Corona-Virus

„Nicht vermittelbar“: CDU Schöneck kritisiert Genehmigung einer dreitägigen Tailgateparty

Kofferraum auf und feiern: Am Wochenende soll nach amerikanischer Tradition auf einem Feld in Büdesheim eine Tailgateparty stattfinden. Das kritisiert die CDU Schöneck scharf.
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Kofferraum auf und feiern: Am Wochenende soll nach amerikanischer Tradition auf einem Feld in Büdesheim eine Tailgateparty stattfinden. Das kritisiert die CDU Schöneck scharf.

Pick-Ups, Bier und Rippchen: Vom heutigen Freitag bis zum Sonntag soll in Büdesheim eine Tailgateparty mit rund 70 Fahrzeugen stattfinden. Dass die dreitägige Veranstaltung von der Gemeinde Schöneck genehmigt wurde, kritisiert die örtliche CDU scharf. „In Pandemie-Zeiten ist das nicht vermittelbar“, so der Vorsitzende der Schönecker Union Andreas Zeller in einer Mitteilung.

Schöneck – Ein Veranstalter aus Ulm erwarte rund 200 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet und bekomme hierfür ein zirka 15 Hektar großes Feld von einem Landwirt zur Verfügung stellt, auf dem künstlich eine Schlammstrecke eingerichtet werde, über doe Pick-Ups beziehungsweise Geländewagen fahren können, schreibt Zeller.

„Unsere Bürgerinnen und Bürger haben seit Beginn der Corona-Pandemie großen Verzicht geübt. In Büdesheim wurde beispielsweise das Laternenfest abgesagt, die traditionellen Sommerfeste unserer Vereine mit ihren ehrenamtlichen Unterstützern sind reihenweise der Pandemie zum Opfer gefallen“, sagt Zeller. Es erstaune daher umso mehr, dass ausgerechnet eine Veranstaltung über einen dreitägigen Zeitraum mit vielen auswärtigen Teilnehmern in Schöneck genehmigt werde. Selbst wenn der Veranstalter entsprechende Hygienekonzepte vorgelegt habe, müsse die Genehmigung des Festivals bei vielen Vereinsvertretern in Schöneck Befremden und Kopfschütteln auslösen. Schließlich werde auf dem Gelände zusätzlich gecampt und gefeiert.

Bürgermeisterin von Schöneck rechtfertigt die Genehmigung

Schönecks Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) erklärt auf Nachfrage des Hanauer Anzeiger die Entscheidung der Gemeinde: „Ausschlaggebend war, dass die Veranstaltung im Freien stattfindet. Übernachtet wird in den Fahrzeugen beziehungsweise im Freien. Außerdem handelt es sich um eine private Grundstücksfläche, die der Eigentümer dem Veranstalter zur Verfügung gestellt hat.“ Einlass haben erst Personen ab 18 Jahren. Toiletten würden in ausreichender Anzahl aufgestellt. Die Zufahrt sei so gewählt, dass bewohnte Anwesen nicht betroffen sind. Offenes Feuer ist untersagt. Zur Versorgung der Besucher komme ein Foodtruck.

Ein genehmigtes Hygienekonzept liege vor. Ein Team von vier Sicherheitskräften sei im Auftrag des Veranstalters im Einsatz, um die Einhaltung der Auflagen zu gewährleisten. Dieser werde sich zudem den Anliegern vorstellen und seine Kontaktdaten bekannt geben. „Polizei und Ordnungsamt sind ebenfalls zu Kontrollen unterwegs“, betont die Rathauschefin.

CDU-Mann Zeller kündigte bereits an, im Nachgang Bilanz ziehen zu wollen. „Wenn die Tailgateparty vorüber ist, werden wir bewerten, ob mit der Veranstaltung negative Folgen für Schöneck verbunden waren“, so Zeller weiter, der Lärm und Beschädigungen an den Feldwegen befürchtet.

Rennen in Schöneck sollen nicht stattfinden

Rennen sollen laut Gemeinde aber nicht stattfinden. Auf dem Veranstaltungsgelände werde eine Strecke mit Wasser benetzt. Dort könnten Pick-Ups hindurch fahren. Das Befahren anderer Wege und Flächen außer zum Erreichen oder Verlassen des Geländes sei untersagt. „Wir kontrollieren die Feldwege vorher und im Abschluss, damit mögliche Schäden im Nachhinein festgestellt werden können“, so Rück.

In den sozialen Netzwerken haben die German Rednecks ihre Tailgateparty 3.0 in Schöneck beworben und Tickets verkauft. Dort wird auf die örtlichen Regeln wie „kein offenes Feuer“ hingewiesen und Teilnehmer gebeten, nicht am Pferdehof vorbeizufahren. Die richtige Anfahrt soll ausgeschildert werden. (Von Mirjam Fritzsche)

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