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Ökumenische Sternsingergruppe aus Schöneck reist zu Bundeskanzler Scholz nach Berlin

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Sie freuen sich auf den Empfang im Kanzleramt: Mutter Sabine Dahmer-Mühlebach, Ilania (15), Emilie (15) und Clarissa (10) aus Kilianstädten, Lea (15) aus Oberdorfelden und Sternsinger-Betreuerin Christine Blum.
Sie freuen sich auf den Empfang im Kanzleramt: Mutter Sabine Dahmer-Mühlebach, Ilania (15), Emilie (15) und Clarissa (10) aus Kilianstädten, Lea (15) aus Oberdorfelden und Sternsinger-Betreuerin Christine Blum. © Christine Fauerbach

Der Countdown läuft. An diesem Mittwoch um 12.30 Uhr steigen vier Sternsinger aus Schöneck im Hanauer Hauptbahnhof in den Intercity nach Berlin. Um 17 Uhr sollen sie in der Jugendherberge in der Hauptstadt eintreffen. Für abends um 19.30 Uhr stehen Vorstellung und Kennenlernen aller 27 Sternsingergruppen aus den Diözesen auf dem Programm.

Schöneck – Am Donnerstag ist es dann soweit: Um 14 Uhr findet der Empfang mit Bundeskanzler Olaf Scholz im Kanzleramt statt. Dass die vier Sternsinger aus Kilianstädten und Oberdorfelden nach Berlin fahren, haben sie neben Glück vor allem der Ausdauer von Christine Blum von der Pfarrgemeinde Christkönig zu verdanken. „Ich habe jahrelang in der Tagesschau gesehen, wie Sternsinger den traditionellen Segen ins Bundeskanzleramt bringen.“ Das wäre doch auch einmal etwas für unsere Sternsinger, dachte sie sich und wurde aktiv.

Das Infopaket mit Werkheft vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ e. V. bekommt sie seit Jahren regelmäßig. Auf den letzten beiden Seiten des Werkheftes gibt es ein Rätsel. Unter allen richtigen Einsendungen von Gruppen aus einer katholischen Pfarrei, die an der Aktion Dreikönigssingen teilnehmen, werden 27 Gruppen ausgelost. Zwei Jahre lang klappte es nicht, doch dieses Mal wurden die Schönecker Sternsinger gezogen, um das Bistum Fulda beim Empfang des Bundeskanzlers in Berlin zu vertreten.

Gruppe wurde bei Rätsel gezogen

Das Lösungswort des Inselrätsels 2023 lautet „ALIT“. Dabei handelt es sich um die „ALIT“-Stiftung in Indonesien, die in diesem Jahr das Beispielprojekt der Sternsingeraktion ist. „ALIT“ setzt sich für die Rechte von Kindern ein und kümmert sich um Mädchen und Jungen, die aus unterschiedlichen Gründen gefährdet sind oder Opfer von Gewalt wurden.

Die Freude bei den Gruppenmitgliedern und Christine Blum ist riesig, dass sie dieses Mal zu den Gewinnern gehören und das Bistum Fulda in der Hauptstadt vertreten dürfen. Teil des Gewinns sind die kostenfreie Anreise und Unterbringung in Berlin für die drei Könige und einen Sternträger sowie zwei Begleiter.

Zwei evangelische und zwei katholische Mädchen

Die Sternsinger aus Schöneck sind eine ökumenische Gruppe. Gebildet wird sie von je zwei Mitgliedern der katholischen Pfarrei Christkönig Schöneck und der evangelischen Kirchengemeinde Kilianstädten-Oberdorfelden. Aus der katholischen Pfarrei kommen Emilie (15) aus Kilianstädten und Lea (15) aus Oberdorfelden. Gemeinsam mit den beiden Protestantinnen aus Kilianstädten Clarissa (10) und Ilania (15) bilden sie die Sternsingergruppe.

In ihrer Freizeit engagieren sich die Mädchen nicht nur bei den Sternsingern, sondern reiten, spielen Geige und tanzen Hip-Hop. Clarissa berichtet, dass sie seit vier Jahren bei den Sternsingern ist und schon immer gerne singt. Iliana kam 2014 durch Zufall zur Gruppe, Emilie wurde 2016 durch Informationen ihrer Religionslehrerin und durch ein Grundschulprojekt auf die Aktion Dreikönigssingen aufmerksam. Lea kam vor drei Jahren durch eine Freundin dazu.

Einsatz für Kinderrechte

„Bei den Sternsingern stehen Spaß und die Gemeinschaft im Vordergrund. Basteln, Spielen und Singen gehören zu den Aktivitäten bei den Treffen“, sagt Christine Blum. In diesem Jahr haben die Kinder und Jugendlichen zudem viel über Indonesien und das Motto der Sternsingeraktion „Kinder stärken, Kinder schützen“ erfahren. Im südostasiatischen Inselstaat leben 275 Millionen Menschen, davon sind rund ein Viertel Kinder bis 14 Jahre. Kinder sind im Elternhaus und in der Schule täglich Gewalt ausgesetzt. Dieses Wissen bestärkt die vier Schönecker Sternsinger darin, sich bei der größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder zu engagieren.

Seit dem 20. Dezember proben die vier Mädchen für ihren Auftritt in Berlin. Teils gemeinsam bei den Treffen, teils zu Hause. Die Liedtexte von „Es ist Sternsingerzeit“, „Am Himmel strahlt ein Stern“ und „Seht ihr unseren Stern dort stehen?“ haben sie sich mit dem QR-Code heruntergeladen, gehört und mitgesungen.

Vorfreude auf Treffen mit Kanzler Scholz

„Die Lieder sind total hoch“, sagt Clarissa. Alle anderen Jugendlichen nicken zustimmend. Zur Vorbereitung gehörte auch je eine Videokonferenz für die Sternsinger und die Betreuer sowie zahlreiche Mails. „Ich bin schon ganz aufgeregt, Olaf Scholz zu treffen und ihm die Hand zu schütteln. Und ich freue mich darauf, mit den vielen anderen Sternsingern zu singen“, sagt Lea.

„Ich bin gespannt wie wir im Fernsehen zu sehen sind. Hessen wird von den drei Bistümern Mainz, Fulda und Limburg vertreten. Die Gruppe aus dem Bistum Limburg darf den Segen ans Kanzleramt anbringen“, berichtet Ilania. „Ich freue mich darauf den Kanzler in echt und nicht nur im Fernsehen zu sehen“, sagt Clarissa. „Ich bin bis jetzt nicht aufgeregt. Olaf Scholz ist ein Mensch wie wir, er hat nur mehr zu sagen“, fügt Emilie hinzu. (Von Christine Fauerbach)

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