Kommunalwahl

Schöneck: Konrad und Markus Jung verlassen Gemeindeparlament

Konrad Jung gehörte fast 27 Jahre lang dem Gemeindeparlament in Schöneck an.
+
Konrad Jung gehörte fast 27 Jahre lang dem Gemeindeparlament in Schöneck an.

Mit Konrad Jung und Sohn Markus (beide CDU) verlassen zwei politische Schwergewichte das Schönecker Gemeindeparlament. Dass beide gleichzeitig gehen, ist dabei reiner Zufall, wie sie sagen.

Schöneck – Eine Gemeindevertretersitzung in Schöneck ohne die beiden Jungs? Viele können sich daran gar nicht mehr erinnern. Das hat auch einen Grund, denn der 74-jährige Konrad Jung gehörte der Gemeindevertretung fast 27 Jahre lang an. Und auch sein 38-jähriger Sohn Markus ist schon über 15 Jahre dabei.

Als die Familie Jung 1980 von Bad Vilbel nach Schöneck zog, um sich dort ein Haus zu bauen, war Konrad Jung zwar bereits seit sieben Jahren in der CDU, aber weil er zu der Zeit leitender Angestellter in einer Chemiefirma war, spielte die Politik, zumal die Kommunalpolitik, allenfalls die zweite Geige. Das änderte sich erst, als der Kontakt zu einem seiner Nachbarn enger wurde und dieser ihn überredete, doch für die CDU für das Gemeindeparlament zu kandidieren. Das war Anfang der 90er Jahre.

Finanzierung der Umgehungsstraße war größter Erfolg

Und tatsächlich zog Jung bei der nächsten Kommunalwahl über einen Nachrückerplatz in die Gemeindevertretung ein. Dann allerdings ging es sehr schnell. Schon nach einem Jahr war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender und ein Jahr später übernahm er den Vorsitz seiner Fraktion.

Seinen größten Erfolg feiert Jung, als auf seinen Vorschlag hin die Gemeindevertretung sich an dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) des Landes beteiligte und so die Umgehungsstraße um Schöneck vorfinanzieren konnte. „So konnte die Umgehungsstraße um Jahre früher gebaut werden“, freut sich Jung noch heute über seine Initiative von damals.

Bau der Windräder an Hoher Straße bedeutete einen Rückschlag

Es gab allerdings auch Rückschläge. Beispielsweise beim Bau der Windräder auf Schönecker Gemarkung. Die CDU hatte damals mit Demos und allen politischen Mitteln den Bau der neun Windräder an der Hohen Straße zu verhindern versucht. Vergeblich, wie man heute noch sieht. „Inzwischen haben wir uns aber mit den Anlagen abgefunden. Sie passen von der Optik zwar nicht in die Landschaft, sind aber ökologisch sinnvoll“, räumt Jung heute ein.

14 Jahre lang war er Fraktionsvorsitzender, vor zehn Jahren räumte er zugunsten seines Sohns Markus den Fraktionsvorsitz, wurde Parteivorsitzender und zugleich Vorsitzender des wichtigen Haupt- und Finanzausschusses. „Jetzt nach 27 Jahren Zugehörigkeit zum Gemeindeparlament ist Schluss. Ich möchte über meinen Abschied selbst bestimmen können und nicht mit fadenscheinigen Komplimenten irgendwann als 80-Jähriger hinausgedrängt werden“, begründet Jung seinen Entschluss, jetzt mit der Kommunalpolitik Schluss machen zu wollen. Dem „alten Brauch“ gehorchend, dass Ehrenvorsitzende zum Abschied noch einmal auf der Liste zur Kommunalwahl stehen, ließ sich Jung auf dem letzten Platz 28 aufstellen. Durch Panaschieren und Kumulieren erreichte er am Ende einen ehrbaren 18. Platz.

Konrad Jung weiter für CDU-Bundestagsabgeordnete Katja Leikert in Berlin tätig

„Gott sei Dank bin ich nicht weiter vorgerutscht, denn jetzt soll wirklich Schluss sein. Jetzt haben meine Familie, mein Haus und mein Garten Vorrang“, verrät Jung seine Zukunftspläne. Ganz stimmt das jedoch nicht, denn er ist weiterhin Mitarbeiter der CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Katja Leikert und deshalb oft in Berlin.

Ganz anders sein Sohn Markus Jung. Mit 38 Jahren steht er mitten im Leben. Zwar ist er tagsüber mit seinem Beruf im öffentlichen Dienst voll ausgelastet und auch seine Familie – er ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder – beansprucht einen Großteil seiner Zeit.

Trotzdem aber hängt er irgendwie an der Politik. „Beruf, Familie und Fraktionsvorsitz – das war am Ende zu viel. Deshalb mache ich nur noch im Kreistag weiter“, erklärt Markus Jung seinen Rückzug aus der Schönecker Gemeindevertretung.

Sohn Markus gehört weiter dem Kreistag in Gelnhausen an

Markus Jung, CDU-Kreistagsabgeordneter im Main-Kinzig-Kreis und Ex-Fraktionsvorsitzender in Schöneck

Der CDU-Kreistagsfraktion des Main-Kinzig-Kreises gehört er ebenfalls schon seit zehn Jahren an. Als Fraktionsgeschäftsführer hat er sich auch zeitweise stärker engagiert. „Jetzt will ich mich dort noch um Dinge für Schöneck einbringen. Beispielsweise um die Entwicklung von Neubaugebieten und die Fertigstellung des Gewerbegebietes Kilianstädten-Nord 2“, erläutert Jung.

Ganz auf die Familie Jung werden die Schönecker CDU und das Gemeindeparlament aber auch in Zukunft nicht verzichten müssen. Denn anstelle von Vater und Sohn zieht nun Kristina Jung, die Ehefrau von Markus Jung, in die neugewählte Gemeindevertretung ein. Jürgen W. Niehoff

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare