Hochwasser

Nidder überschwemmt Gärten und Keller in Büdesheim

Mit dem schlimmsten Hochwasser seit 2003 kämpfen Anwohner und Feuerwehr in Büdesheim. Der Pegelhöchststand lag zwischenzeitlich bei 2,88 Meter. Gestern Nachmittag war die Lage stabil.
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Mit dem schlimmsten Hochwasser seit 2003 kämpfen Anwohner und Feuerwehr in Büdesheim. Der Pegelhöchststand lag zwischenzeitlich bei 2,88 Meter. Gestern Nachmittag war die Lage stabil.

So schlimm war es lange nicht mehr. Das letzte große Hochwasser in Büdesheim datiert auf das Jahr 2003. „In der Nacht zum Dienstag ist der Pegel auf 2,88 Meter geklettert. Das ist noch höher als damals“, sagt Gregor Knapp, stellvertretender Gemeindebrandinspektor.

Schöneck – An der evangelischen Kirche hat die Feuerwehr einen Unterstand aufgebaut. Hier laufen am gestrigen Mittag alle Fäden zusammen. Knapp behält im Blick, wo noch mehr Sandsäcke benötigt werden, beantwortet Fragen der Einsatzkräfte. Alle paar Minuten klingelt das Handy. Doch Knapp behält die Ruhe. „Wir sind guter Dinge, dass das Wasser langsam weniger wird“, sagt er. Die Stimmung unter den Einsatzkräften sei gut. Die meisten Anwohner seien gut vorbereitet gewesen.

Zwölf Pumpen arbeiten Tag und Nacht

Betroffen sind vor allem die Anlieger der Mühlstraße, der Brück- und der Minetsgasse. Gärten stehen teilweise komplett unter Wasser. Garagen und Keller sind nass. Mit zwölf Pumpen versucht die Feuerwehr, das Schlimmste zu verhindern. Zum Glück sei noch Zeit gewesen, die Anwohner am Wochenende vor dem kommenden Hochwasser zu warnen. Die Kilianstädter Straße ist gesperrt, weil es dort wegen des Wassers kein Durchkommen gibt.

An der Nidderbrücke lässt sich das Ausmaß des Hochwassers besonders gut beobachten. Dort ist eine Skala angebracht, die bis 2,90 Meter reicht. Der Wasserstand liegt gestern Mittag bei 2,85 Metern. Einige Kinder stehen am Rand und schauen fasziniert auf die vorbeifließenden Wassermassen. „Das ist spannender als Homeschooling“, sagt eine Mutter.

Zu den Anwohnern, die mit dem Hochwasser zu kämpfen haben, gehört auch Müllermeister Volker Philippi. „Die Mühle ist gut geschützt, aber wir haben Wasser im Keller des Wohnhauses“, erzählt er.

Gespiegener Nidderpegel sorgt für Überschwemmungen

Seit Montagnachmittag ist klar, dass der gestiegene Nidderpegel vor allem in Büdesheim für Überschwemmungen sorgen wird. Schönecks Feuerwehren rücken mit allen Ortsteilwehren aus. Unterstützt werden sie von Ordnungsamt und dem Gemeindebauhof. Auch die Feuerwehren aus Hammersbach, Maintal, Büdingen und Bruchköbel helfen, wo sie können.

Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) ist bis in die späten Abendstunden vor Ort. Sie berichtet mit leuchtenden Augen davon, mit welchem Engagement und welcher Solidarität sich die ehrenamtlichen Einsatzkräfte ins Zeug legen. „Es ist ein unglaubliches Erlebnis, wenn alle in solch einer Situation zusammenhalten“, sagt sie.

Mobiler Damm im Einsatz

Neben mehreren Tausend Sandsäcken und zwölf Pumpen wird auch das moderne Hochwasserschutzsystem Aquariwa aufgebaut. Es war nach dem letzten Hochwasser angeschafft worden. Jetzt schützt es die Anwohner der Minetsgasse vor größeren Wassermassen. „Es ist sehr schnell aufgebaut und hat mit 1,20 Metern eine gute Höhe“, erklärt Feuerwehrmann Albrecht Otto, Abschnittsleiter in der Minetsgasse. Davon könne man mehr gebrauchen. Der Vorteil: Die Hochwassertonnen werden mit Wasser gefüllt. Das funktioniere unkompliziert und die Tonnen könnten nach ihrem Einsatz einfach wieder verstaut werden. „Wir werden darüber nachdenken, ob wir nachrüsten müssen“, sagt Rück.

Die Aufgabe der Schönecker Feuerwehr ist es nun, die Pumpen zu überwachen und zu beobachten, ob die Dämme aus Sandsäcken wirklich halten. Im Schichtbetrieb halten die Einsatzkräfte die Stellung vor Ort. Die Feuerwehr geht davon aus, dass der Einsatz mehrere Tage dauern wird.

(Von Mirjam Fritzsche)

An der evangelischen Kirche haben die Einsatzkräfte einen Unterstand aufgebaut.
Mit Sandsäcken sollen die Gebäude geschützt werden.

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