Jahresrückblick 2021

Schöneck: Im Krisenmodus durchs Jubiläumsjahr

Bürgermeisterin Conny Rück (rechts) und Mitarbeiterin Tanja Jüngling präsentieren im März das T-Shirt für das Jubiläumsjahr „50 Jahre Schöneck“.
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Bürgermeisterin Conny Rück (rechts) und Mitarbeiterin Tanja Jüngling präsentieren im März das T-Shirt für das Jubiläumsjahr „50 Jahre Schöneck“.

Die Corona-Pandemie hat Deutschland 2021 weiter fest im Griff. Schade für Schöneck: Große Feiern zum Jubiläum „50 Jahre Schöneck“ können nicht stattfinden. Mit der Reihe „50 Jahre – 50 Veranstaltungen“ hat die Gemeinde jedoch einen würdigen Ersatz gefunden.

Schöneck - Ebenfalls traurig: Gestrichen wird bereits zum zweiten Mal in Folge das Büdesheimer Laternenfest. Die Organisatoren hoffen nun auf eine Fortsetzung im kommenden Jahr. Festlegen mag sich angesichts der sich überschlagenden Ereignisse aber niemand. Auch die Weihnachtsmärkte müssen trotz anfänglichen Optimismus wegen der steigenden Infektionszahlen kurzfristig abgesagt werden.

Eine Lösung zum Alten Schloss ist in Sicht

Trotzdem ist 2021 auch ein Jahr, in dem Vieles in Schöneck in Bewegung kommt. Die Kooperation der Gemeinde mit der Deutschen Giganetz GmbH ist erfolgreich. Noch Ende 2021 können die ersten Bürger über das neu verlegte Glasfasernetz im Internet surfen. Im Juli startet die Zukunftswerkstatt. Jetzt dürfen auch die Bürger mitreden.

Bewegung scheint endlich in die verfahrene Situation um das Alte Schloss Büdesheim zu kommen. Kurz vor Weihnachten stellt das Architekturbüro Krieg und Warth aus Eichenzell die lang erwartete Machbarkeitsstudie zu den Nutzungsmöglichkeiten vor. Zentraler Punkt der Sanierung: Der Einbau eines Aufzugs, der die verschiedenen Ebenen im historischen Gebäude miteinander verbindet und barrierefrei erschließt. Die Idee, Räumlichkeiten im Alten Schloss für die Verwaltung der wachsenden Gemeinde nutzbar zu machen, findet auch auch beim Verein „Rettung Altes Schloss Büdesheim“ Anklang.

Hoffnung auf höhere Gewerbesteuern

Um alles umzusetzen, muss die Gemeinde jedoch tief in die Tasche greifen: Auf 2,8 Millionen Euro werden die Kosten für Sanierung und Umbau geschätzt. Bürgermeisterin Conny Rück (SPD), die das Vorhaben unterstützt, hält es zumindest nicht für unmöglich, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung betont. Nach vielen Jahres des Streits wünscht sie sich einen Schlussstrich unter die Debatte über Verkauf oder Verbleib der Immobilie. Ob sich in der Gemeindevertretung eine Mehrheit findet, wird sich in den kommenden Wochen bei den anstehenden Haushaltsberatungen zeigen. Aktuell sind im Entwurf für 2022, der nur über Rücklagen ausgeglichen ist, noch keine Mittel für das Alte Schloss eingeplant.

Eine wesentliche Verbesserung ihrer Gewerbesteuereinnahmen, die auch das Schloss finanzieren könnten, erhoffen sich die Gemeindevertreter in den kommenden Jahren durch den Bau eines großen Rechenzentrums im Gewerbegebiet Kilianstädten Nord II. In der letzten Sitzung des Jahres stimmen sie mehrheitlich für die Veräußerung des Grundstücks an das IT-Unternehmen. Unumstritten ist das Vorhaben jedoch nicht. Landwirte und Naturschützer protestieren vor dem Bürgertreff Kilianstädten. Sie kritisieren den enormen Flächenverbrauch und die Auswirkungen auf die Population des Feldhamsters.

Was es bedeuten kann, wenn Niederschläge nicht mehr im Boden versickern können, müssen die Bewohner des Ahrtals bei der Flutkatastrophe in diesem Jahr leidvoll erfahren. Auch Büdesheim ist im Februar von Hochwasser betroffen. Gärten und Keller laufen voll. Der Klimawandel fordert seinen Tribut. (Mirjam Fritzsche)

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