Großes Lob von der Feuerwehr

Kleine Helden: Grundschüler aus Schöneck kümmern sich nach Sturz um hilflose Frau

Können stolz auf sich sein: Die Grundschüler (von links) Lotta, Isabella, Henry und Novina sowie zwei weitere Kinder haben einer Frau hinter dem Bürgertreff in Kilianstädten aus einer Notlage geholfen.
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Können stolz auf sich sein: Die Grundschüler (von links) Lotta, Isabella, Henry und Novina sowie zwei weitere Kinder haben einer Frau hinter dem Bürgertreff in Kilianstädten aus einer Notlage geholfen.

Schöneck – Die Grundschüler Lotta, Isabella, Henry, Navina, Luisa und Jana aus Kilianstädten haben gelernt, was bei einem Notfall zu tun ist. Zwei von ihnen sind Mitglied der Minifeuerwehr, alle haben an der Brandschutzerziehung teilgenommen. Nur diesmal ist es keine Übung, sondern Realität. Sie „retten“ eine hilflose Frau nach einem Sturz und dürfen stolz auf sich sein.

In Schöneck gibt es in allen drei Ortsteilen eine Minifeuerwehr mit insgesamt 45 Kindern sowie ein professionelles Team für die Brandschutzerziehung. Das spielerische Lernen steht in allen Unterrichtseinheiten im Vordergrund. Als wichtigster Bestandteil einer solchen Einheit werden unter anderem das Absetzen eines Notrufs sowie die richtigen Verhaltensweisen in einer Notfallsituation geübt. Die Kinder und auch ihre Betreuer hätten wohl nicht damit gerechnet, dass dieses Wissen so bald zum Einsatz kommt.

Am Mittwoch vergangener Woche machen sich die sechs Kinder der Friedrich-Ebert-Grundschule nach Schulschluss auf den Nachhauseweg. Lotta (7), Isabella (7), Henry (8), Navina (8) , Luisa (7) und Jana (9) trödeln ein wenig und machen einen kleinen Umweg. Sie laufen hinter dem Bürgertreff Kilianstädten entlang – der „offizielle“ Schulweg verläuft an der Richard-Wagner-Straße. Welch glücklicher Umstand, denn hier werden die Kinder auf eine Frau aufmerksam, die an einer Böschung abgerutscht ist und hilflos wirkt.

Frau stürzt beim Gassigehen mit dem Hund

Wie sich herausstellt, war es ein Unfall beim Gassigehen: Die Dame wollte ordnungsgemäß die Hinterlassenschaften ihres Hundes beseitigen, als sie abrutscht. Die Kinder entdecken die Frau und sprechen sie an. „Sie hatte sich richtig in den Dornen verheddert“, erzählt Isabella. Die Frau bestätigt, dass sie Hilfe braucht. Die Kinder zögern nicht lange und verhalten sich so, wie sie es gelernt haben. „Die Schulranzen sind gefallen und nun geht die Rettungsaktion für unsere kleinen Helden richtig los“, heißt es in dem Bericht, den die Feuerwehr Schöneck später verschickt.

Henry rennt nach Hause, um seine sowie andere Mütter zu informieren. Parallel läuft Isabella auf die Straße, um einen zufällig vorbeikommenden Passanten anzusprechen. „Ich habe sogar den Corona-Abstand eingehalten“, erzählt die Siebenjährige stolz. Nach Schilderung des Sachverhalts setzt der Mann den Notruf ab.

Grundschüler verhalten sich bei Rettungsaktion vorbildlich

Navina und Lotta kümmern sich derweil um den kleinen Hund der Frau, da einer der beiden Schüler zum Zeitpunkt des Geschehens einschätzen kann, dass auch Tiere in einer Stresssituation anders reagieren können als normal. Nachdem die Rettungsaktion läuft, begeben sich die Schüler eigenständig an verschiedene Örtlichkeiten, um die Rettungskräfte auf sich aufmerksam zu machen. Beim Eintreffen der Rettungskräfte sind bereits die Mütter der Kinder an der Einsatzstelle und nehmen sie in Obhut.

Gemeindeminifeuerwehrwartin Melanie Haas, die Mutter von Isabella, ist sprachlos, als sie erfährt, wie professionell die Kinder mit dieser Stresssituation umgegangen sind. „Sie verdienen den allergrößten Respekt und Anerkennung, den man aussprechen kann. Sie haben vorbildlich gehandelt. Jeder wusste, was zu tun ist, auch ohne große Worte“, sagt sie. Für sie sei es besonders schön zu sehen, dass die jahrelange Arbeit Früchte trägt. „Es war ein aufregender Tag, den die Kinder so schnell nicht vergessen werden“, sagt sie.Von Mirjam Fritzsche

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