Nach einem Jahr Corona-Pause

„Halloween-Hammer“ in Oberdorfelden legt wieder los

Freuen sich auf den Neustart des „Halloween-Hammer“ in der Kinzigstraße (von links): Marcel Klemm, Lutz Zimmermann, Katharina und Tomas Appelt.
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Freuen sich auf den Neustart des „Halloween-Hammer“ in der Kinzigstraße (von links): Marcel Klemm, Lutz Zimmermann, Katharina und Tomas Appelt.

Schöneck – Die Nachbarn winken beim Vorbeifahren, die Kinder schauen aufgeregt um die Ecke. Die Vorfreude ist riesig: Der Wendehammer an der Kinzigstraße 24 in Oberdorfelden verwandelt sich nach einem Jahr Corona-Pause wieder in den „Halloween-Hammer“. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange, damit Gruselfans am Sonntagabend auf ihre Kosten kommen. Wir waren bei der Lichtprobe dabei.

2013 haben Lutz Zimmermann und seine Frau Marina den Stein ins Rollen gebracht. Sie haben angefangen, die Kinder, die an Halloween bei ihnen geklingelt haben, an der Haustür zu erschrecken. Immer mehr Kinder und auch Erwachsene kamen in die Kinzigstraße, um „Süßes oder Saures“ zu fordern. Für manchen Heranwachsenden war es regelrecht eine Mutprobe, bei den Zimmermanns zu klingeln. „Unseren Besuchern wollten wir dann auch immer mehr und immer etwas Neues bieten“, erzählt der Schönecker.

350 Besucher kamen im Jahr 2019

Beim einfachen Erschrecken an der Haustür blieb es daher nicht lange. Es entstand nach und nach ein ganzes Halloween-Haus mit einer Geisterbahn auf dem Grundstück. Die Nachbarn hat er schnell mit seiner Begeisterung angesteckt. Auch sie dekorieren mittlerweile ihre Vorgärten und Hauseinfahrten um. So verwandelte sich der Wendehammer in einen echten „Halloween-Hammer“ (unsere Zeitung berichtete).

Vor zwei Jahren erreichte das Schauspiel seinen Höhepunkt – mit 350 Besuchern. „Die Straße war voll geparkt“, berichtet Marcel Klemm, der ein paar Häuser weiter wohnt und sich um die Lichttechnik und den richtigen Sound kümmert. Selbst aus Büdingen und Friedberg seien Schaulustige angereist.

Nebel und Laser: Technisch haben die Anwohner in den vergangenen Jahren aufgerüstet.

Sie kamen auf ihre Kosten. „Unsere Garage habe ich zum Beispiel in ein Schlachthaus umdekoriert. Mit abgetrennten Gliedmaßen und viel Blut – nichts für schwache Nerven“, sagt Lutz Zimmermann. Wen zwischendurch der Mut verließ, konnte den „Notausgang“ nutzen. „Den haben meistens Erwachsene genommen. Kinder sind mutiger“, berichet der pensionierte Zöllner. Im vergangenen Jahr gab es wegen der Pandemie keine Aktionen, nur ein Plakat am Gartenzaun mit dem Titel „Coroween fällt aus“. Das hätten die Leute verstanden.

In diesem Jahr wird der „Halloween-Hammer“ in abgespeckter Form stattfinden. „Eine Geisterbahn gibt es diesmal leider nicht. Die Süßigkeiten werden über das Gartentor gereicht“, erläutert der 60-Jährige.

Abstand halten ist weiter wichtig

Ein großes Schild mit der Aufschrift „Abstand halten“ soll darauf aufmerksam machen, dass noch immer Vorsicht geboten ist. „Wir tragen schließlich eine Verantwortung“, so Zimmermann. Trotzdem finde er es wichtig, dass ein wenig „Normalität“ einkehrt und vor allem die Kinder wieder Spaß haben dürfen.

Langweilig dürfte es am 31. Oktober in der Kinzigstraße trotzdem nicht werden. Denn nicht nur die Häuser und Gärten werden gruselig verpackt, auch die Anwohner verkleiden sich wieder. Also Achtung: Hinter jeder Ecke könnte sich ein Werwolf, ein Zombie oder eine Geisterfrau verstecken.

Im Garten von Nummer 16, dem Haus von Katharina und Tomas Appelt, gibt es eine schaurige Szenerie zu bestaunen. Dort wird ein blutiger „Unfall“ mit dem Rasenmäher nachgestellt. „Wir werden immer kreativer“, freut sich Katharina Appelt. Was bereits bei Tageslicht schauerlich anzusehen ist, wirkt nach Sonnenuntergang noch viel furchterregender. „Die Soundeffekte sind so eingestellt, dass man nicht heraushört, von wo die Geräusche kommen“, betont Marcel Klemm.

Große Pläne für 2022

Das Treffen für die Lichtprobe findet in der Abenddämmerung statt. Langsam wabern Nebelschwaden aus den „Gräbern“ im Vorgarten. Spinnweben, Grabsteine und Geisterpuppen vervollständigen die Illusion. Mit einem professionellen Mischpult werden die Effekte programmiert. Nichts wird dem Zufall überlassen. „Nach und nach werden verschiedene Szenarien beleuchtet. So gibt es immer was Neues zu gucken“, erklärt Zimmermann. Also Mutige vor: Eine Gänsehaut gibt es inklusive.

Für das kommende Jahr schmieden der Halloween-Fan und seine Mitstreiter bereits große Pläne. Das ganze Jahr über sind sie schon auf der Jagd nach den besten Dekoartikeln und Ideen. 2022 soll es auf jeden Fall wieder eine Geisterbahn geben.

Zwischen 18 und 21 Uhr am Sonntagabend sind kleine und große Gruselfans eingeladen, beim „Halloween-Hammer“ vorbeizuschauen. Die Anwohner sind gut vorbereitet. Die Vorräte an Süßigkeiten wurden aufgestockt. Oberdorfeldens Ortsvorsteher Sascha Brey hat zudem versprochen, eine süße Überraschung beizusteuern. (Mirjam Fritzsche)

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