1. Schönecker Seifenkistenrennen

Familie Reuchsel aus Oberdorfelden geht mit der „Flotten Motte“ an den Start

Bastelt fleißig an der „Flotten Motte“: Familie Reuchsel aus Oberdorfelden geht am Samstag beim 1. Schönecker Seifenkistenrennen an den Start. Auch ein Fluxkompensator (kleines Bild), der Zeitreisen möglich machen soll, ist mit an Bord. Josha (8) und Hanna (11) sind die Rennpiloten.
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Bastelt fleißig an der „Flotten Motte“: Familie Reuchsel aus Oberdorfelden geht am Samstag beim 1. Schönecker Seifenkistenrennen an den Start. Auch ein Fluxkompensator (kleines Bild), der Zeitreisen möglich machen soll, ist mit an Bord. Josha (8) und Hanna (11) sind die Rennpiloten.

Da haben die Nachbarn in der Odenwaldstraße nicht schlecht gestaunt, als dieser Tage ein Sessel und ein Lampenschirm auf Rollen an ihren Häusern vorbeigebrettert sind. Das waren die Testläufe für die „Flotte Motte“. So hat Familie Reuchsel aus Oberdorfelden ihr selbst gebasteltes Gefährt getauft. Am morgigen Samstag nehmen Josha (8) und Hanna (11) als Piloten am 1. Schönecker Seifenkistenrennen teil.

Schöneck –„So richtig windschnittig ist unsere Seifenkiste nicht. Wir hoffen auf einen Preis für Kreativität“, erzählt Mutter Regina Reuchsel. Nach dem spontanen Entschluss, an dem Rennen teilzunehmen, hat die Familie erstmal im Internet recherchiert. Dabei ist sie auf Bausätze gestoßen, die man online bestellen kann, aber mit mehreren Hundert Euro zu Buche schlagen. „Da haben wir uns gedacht: Das kriegen wir auch selbst hin“, sagt Alexander Reusel. Der Autoverkäufer ist handwerklich geschickt und übernimmt die technische Leitung. „Wir wollten es bewusst anders machen. Schließlich geht es doch in ersten Linie um den gemeinsamen Spaß.“

Viel Spaß bei Testfahrten

Die Kinder Josha und Hanna liefern viele Ideen. Mutter Regina übernimmt die Materialbeschaffung. „Sessel, Teppich und Lampe habe ich in Kleinanzeigen gefunden. Alte Decken und andere Dekogegenstände stammen aus einer Haushaltsauflösung.“ Verwendet werden fast nur gebrauchte Dinge. Auch ein ausgedienter Kinderwagen bekommt ein neues Leben. Die Achsen bringen jetzt die Seifenkiste ins Rollen.

Fünf Stunden wird gehämmert, gesägt und geschraubt, dann ist die „Flotte Motte“ einsatzbereit. Die Touren durch die Nachbarschaft machen Josha und Hanna riesigen Spaß. „Alleine dafür hat sich der Aufwand schon gelohnt“, sagt Alexander Reuchsel.

Die Familie hat bei der Ausstattung viel Liebe zum Detail bewiesen. Es gibt selbst gebastelte Motten, die noch platziert werden sollen. Zudem soll auf das Gefährt ein kleiner Beistelltisch mit einem Wählscheiben-Telefon montiert werden. Ein Teppich vermittelt Wohnzimmeratmosphäre.

Spezialausstattung: ein Fluxkompensator

Highlight der „Flotten Motte“ ist die Spezialausstattung: ein Fluxkompensator. Das aus der Filmreihe „Zurück in die Zukunft“ bekannte Modul soll – richtig an ein Fahrzeug angeschlossen – Reisen durch die Zeit ermöglichen. Im Film muss das Auto jedoch umgerechnet 140 Stundenkilometer erreichen, um in die Vergangenheit zu reisen. Wenn Josha und Hanna das schaffen, gewinnen sie das Seifenkistenrennen auf jeden Fall. Josha wüsste schon, wohin er gerne reisen würde. „Zu den Dinosauriern“, sagt der Drittklässler.

Doch die Reuchsels setzen nicht auf Geschwindigkeit. Sie hoffen auf viele Punkte für ihre Ideen. „Bei uns ist es jedenfalls schön gemütlich“, betont Josha. Ihre Fahrtauglichkeit hat die „Flotte Motte“ zwar schon bewiesen, doch zur Sicherheit ziehen die beiden Kinder ihre Fahrradhelme an. „Es ist ja wichtig, dass wir uns nicht verletzen“, sagt Josha. Um es stilecht zu machen, wird er eine Fliege und Hosenträger anziehen. Schließlich soll alles stimmig sein.

Wunderbare Auszeit vom Alltag

Mit ihrer – nicht ganz ernst gemeinten – technischen Beschreibung, die alle Teilnehmer abgeben müssen, hat Familie Reuchsel jedenfalls schon mal für Verwirrung gesorgt. „Drei achtkantig angeordnete Rotormuffen sorgen für den Antrieb“, ist darin zu lesen. Am Samstagmorgen wird die „Flotte Motte“ dann im Anhänger nach Kilianstädten gebracht. Ab 10 Uhr messen sich die 50 Teilnehmer in verschiedenen Rennen. Josha und Hanna gehen jeweils dreimal an den Start.

„Es wäre natürlich trotzdem schön, wenn wir auch eine gute Zeit fahren“, sagt Regina Reuchsel. Alle vier freuen sich auf einen Tag Auszeit aus dem Alltag. Das schafft die Veranstaltung auch ohne einen Fluxkompensator. (Mirjam Fritzsche)

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