Hanau

Projektwoche: Sterntalerschüler keltern auf dem Schulhof

Schöneck. Fünf Tage lang dreht sich bei den Sterntalerschülern in Büdesheim alles um den Apfel. In Zusammenarbeit mit den Streuobstfreunden Schöneck haben die Mädchen und Jungen Streuobstwiesen besucht, Äpfel geerntet und gekeltert. Am Freitag präsentieren sie die Ergebnisse ihrer Projektwoche – in flüssiger und fester Form.

Von Mirjam Fritzsche

„Oh, der ist aber süß“, staunt eine Drittklässlerin. Werner Nussbaum, Vorsitzender der Streuobstfreunde, schenkt auf dem Schulhof frisch gepressten Apfelsaft aus. Gemeinsam mit Peter Schmidt-Wilbert und Bernd Rotter zeigt der Apfelexperte den Kindern, wie man Süßen herstellt. Und der darf gleich an Ort und Stelle verkostet werden.

„Es ist toll, wie wissbegierig die Kindern sind“, sagt Nussbaum begeistert. Die Streuobstfreunde haben es sich zur Aufgabe gemacht, die alten Sorten im Streuobstbau zu pflegen und zu erhalten. „Bei neueren Sorten gibt es kaum besondere Aromen“, betonen sie. Ihr Wissen geben sie gerne an die Jugend weiter.

Ausflüge an den Erlenbach

Bereits im vergangenen Jahr hatten Viertklässler aus Büdesheim die Streuobstwiesen im Schönecker Ortsteil besucht. „Eine Mutter aus meiner Klasse hat mich angesprochen, weil ihr aufgefallen ist, dass so viel Streuobst ungenutzt herumliegt“, erzählt Lehrer Dominic Scholz. So sei man auf die Idee gekommen, den Apfel zum Unterrichtsinhalt zu machen. Daraus ist nun das Projekt für die ganze Schule entstanden.

„Es ist erstaunlich, was wir alles auf die Beine gestellt haben. Es wurde gebastelt und gebacken und natürlich viel Wissenswertes über das Obst gelernt“, so Scholz. Gemeinsam machten die Schüler in jahrgangsübergreifenden Gruppen Ausflüge an den Erlenbach, um Äpfel zu ernten. „Die Kinder haben gestaunt, dass die Apfel beim Schütteln so gefallen sind, wie bei Frau Holle der Schnee“, berichtet der Grundschullehrer.

Ergebnisse der Projektwoche präsentiert

Gestern durften sie nun erleben, wie aus den aufgelesenen Äpfel der Saft entsteht. Zunächst werden die Früchte gehäckselt und dann ausgepresst. „Warum liegen die Äpfel vor dem Häckseln in einem Eimer mit Wasser?“, will Scholz von den Grundschülern wissen. Die Kinder haben viele Ideen: „Damit sie kühl bleiben“, „So bleiben sie feucht“ oder „Das vertreibt die Wespen“. Es ist einfacher als gedacht: Die Früchte sollen natürlich sauber sein.

Erde und Blätter gehören nicht in den Saft. Die Kindern lernen noch mehr: Die Pressrückstände heißen „Trester“. Künftig möchte die Schule jedes Jahr den Apfel in den Vordergrund rücken – nicht immer mit einer ganzen Woche. Doch so auf Jahrgänge verteilt, dass jedes Kind in vier Jahren die Schritte bis zum fertigen Apfelsaft erleben kann.

Heute zwischen 15.30 und 17.30 Uhr zeigen die Schüler die Ergebnisse ihrer Projektwoche „Rund um den Apfel“ bei einem Fest. Zu sehen ist auch eine kleine Ausstellung. Besucher dürfen sich zudem auf ein Apfellied freuen. Die Streuobstfreunde unterstützen mit frisch Gepresstem und Keltervorführungen. Neugierige sind willkommen.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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