Aktionen auf lokaler Ebene

Lokale Gruppe „Schöneck for Future“ möchte Klimaschutz-Themen in der Gemeinde voranbringen

Die Schönecker Klimaaktivisten Michael Wolf, Laura Merz, Werner Fröhlich, Pfarrer Kaarlo Friedrich und Sabrina Jenisch (von links) rufen zum Klimastreik auf und wollen sich auch künftig engagieren.
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Die Schönecker Klimaaktivisten Michael Wolf, Laura Merz, Werner Fröhlich, Pfarrer Kaarlo Friedrich und Sabrina Jenisch (von links) rufen zum Klimastreik auf und wollen sich auch künftig engagieren.

Eine Gruppe aus Schöneck findet, es muss sich etwas tun in Sachen Klimawandel. Aus diesem Grund hat sich „Schöneck for Future“ zusammengefunden und zum Auftakt der Aktionen kürzlich eine Fahrraddemo von Oberdorfelden nach Büdesheim mit Abschlusskundgebung organisiert. Neben einem interessanten Austausch zu den Themen des Klimawandels erwartete die Teilnehmer eine Ausstellung zum Thema Rohstoffe sowie das „Eine-Weltregal“ welches die evangelische Kirchengemeinde mit Produkten aus fairem Handel betreibt.

Schöneck – „Im März hat Pfarrer Kaarlo Friedrich zu einer ersten Kundgebung in Büdesheim aufgerufen, auch zu dem globalen Klimastreik von Fridays for Future. 13 Leute beteiligten sich daran“, erklärt Klimaaktivistin Sabrina Jenisch. „Wir verabredeten, die Sache zu einem anderen Termin größer aufzuziehen. Am 24. September zum globalen Klimastreik von Fridays for Future beteiligten wir uns deshalb mit einer eigenen Aktion“, sagt Jenisch, um mit den Schöneckern in Dialog zu treten.

Kinder und Jugendliche motivieren

Friedrich nennt als erstes Klimaproblem in Schöneck die zahlreichen Autos, die viel Platz einnehmen. Auch im Bereich Wohnungsbau könnten Photovoltaik- und Energiesparmaßnahmen in Betracht gezogen werden. Als Alternative nennt er E-Autos und Fahrräder. Schon Kinder und Jugendliche könnten von klein auf einen anderen Blick auf das Thema gewinnen und motiviert werden.

Mitstreiter Werner Fröhlich gründete in Nidderau vor vielen Jahren eine ADFC-Ortsgruppe. „Mein Schwerpunkt ist heute der Radverkehr im Alltag“, sagt Fröhlich. In seiner Heimatgemeinde Altenstadt plädiert er für einen vernünftigen Abstellplatz für Fahrräder. Es sei sehr schwierig, dies auf kommunaler Ebene durchzusetzen, da dies einen Autoparkplatz koste. In der Limesschule in Altenstadt versuche er, Projekte mit Schülern auf den Weg zu bringen, wie die Erkundung des Radweges zur Schule. „Allerdings finde ich in der Schule keinen Ansprechpartner, der sich dafür aktiv einsetzt“, sagt Fröhlich. Auch an der Bertha-von-Suttner-Schule, wo er über 20 Jahre eine Fahrradwerkstatt betrieben hat, wünscht er sich ein Projekt dieser Art. Dass die Leute wieder vermehrt Fahrräder kauften, sei dem Trend hin zum elektrounterstützten Fahrrad in der Pandemie zu verdanken. Wer Rad fahre, der schone die Umwelt, benötige nur geringen Parkraum und keinen Sprit.

Reparieren statt wegwerfen

Michael Wolf gehört zur Fahrradgruppe des Repair-Cafés. Die Gruppe repariert Fahrräder mit kleinen Defekten, anstatt sie zu entsorgen, als einen Aspekt des Umweltschutzes. „Wir bieten zwei Mal im Monat Reparaturtermine an. Die Nachfrage ist sehr rege“, sagt Wolf. „Begonnen haben wir als Schöneck for Future mit sechs festen Organisatoren. Mittlerweile hat sich parallel dazu eine Fridays for Future Ortsgruppe für Schöneck gegründet“, sagt Friedrich, unterstützt von Organisatorin Laura Merz.

Wie Jenisch erklärt, soll nicht jeden Freitag demonstriert werden, allerdings werde versucht, im März zu den globalen Klimastreiks wieder eine große Aktion zu starten. Auch Plastikmüll ist ein Thema. So fand kürzlich eine Müllsammelaktion in Oberdorfelden statt, die man zukünftig auch von der Gruppe aus mitbewerben oder organisieren könnte, sagt Jenisch. „Wir haben kürzlich eine Konfirmandenfreizeit unternommen, wo die Konfirmanden mit dem Fahrrad nach Petterweil gefahren sind und wieder zurück“, ergänzt Friedrich. „Das Wichtigste ist, was auch Fridays for Future von Anfang an gemacht hat, auf die Straße zu gehen und zu sagen, dass es so nicht weitergeht“, sagt Friedrich.

Weitere Mitstreiter erwünscht

„In einer kleinen Gemeinde wie Schöneck sollte man darauf aufmerksam machen, dass es wirklich jeden etwas angeht“, ergänzt Jenisch. Durch Aktionen erhoffen sich die Klimaaktivisten auch neue Mitglieder für die Gruppen zu gewinnen, um größere Projekte umzusetzen. In Schöneck hätten sich nun die Gruppen gegründet, da es Tradition sei, dass es seit etwa drei Jahren bei jedem Weltklimatag in Büdesheim einen Demonstrationszug gegeben habe. Nun werde das Ganze erstmals größer aufgezogen. Die Mobilisierung erreiche man über Gespräche mit Freunden und Verwandten und der eigenen Vorbildfunktion.

Mitstreiter können sich über Facebook Fridays for Future Schöneck und Instagram unter FFF Schoeneck melden, um in den E-Mail-Verteiler aufgenommen zu werden. (Georgia Lori)

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