Kinder

„Mama, wir haben heute Strom gemacht“ Aktionstag „Sonnenenergie und Strom sparen“ in der Kita Goldregen

Je mehr Lichter brennen sollen, desto anstrengender wird es. Andreas Frank und seine Tochter Leonie demonstrieren Kindergartenkindern bei einem Aktionstag, wie aufwändig es ist, Strom zu produzieren.
+
Je mehr Lichter brennen sollen, desto anstrengender wird es. Andreas Frank und seine Tochter Leonie demonstrieren Kindergartenkindern bei einem Aktionstag, wie aufwändig es ist, Strom zu produzieren.

„Los, los, los, schneller, du schaffst das!“ Die Mädchen und Jungen der Kita Goldregen sind voll dabei, als wieder mal ein Kind auf dem Fahrrad sitzt und kräftig in die Pedale tritt. Es wird angefeuert, gestaunt und applaudiert. Wer meint, es handelt sich in dieser Szene um die letzten Meter einer Radtour, der irrt jedoch. Denn hier findet kein Rennen statt, es geht um etwas ganz anderes: Die Kinder produzieren Strom.

Schöneck – Mitten im Raum steht ein kleines Fahrrad mit überdimensionalem Dynamo am Hinterrad. Je stärker das Kind im Sattel in die Pedale tritt, desto heller leuchten die LED-Lichter auf einem Brett. Während es nicht allzu schwer scheint, ein einzelnes Licht zum Leuchten zu bringen, wird es beim fünften beinahe unmöglich für die kurzen Beine der Teilnehmer.

Andreas Frank vergleicht die fünf Lichter mit Räumen von zu Hause: „Das hier ist das Badezimmer, das Esszimmer, euer Kinderzimmer, das Wohnzimmer und die Küche. Und jetzt seht ihr mal, wie aufwändig es ist, dort überall Licht zu haben.“ Die Kinder scheinen den Zusammenhang nachvollziehen zu können. Genau der Effekt, den sich Frank erhofft hat.

Der Diplom-Ingenieur hat den heutigen Aktionstag „Sonnenenergie und Strom sparen“ organisiert. Mit seiner Tochter Leonie leitet er die unterschiedlichen Stationen. Mit dem Dynamo des Fahrrads lassen sich neben den Lichtern noch eine kleine Lokomotive und ein Kassettenrekorder antreiben. Außerdem hat Frank eine „Winkekatze“ dabei. Die Katze winkt mit ihrem Arm, sobald Licht auf eine kleine Solarzelle scheint.

Geräte wurden vom Verein „Solare Zukunft“ aus Freiburg gestellt

Ein weiteres Mittel, um den Kindern Solarenergie zu erklären, sind die gebastelten Fingerwärmer. Sobald Sonnenlicht auf die Alufolie der Trichter scheint, wird der Finger ganz warm. Die Kinder sind begeistert.

All die eingesetzten Geräte gehören dem Verein „Solare Zukunft“ aus Freiburg. Nachdem Frank den Verein im September kontaktierte, erklärte dieser sich bereit, die Geräte zur Verfügung zu stellen. Mit dieser Unterstützung stand einer Aktion im örtlichen Kindergarten nichts mehr im Wege.

„Wir freuen uns, dass Andreas hier ist. Wir wollen den Kindern eine nachhaltige Lebensweise nahebringen. Sie sollen spielerisch entdecken und begreifen, wie Strom produziert wird und dass das gar nicht so einfach ist“, erklärt Kita-Leiterin Ines Mill. Diese Ziele teilt sie mit dem Initiator. Frank, der selbst in der Solartechnik gearbeitet hat, möchte mit der Aktion „Gutes tun und etwas bewegen“. „Die Kinder sollen schon frühzeitig auf positive Weise in Kontakt mit dem Thema kommen und lernen, dass Solartechnik wichtig ist und wie sie wirkt.“

Kinder sollen lernen, nachhaltiger zu handeln

Er erhofft sich außerdem, dass die Kinder merken, wie viel Mühe es kostet, Strom zu erzeugen, um bewusster und nachhaltiger mit dem Thema umzugehen. Ob es auch in Zukunft weitere solcher Angebote geben kann, ist zurzeit ungewiss: „Es ist natürlich auch ein großer Aufwand diese Aktion zu organisieren, zudem sind die Geräte nicht von uns. Das Projekt muss angenommen und nachgefragt werden, um es weiterzuführen“, erklärt der 58-Jährige.

Der erste Aktionstag ist jedenfalls geglückt. Fünf Gruppen der evangelischen Einrichtung haben bei der Aktion mitgemacht, die Rückmeldung ist durchgehend positiv. Als eines der Kinder am späten Mittag abgeholt wird, hört man über den Hof des Kindergartens begeistert: „Mama, wir haben heute Strom gemacht!“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare