht, was eine Sanierung des historischen Kleinods denn möglicherweise insgesamt kosten könnte, bemängelt FDP-Fraktionsvorsitzende Anke Pfeil. Damals sagte man sinngemäß, aufgrund der Gutachten: „Eine Sanierung wird kostenmäßig ein Fass ohne Boden.“

Nun steht die Forderung der FDP im Raum, ein explizites Gutachten zum gesamten Sanierungsbedarf des Büdesheimer Schlosses und den Kosten hierfür zu beauftragen. Die Entscheidung hierüber wurde im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag einstimmig (bei Enthaltung der FDP) auf eine Zeit nach Verkündung eines Kaufbeschlusses des Investors verschoben.

Aber die Schlagzahl erhöht sich weiter. Denn die FDP wird in der kommenden Gemeindevertreterversammlung am Donnerstag, 22. März, einen Antrag stellen, der wie folgt lautet: „Der Gemeindevorstand wird beauftragt, die W. Dietz und Söhne GmbH unverzüglich aufzufordern, sich innerhalb einer angemessenen Frist von maximal sechs Wochen verbindlich dahingehend zu erklären, ob und wenn ja, innerhalb welchen Zeitraumes der Erwerb des im Rahmen des Bietverfahrens im Sommer 2015 angebotenen Alten Schlosses nebst Freifläche gemäß Beschluss der Gemeindevertretung vom 11. Februar 2016 erfolgen wird.“

Pfeil hatte diesen Antrag bereits in der Ausschusssitzung angekündigt. Unter welchen Bedingungen und in welchem Umfang eine Neubebauung auf der Freifläche genehmigungsfähig wäre, sei seit mehreren Monaten bekannt. Man könne nun davon ausgehen, „dass eine verbindliche Erklärung hinsichtlich des Erwerbs möglich ist“. Dietz hatte stets betont, dass er seine Kaufentscheidung von einer für ihn wirtschaftlichen Bebaubarkeit des Grundstücks abhängig macht.

Pfeil führt an, „dass an dem Alten Schloss auch seit den ersten Überlegungen zu seiner Veräußerung vor über fünf Jahren keine nennenswerten Instandhaltungsarbeiten durchgeführt wurden, obwohl seitens der Gemeinde als Eigentümerin eine Verpflichtung zur Erhaltung ihrer Vermögenswerte besteht und das Erfordernis für Maßnahmen bereits zum damaligen Zeitpunkt bekannt war“.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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