Gefahrenstelle in Kilianstädten

Der Zebrastreifen für die Uferstraße soll kommen

Die Uferstraße in Kilianstädten ist viel befahren. Ein Zebrastreifen auf Höhe der Bäckerei (rechts) soll Fußgängern den Überweg erleichtern.
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Die Uferstraße in Kilianstädten ist viel befahren. Ein Zebrastreifen auf Höhe der Bäckerei (rechts) soll Fußgängern den Überweg erleichtern.

Die Zeichen stehen auf Grün: Hessen Mobil und die Kreisverkehrsbehörde haben signalisiert, dass ein Fußgängerüberweg an der Uferstraße möglich ist. Die gute Nachricht hat Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) am Donnerstagabend bei der Sitzung des Gemeindeparlaments in der Nidderhalle verkündet. Verabschiedet wurde an diesem Abend auch der Nachtragshaushalt für 2021.

Schöneck – Bereits seit Jahren setzen sich die die Lokalpolitiker für eine Entschärfung der Gefahrenstelle an der stark frequentierten Kreisstraße ein (unsere Zeitung berichtete). Nach der Eröffnung des neuen Fachmarktzentrums mit Ärztehaus und Apotheke im Herbst sind die Forderungen wieder lauter geworden. Der Verkehr zwischen Büdesheimer Straße und Uferstraße nehme weiter stark zu. CDU und FDP hatten sich mit Pressemitteilungen zu Wort gemeldet. Kritisiert wurde, dass der Termin mit Hessen Mobil monatelang nicht zustande kam. Die Straßenverkehrsbehörde hatte dies mit der Corona-Pandemie begründet.

13 000 Euro für Fußgängerüberweg eingeplant

Im Januar fand der Termin dann endlich statt. Es ging darum, vor Ort zu schauen, ob ein Fußgängerüberweg zwischen Ortseingang und Bahnübergang möglich ist. „Vonseiten der Beteiligten wird lediglich die Möglichkeit gesehen, im Bereich der Treppe zur Bäckerei Hinnerbäcker einen Überweg zu schaffen“, berichtete Rück. Die Kosten für die Einrichtung einer Aufstellfläche für Fußgänger und den barrierefreien Ausbau muss die Gemeinde tragen. Die Kosten in Höhe von 13 000 Euro wurden in den Nachtragshaushalt eingearbeitet.

Als Dankeschön an Conny Rück hatte Gemeindevertreter Thorsten Weitzel (CDU) ein Spielzeugschild für einen Zebrasteifen mitgebracht. „Unsere Bürgermeisterin hat wirklich dicke Bretter gebohrt“, sagte er. Schließlich hat die Gemeinde jahrelang darum gekämpft. Weitzel betonte aber auch: „Wir wollen mehr als nur einen Fußgängerüberweg.“

An diesem Abend stand auch der CDU-Antrag für ein Verkehrskonzept mit Bürgerbeteiligung für Büdesheimer Straße und Uferstraße zur Diskussion. Die Partei fordert eine klare und durchdachte Struktur für den fließenden und ruhenden Verkehr. „Wir wünschen uns ein Maßnahmenpaket. Es fehlt zum Beispiel ein separater Zuweg zum Lidl. Eine Idee ist auch, die Kreisstraße zur Gemeindestraße umzuwidmen“, so Weitzel. Diesen Vorschlag sieht die Bürgermeisterin allerdings skeptisch. „Wir können die Straße übernehmen, wenn sie saniert ist, sonst wird es richtig teuer“, betonte sie. Über das Verkehrskonzept für die Uferstraße wird das neu gewählte Gemeindeparlament im Bauausschuss beraten.

Priorisierung der Baugebiete wird zurückgestellt

Zustimmung gab es für den Antrag der Freien Wählergemeinschaft (FWG), die Priorisierung für neue Baugebiete in Schöneck vorerst zurückzustellen und sich über einen Entwicklungsvertrag mit der Bauland-Offensive Hessen zu informieren. „Eine Entscheidung für oder gegen muss gut bedacht und abgewogen werden und bedarf dafür Expertenrat und Expertenanalysen, die hier angestoßen werden sollen“, begründete FWG-Fraktionschef Matthias Geisler.

Mit wenigen Änderungen beschlossen wurde der Nachtragshaushalt für das Jahr 2021. Nicht durchsetzen konnten sich die Grünen mit ihrer Forderung, auf einen zweiten Hilfspolizisten zu verzichten, um damit die Stelle eines Klimaschutzmanagers zu finanzieren. „Das 1,5 Grad-Ziel ist wichtiger als Knöllchen“, versuchte Wolfgang Seifried (Grüne) das Parlament zu überzeugen. Bürgermeisterin Rück betonte, wie wichtig die Stelle des Hilfspolizisten ist. „Alleine darf ein Mitarbeiter nicht blitzen. Und bis die interkommunale Zusammenarbeit für den Bereich Ordnung steht, wird es noch dauern.“

Nachtragshaushalt verabschiedet

Beschlossen wurde auf Vorschlag der Wahlalternative Schöneck (WAS), das Heimatmuseum mit 1500 Euro für Einrichtung und Ausstattung zu unterstützten. Für das Parlamentsfernsehen wurden auf Vorschlag der FDP Mittel in den Haushalt eingestellt. Beschlossen wurden 6500 Euro. Das Sachkonto mit dem Namen „Öffentlichkeitsarbeit“ wurde mit einem Sperrvermerk versehen, bis das neu gewählte Parlament sich für das Angebot ausspricht.

Mit dem Nachtragshaushalt kommen wie berichtet keine Steuererhöhungen auf die Bürger zu. Man habe in den vergangenen Jahren die Fehlbeträge der Vorjahre abbauen und eine Rücklage bilden können, mit der das Defizit von 674 000 Euro in 2021 abgefangen werden könne, erklärte die Bürgermeisterin bei der Vorstellung des Etatentwurfs im Dezember (wir berichteten). Die geplante Senkung der Grundsteuer B für Baugrundstücke von 590 auf 560 Punkte bleibt bestehen. Wie sich die Lage 2022 darstelle, sei schwer einzuschätzen, machte Rück bereits im Dezember klar.

(Von Mirjam Fritzsche)

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