Sie feiert 2021 ihren 50. Geburtstag

„Man fühlt sich wie ein Sonntagskind“: Christiane Beck ist die erste „echte“ Schöneckerin

Christiane Beck (geb. Schmidt) ist die erste Bürgerin, in deren Papieren der Name der 1971 neu gegründeten Gemeinde Schöneck verzeichnet ist. Sie kam am 10. Januar 1971 zur Welt.
 Der HA berichtete damals.
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Christiane Beck (geb. Schmidt) ist die erste Bürgerin, in deren Papieren der Name der 1971 neu gegründeten Gemeinde Schöneck verzeichnet ist. Sie kam am 10. Januar 1971 zur Welt.

Als der Reporter des HANAUER ANZEIGER 1971 an die Tür klopft, sind Nils und Edelgard Schmidt zunächst überrascht. „Meine Eltern hatten kein Telefon. Er konnte sich also nicht anmelden“, erzählt Christiane Beck, geborene Schmidt.

Schöneck - An diesem Tag entsteht ein denkwürdiges Bild mit der neugeborenen Christiane, das am 8. Februar 1971 im Lokalteil des HA erscheint. Es trägt die Überschrift: „Die erste Schöneckerin heißt Christiane.“ Die Erklärung: Die Kilianstädterin ist am 10. Januar auf die Welt gekommen und damit die erste Bürgerin, in deren Papieren der Name der neu gegründeten Gemeinde verzeichnet ist.

HA berichtet über erstes Schönecker Baby

Das war der Lokalzeitung natürlich einen Bericht wert. „Das Foto zeigt die Mutter und ihr reizendes Töchterchen, das schon recht munter in die Welt schaut“, heißt es in der Bildunterschrift. Familie Schmidt hat den kleinen Artikel in Ehren gehalten. „Der Zeitungsausschnitt hing früher in meinem Kinderzimmer. Jetzt liegt er verpackt in einem Umzugskarton“, erzählt Christiane Beck.

Ihre Eltern ziehen gerade zu ihr nach Hildesheim und bringen auch das Andenken mit. Christiane Beck wohnt schon viele Jahre nicht mehr in Schöneck. Das kleine Mädchen von damals ist heute eine engagierte Ärztin und feiert im kommenden Jahr – wie ihre Heimatgemeinde auch – ihren 50. Geburtstag. Auch ihre drei jüngeren Brüder leben nicht mehr in Schöneck. Sie haben in Oslo, Hamburg und Berlin ein neues Zuhause gefunden.

Der HANAUER ANZEIGER berichtet 1971 über das erste Schönecker Baby.

Regelmäßige Besuche in Schöneck

„Mit 19 Jahren bin ich ausgezogen, um in Göttingen Medizin zu studieren“, erzählt Beck. Später habe sie in Hannover und Rostock gelebt. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern, 10, 14 und 16 Jahre alt, wohnt sie seit 2011 in Hildesheim. „In Schöneck bin ich regelmäßig gewesen, um meine Eltern zu besuchen“, sagt sie. So habe sie viele Entwicklungen im Ort mitbekommen wie den Bau der Umgehungsstraße. „Die Frankfurter Straße ist nach der Sanierung wirklich hübsch geworden“, sagt Christiane Beck.

An ihre Kindheit denkt sie gerne zurück. „Wir sind viel im Wald unterwegs gewesen, hatten viel Freiheit“, erzählt sie. „Wir waren in die örtlichen Vereine integriert. Ich habe Tennis und Volleyball gespielt.“

Eltern verlassen Heimatstadt nach 50 Jahren

Der Umzug sei für die Eltern natürlich ein großer Schritt. Schließlich haben sie mehr als 50 Jahre in der Gemeinde gelebt. „Sie freuen sich aber natürlich darauf, die Enkelkinder öfter zu sehen und auch für uns ist es eine große Hilfe, die Großeltern in der Nähe zu haben“, so die Anästhesistin.

Die ganze Familie Schmidt kommt einmal im Jahr auf Langeoog zusammen. „Dort waren wir schon als Kinder immer im Urlaub“, erzählt Beck. Die Tradition habe man beibehalten.

Die Bürgermeister Schmidt, Thrum und Kloss (von links) hängten am 2.1.1970 gemeinsam das erste Ortsschild mit dem Namen Schöneck auf.

Felder und Wald sind die Lieblingsplätze in Schöneck

Wie es sich anfühlt, die erste Schönecker Bürgerin zu sein? „Es ist ein wenig so, als wäre man ein Sonntagskind“, sagt die 49-Jährige im Gespräch mit dem HA. Schöneck werde als ihr „Zuhause“ immer in ihrem Herzen bleiben, auch wenn sie voraussichtlich nur noch selten dort sein werde.

„Im nächsten Jahr soll unser ausgefallenes Klassentreffen nachgeholt werden. Dann fahre ich bestimmt mal durchs Dorf“, sagt sie. Beck hat in Bad Vilbel ihr Abitur gemacht. Vielleicht schaut sie dann auch an ihrem Lieblingsplatz in Schöneck vorbei. „Das sind die Felder und der Waldrand an meinem Elternhaus. Dort waren wir viel mit dem Hund unterwegs. Der Blick in Richtung Büdesheim ist wirklich schön“, sagt sie.

Der Zeitungsausschnitt soll weiter in Ehren gehalten werden und in Hildesheim einen neuen Platz finden. Wo genau, steht noch nicht fest.

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