Niddertalbahn

Niddertalbahn soll nicht mehr Hupen: Was nun geschehen soll

Unbeschrankter Bahnübergang hinter der Thylmann-Mühle in Kilianstädten mit der Niddertalbahn
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Soll verschwinden, damit mehr Ruhe herrscht: Dieser Bahnübergang in Kilianstädten soll verschwinden.

Um an einem unbeschrankten Bahnübergang in Schöneck bei Frankfurt auf sich aufmerksam zu machen, hupt die Niddertalbahn zurzeit noch. das soll sich jedoch bald ändern.

Schöneck – Langsam fährt die Niddertalbahn an den unbeschrankten Bahnübergang an der Thylmann-Mühle und hupt laut. Doch das soll bald eine Ende haben. Die Deutsche Bahn hat dieser Tage mit dem Rückbau begonnen. Bagger stehen schon bereit. „Bis November soll der Bahnübergang verschwunden sein“, bestätigt Bürgermeisterin Conny Rück auf Nachfrage unserer Zeitung.

Das dürfte vor allem die Anwohner freuen. Ein Nachteil: Die dahinter liegende Brücke zur Nidderschleife ist dann auch für Spaziergänger und Radfahrer nicht mehr erreichbar.

Jahrelange Diskussion in Schöneck soll nun ihre Ende finden

Damit findet eine jahrelange Diskussion ihr Ende. Alles hatte damit begonnen, dass die hinter dem Bahnübergang liegende Brücke über die Nidder, die auch für landwirtschaftliche Gefährte bis zu sechs Tonnen frei war, vor einigen Jahren wegen Brückenschäden gesperrt werden musste (unsere Zeitung berichtete ausführlich). Nur Fußgänger und Radfahrer dürfen die Nidder hier noch überqueren. Von dem Verbot sind vor allem Landwirte betroffen. Um zu ihren Feldern zu gelangen, müssten sie rund zehn Kilometer Umweg in Kauf nehmen.

Um ihnen zu helfen, hatte die Gemeindevertretung vor drei Jahren für den Bau einer Furt in Oberdorfelden gestimmt. 100 000 Euro sollte das Vorhaben kosten. Doch die Idee konnte nicht realisiert werden. Eine Prüfung des in Frage kommenden Flussabschnitt in der Nähe der Nidder-Halle ergab, dass wegen der großen Wassertiefe das Projekt nicht zu verwirklichen ist. Ein Brückenneubau kam aus Kostengründen nie in Frage.

Grünen brachten Thema bereits 2016 ins Gespräch

Ein anderes Anliegen rückte stattdessen in den Vordergrund: Die Sperrung des Bahnübergangs zwischen der Brücke und der Frankfurter Straße. Bereits im Jahr 2016 hatten die Grünen angeregt, den Übergang zu schließen. Weil es dort keine Schranken gibt, müssen die Lokführer der Niddertalbahn jedes Mal hupen, wenn sie sich dem Übergang nähern. Das wiederum stört etliche Anlieger, vor allem nachts. Auf Antrag der Grünen wurde der Gemeindevorstand beauftragt, Kontakt mit der Deutschen Bahn aufzunehmen.

Dann der Rückschlag im August 2019: Die Bürgermeisterin informiert das Gemeindeparlament, dass die DB Netz AG zwar beim Eisenbahn-Bundesamt einen Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahren eingeleitet habe. In dem Anhörungsverfahren sei jedoch deutlich geworden, dass die Eigentümer sich gegen die Schließung ausgesprochen hätten und nicht bereit seien, das Grundstück zu verkaufen. Dabei handelt es sich um eine 1200 Quadratmeter große Fläche zwischen der geschlossenen Nidderbrücke und dem Gleiskörper. Das Grundstück nicht mehr erreichbar gewesen. Die Schließung der Thylmann-Mühle hat die Situation aber verändert. Daraufhin gab es gab neue Gespräche. Die Besitzerfamilie Frese erklärte sich mit dem Verkauf des Grundstücks einverstanden.

Völlig ohne Hupen wird es aber auch nach dem Rückbau nicht zugehen. „Bei der Einfahrt in den Bahnhof und auf das Thylmann-Gelände wird vom Lieschen weiter ein Signal abgegeben“, erläutert Mathias Laufer, Fachbereichsleiter Bürgerservice und Ordnungswesen bei der Gemeinde Schöneck. Aber immerhin: Insgesamt wird weniger gehupt.

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